Berichte aus dem Shanghai-Paddock deuten darauf hin, dass die beiden April-Rennen im Golf noch an diesem Wochenende endgültig gestrichen werden könnten – Sicherheits- und Logistikprobleme erhöhen den Druck.
Archivbild Februar 2026: Nach wochenlanger Diskussion: gibt es diese Woche nun eine klare Antwort auf die beiden Golf-Rennen im April? | ©IMAGO / BSR AgencyEntscheidung über Golf-Rennen offenbar unmittelbar bevorstehend
Nach Informationen von Crash.net könnte die Formel 1 bereits an diesem Wochenende eine endgültige Entscheidung über die Austragung der Grands Prix in Bahrain und Saudi-Arabien treffen. Demnach mehren sich im Fahrerlager Hinweise, dass beide Rennen aus dem Kalender gestrichen werden könnten.
Auch andere Medien berichten seit Tagen von einer zunehmenden Wahrscheinlichkeit einer Absage. Laut Sky Sports und der Nachrichtenagentur Reuters stehen die beiden Rennen im April aufgrund der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten massiv unter Druck. Mehrere Quellen im Fahrerlager gehen demnach davon aus, dass der ursprünglich 24 Rennen umfassende Kalender auf 22 Veranstaltungen reduziert werden könnte.
Der Bahrain-Grand-Prix ist aktuell für 10.–12. April angesetzt, eine Woche später soll das Rennen auf dem Stadtkurs von Jeddah (17.–19. April) folgen.
Archivbild 2025 von F1 CEO Stefano Domenicali: Vieles muss umstrukturiert und neu organisiert werden – jedoch immer mit dem Hintergrund, dass die Sicherheit an erster Stelle steht. | ©Batchelor / XPB ImagesAussagen aus dem Fahrerlager
Mehrere Stimmen aus der Formel-1-Szene mahnen derzeit zur Vorsicht.
Pierre Gasly (Alpine) erklärte gegenüber Sky Sports:
„Ich vertraue darauf, dass die Formel 1 die richtige Entscheidung treffen wird.“
Auch F1-CEO Stefano Domenicali betonte laut Sky Sports, dass Sicherheit oberste Priorität habe und man die Situation weiterhin genau beobachte:
„Unser Ansatz richtet sich in erster Linie nach der Sicherheit aller Beteiligten – der Menschen, der Teams und der Promoter.“
Hintergrund: Sicherheitslage sorgt für massive Unsicherheit
Die Unsicherheit rund um die beiden Rennen hängt mit der angespannten geopolitischen Lage im Nahen Osten zusammen. Laut Reuters wurden mehrere Staaten der Golfregion zuletzt Ziel militärischer Angriffe, was die Durchführung internationaler Großveranstaltungen zunehmend erschwert.
Auch andere Motorsportserien reagieren bereits: Das Auftaktrennen der WEC in Katar wurde verschoben, während MotoGP ebenfalls Zweifel an der Durchführung ihres geplanten Rennens in der Region äußerte.
Archivbild Februar 2026: Eine komplette Absage inklusive langer Pause fordert eine ganz neue logistische Planung. | ©Moy / XPB ImagesEntscheidender Faktor: Die Logistik des F1-Trosses
Neben Sicherheitsfragen spielt auch die komplexe Logistik der Formel 1 eine zentrale Rolle.
Wie Crash.net berichtet, befinden sich aktuell bereits große Teile der Renninfrastruktur in der Region: Ein kompletter Satz an Garagen- und Hospitality-Equipment blieb nach den Wintertests in Bahrain, während weiteres Material bereits nach Jeddah transportiert wurde. Diese sogenannten „Freight-Sets“ werden normalerweise per Schiff zwischen den Überseerennen hin- und hergeschickt und arbeiten in einem rotierenden System.
Sollten die Rennen abgesagt werden, wären diese Logistik-Pakete zunächst festgesetzt oder müssten kurzfristig umdisponiert werden. Gleichzeitig erschweren unsichere Flugrouten und mögliche Einschränkungen im regionalen Luft- und Schiffsverkehr die Planung zusätzlich.
Genau diese Faktoren gelten laut mehreren Medien auch als Hauptgrund, warum Ersatzrennen derzeit als unrealistisch gelten. Ein Grand Prix benötigt Monate an Vorbereitung – von Ticketverkauf und Infrastruktur bis zu Hospitality- und TV-Logistik – was sich kurzfristig kaum organisieren lässt.
Champ1-Analyse: Millionenpoker hinter den Kulissen
Wie Champ1 bereits am Donnerstag berichtete, läuft hinter den Kulissen zudem ein intensiver wirtschaftlicher und organisatorischer Poker um die beiden Veranstaltungen. Dabei geht es nicht nur um Sicherheitsfragen, sondern auch um Verträge, Antrittsgebühren und mögliche Alternativen im Kalender.
Mehrere mögliche Ersatzrennen, etwa in Europa, wurden laut internationalen Medien zwar diskutiert, gelten aber aufgrund logistischer Hürden und des engen Zeitplans derzeit als unwahrscheinlich.
Sollten Bahrain und Saudi-Arabien tatsächlich ausfallen, würde zwischen dem Japan-Grand-Prix in Suzuka und dem Rennen in Miami Anfang Mai eine mehrwöchige Lücke im Kalender entstehen.








