Mercedes setzt im einzigen Training vor dem Sprint ein frühes Ausrufezeichen, während Ferrari mit seinem ungewöhnlichen Flügelkonzept experimentiert – Virtual-Safety-Car-Phasen und anhaltende technische Sorgen bei Aston Martin prägen den Auftakt in Shanghai.
Ein einziges Training – und Mercedes sofort vorne
Das erste und einzige freie Training zum Großen Preis von China 2026 auf dem Shanghai International Circuit bot bereits eine klare Tendenz: Mercedes präsentierte sich als Maßstab der Stunde.
Das Team aus Brackley dominierte die einzige Trainingsstunde des Sprint-Wochenendes und setzte sich an die Spitze der Zeitenliste. In einem engen Feld gelang es den Silberpfeilen, früh ein starkes Tempo vorzulegen und dieses bis zum Ende der Session zu halten. Dahinter folgten jeweils im Doppelpack McLaren und Ferrari.
Das Training ist in Shanghai besonders wichtig, da das Sprint-Format nur 60 Minuten Vorbereitung vor dem Sprint-Qualifying erlaubt. Teams müssen daher Setup-Entscheidungen ungewöhnlich schnell treffen.
Zwischenfälle und Virtual-Safety-Car-Phasen
Die Session verlief nicht ohne Zwischenfälle. Es kam im Verlauf des Trainings zu mehreren Unterbrechungen durch Virtual Safety Cars, nachdem Fahrzeuge kurzfristig Probleme hatten oder Trümmerteile auf der Strecke lagen.
Einer der auffälligsten Momente betraf Lewis Hamilton. Der Ferrari-Pilot verlor in einer Kurve kurzzeitig die Kontrolle über sein Auto und drehte sich, konnte die Fahrt jedoch fortsetzen.
Auch mehrere Fahrer kämpften mit dem Grip des Shanghai-Kurses, der mit seinen langen, immer enger werdenden Kurven traditionell hohe Anforderungen an Vorderreifen und Balance stellt.
Ferrari testete seinen Heckflügel. Wird das für die kommenden Rennen der Cheatcode sein? | ©Moy / XPB ImagesFerraris radikaler Flügel sorgt für Diskussionen
Neben den Zeiten sorgte vor allem ein technisches Detail für Aufmerksamkeit. Ferrari brachte in Shanghai seinen neuartigen Heckflügel erstmals auf die Strecke.
Dabei handelt es sich um ein ungewöhnliches aerodynamisches Konzept, welches teilweise „umgedreht“ wirkt und den Luftstrom anders als konventionelle Konstruktionen lenken soll.
Reuters hatte bereits im Vorfeld berichtet, dass Ferrari mit diesem radikalen Flügelkonzept experimentiert, um auf der extrem langen Gegengeraden in Shanghai mehr Top-Speed zu generieren.
Ob das Konzept tatsächlich einen Performance-Vorteil bringt, bleibt allerdings offen – das Training diente in erster Linie der Datensammlung.
Zweifelnder Alonso bei der Pressekonferenz am 12.03.2026 | © Bearne / XPB ImagesAston Martin: „Überlebensmodus“ oder nur technische Probleme?
Ein weiteres Thema des Trainings war die Situation bei Aston Martin.
Fernando Alonso beschrieb die Lage seines Teams drastisch:
„Wir sind im Überlebensmodus.“
Teamchef Mike Krack widersprach dieser Einschätzung jedoch im Interview mit Sky Sports F1 nach dem ersten und einzigen freiem Training deutlich:
„Überlebensmodus ist ein starkes Wort. Wir haben technische Probleme, die zu lösen sind.“
Die Aussagen spiegeln die schwierige Ausgangslage des Teams wider, das weiterhin mit Abstimmungsproblemen kämpft.
Nur ein freies Training dieses Wochenende in Shanghai. Den Teams blieben lediglich 60 Minuten zum Testen. | ©IMAGO / PsnewZSprint-Wochenende erhöht den Druck
Der Große Preis von China ist in dieser Saison eines der Sprint-Events im Kalender. Das bedeutet, dass nach nur einer Trainingsstunde bereits das Sprint-Qualifying folgt.
Historisch gesehen spielt der Shanghai-Kurs mit seiner 1,2 Kilometer langen Gegengeraden eine wichtige Rolle für aerodynamische Effizienz und Topspeed. Der Kurs umfasst 16 Kurven auf 5,451 Kilometern und gilt als einer der technisch anspruchsvollsten Strecken im Kalender.
Das Ergebnis des einzigen Trainings liefert daher bereits wichtige Hinweise darauf, welche Teams im weiteren Verlauf des Wochenendes die Nase vorn haben könnten.








