Unsicherheit im Nahen Osten bringt den April-Kalender der Formel 1 ins Wanken – zentrale Frage: Wer trägt die Kosten einer möglichen Absage?
©Archivbild Februar 2026: Der Bahrain International Circuit gilt als einer der wichtigsten Saisonstopps der Formel 1 – doch aktuell ist unklar, ob hier im April überhaupt gefahren wird. | ©IMAGO / BSR AgencyFormel-1-Krise im Golf: Millionen-Poker um Bahrain-GP
Der Formel-1-Kalender 2026 könnte schon früh durcheinandergeraten. Der Große Preis von Bahrain, geplant für den 12. April auf dem Bahrain International Circuit, steht aktuell auf der Kippe. Medienberichte sprechen von intensiven Verhandlungen zwischen der Formel 1 und den Veranstaltern über mögliche finanzielle Folgen einer Absage.
Angriffe in der Hauptstadt Manama erschüttern Bahrain – die Sicherheitslage bringt auch den geplanten Formel-1-Grand-Prix ins Wanken. | ©IMAGO / Anadolu AgencyRennen wackelt – Entscheidung rückt näher
Wie die deutsche Zeitung Bild berichtet, gilt im Fahrerlager derzeit eine Absage des Rennens als mögliches Szenario. Hintergrund ist die angespannte Sicherheitslage in der Region nach militärischen Angriffen auf Ziele in Bahrain. Dem Bericht zufolge wurden unter anderem Gebäude in Manama sowie ein Hotel getroffen, das bei Rennveranstaltungen als Teamunterkunft genutzt wird.
Demnach müsse spätestens bis zum 20. März eine Entscheidung fallen. Danach wäre es logistisch kaum noch möglich, das umfangreiche Material der Teams rechtzeitig in den Golfstaat zu transportieren.
Offiziell bestätigt ist eine Absage bislang jedoch nicht.
Archivbild Februar 2026 | © Copyright: Batchelor / XPB ImagesMillionen-Poker hinter den Kulissen
Zentraler Punkt der Gespräche ist offenbar eine finanzielle Frage: Wer sagt das Rennen ab – und wer zahlt dafür?
Wie Bild berichtet, zahlt der Veranstalter in Bahrain rund 40 Millionen US-Dollar an jährlicher Ausrichtungsgebühr an die Formel 1. Sollte der Veranstalter selbst das Rennen absagen, müsste diese Summe dennoch fällig werden. Würde dagegen die Formel 1 die Veranstaltung streichen, entfiele diese Zahlung.
Genau deshalb laufen laut Bericht derzeit Verhandlungen über einen finanziellen Kompromiss, der die wirtschaftlichen Folgen zwischen Formel 1 und Veranstalter aufteilen könnte.
Videoanalyse: Redaktion ordnet Situation ein
Auch in einer aktuellen Videoanalyse unserer Redaktion wird die Situation rund um den Bahrain-Grand-Prix eingeordnet.
Darin wird unter anderem betont, dass hinter den Kulissen vor allem wirtschaftliche und organisatorische Fragen eine zentrale Rolle spielen.
„Im Kern geht es darum, wer die Verantwortung für eine mögliche Absage übernimmt – und damit auch, wer die finanziellen Folgen tragen müsste.“
Die Analyse hebt zudem hervor, dass eine kurzfristige Entscheidung für alle Beteiligten enorme logistische Auswirkungen hätte, da die Teams ihre gesamte Infrastruktur per Luftfracht in die Region transportieren müssen.
Archivbild 2021: Der Hochgeschwindigkeitskurs in Jeddah soll eine Woche nach Bahrain Gastgeber des nächsten Rennens sein. Eine mögliche Absage im Nachbarland könnte auch dieses Event gefährden. | ©IMAGO / Laci PerenyiAuch Saudi-Arabien könnte betroffen sein
Die Unsicherheit betrifft nicht nur Bahrain. Eine Woche später soll am 19. April der Grand Prix von Saudi-Arabien in Jeddah stattfinden.
Internationale Medien wie Sky Sports berichten, dass im Falle einer Absage keine Ersatzrennen organisiert würden. Der Formel-1-Kalender könnte dadurch entsprechend verkürzt werden.
Auch die Logistik spielt eine Rolle: Ohne den Stopp in Bahrain würde sich der Transport der Fracht für die Teams erheblich verändern.
Archivbild Februar 2026: Formel-1-CEO Stefano Domenicali und die FIA stehen vor einer heiklen Entscheidung: Kann der Bahrain-Grand-Prix stattfinden – oder wird das Rennen abgesagt? | ©IMAGO / ABACAPRESSSicherheit bleibt oberste Priorität
Die Formel 1 beobachtet die Lage derzeit genau. Laut internationalen Medien betonte F1-CEO Stefano Domenicali, dass Sicherheit für Fahrer, Teams und Mitarbeiter oberste Priorität habe.
Auch aus dem Fahrerlager kommen ähnliche Signale. Mercedes-Teamchef Toto Wolff erklärte gegenüber internationalen Medien, dass Motorsport in einer geopolitisch angespannten Lage nicht im Mittelpunkt stehen könne.
Archivbild 2025: Die Uhr tickt: Bis Mitte März muss die Formel 1 entscheiden, ob der Bahrain-Grand-Prix stattfinden kann | ©IMAGO / NurPhotoMögliche Folgen für den Kalender – wie geht es weiter?
Sollten sowohl Bahrain als auch Saudi-Arabien abgesagt werden, hätte das unmittelbare Auswirkungen auf den Rennkalender. Die Saison ist ursprünglich mit 24 Rennen geplant. Ohne die beiden Golf-Grands-Prix würde die Saison jedoch auf 22 Rennen schrumpfen.
Für Teams und Fans könnte das außerdem eine ungewöhnlich lange Rennpause im Frühjahr bedeuten.
Doch auch wenn noch keine Entscheidung gefallen ist – der Zeitdruck wächst. Spätestens Mitte März müssen Formel 1, FIA und Veranstalter festlegen, ob der Bahrain-Grand-Prix stattfinden kann. Bis dahin bleibt der Saisonkalender der Königsklasse von einem Millionen-Poker hinter den Kulissen geprägt, bei dem es nicht nur um Sport, sondern auch um erhebliche wirtschaftliche Interessen geht.









