Die Saison von Williams ist bisher nicht zufriedenstellend. Beim ersten Rennen in Melbourne hat man mit den Punkten überhaupt nichts zu tun, in China konnte Carlos Sainz zumindest zwei Punkte einheimsen – doch dort profitierte der Rennstall von Ausfällen und Fehlern anderer.
Vor allem Alex Albon fährt derzeit seiner Form völlig hinterher und hat große Probleme mit dem eigenen Auto. Keine Punkte, keine Quali-Pace und zu allem Überfluss noch der Ausfall vor dem Rennen in China – bisher erlebt der Thailänder eine Saison zum Vergessen.
Alex Albon kann mit seiner Saison überhaupt nicht zufrieden sein. © Batchelor / XPB ImagesAlex Albon meckert über eigenes Auto – kurzfristig keine Lösung in Sicht?
Doch warum bekommen Williams und Albon die Pace trotz Mercedes-Motor nicht auf die Strecke? Liegt es nur am Gewicht? Alex Albon will diese Ausrede nicht gelten lassen, wie er nach dem zweiten Saisonrennen klarmachte.
„Wir können uns nicht hinter der Gewichts-Ausrede verstecken. Das Auto fühlt sich vollkommen komisch an. Wir schaffen es nicht, das Problem zu lösen. Zurzeit ist das größte Problem das ‚Three-Wheeling‘ des Wagens.“
„Three-Wheeling“ ist ein Phänomen, das kein Fahrer haben möchte. Es tritt auf, wenn man in eine Kurve fährt. Dort erhebt sich ein Rad, meist das innere hinten, vom Boden. Dadurch verliert der Bolide Grip und wird oft unberechenbar. Auch für die Batterieaufladung, die seit Einführung des neuen Reglements essenziell ist, kann das zu einem großen Problem werden.
Das Auto wirkt derzeit keinesfalls ausbalanciert und alle Pläne, die im Simulator funktionierten, tragen zurzeit keine Früchte. Ob man bereits in Suzuka signifikante Verbesserungen sieht, ist derzeit mehr als fraglich.
Hätte Carlos Sainz (r.) bei einem McLaren-Verbleib mit Lando Norris (l.) letztes Jahr um die WM kämpfen können? © Bearne / XPB ImagesVerpasste Weltmeisterchance? Carlos Sainz bereut McLaren-Abgang nicht
Carlos Sainz hat zwar immerhin schon zwei WM-Punkte auf dem Konto, doch auch bei ihm sind immer wieder große Probleme sichtbar. Vor allem wenn man sich anschaut, wie seine Karriere hätte laufen können, bekommt man fast ein bisschen Mitleid mit dem Spanier.
Doch Sainz will davon nichts wissen. Seinen Wechsel 2021 von McLaren zu Ferrari bereut er nicht, auch wenn er mit McLaren im vergangenen Jahr vielleicht eine Chance auf die Fahrer-WM gehabt hätte. Das machte er im Podcast „Beyond the Grid“ klar.
„Nein. Und ich sage dir, warum nicht? Weil ich erstens 2021 bei Ferrari meine ersten Podiumsplätze in meiner Karriere erreicht habe. 2022 habe ich meine ersten Rennen gewonnen, und 2023, während ich bei Ferrari weiterhin Rennen gewann, war McLaren im Qualifying von Bahrain immer noch fast das Schlusslicht. Ich glaube, es war die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit. Und das Einzige, was ich empfinde, ist Freude für das Team. Ich freue mich ehrlich für sie. Ich bereue nichts.“
Vergangenes Jahr folgte der Wechsel von Ferrari zu Williams, weil der Spanier von Rekordweltmeister Lewis Hamilton ersetzt wurde.
Sainz will Williams wieder nach oben führen. © Batchelor / XPBWilliams trotz Problemen in der Zukunft ein Top-Team? Sainz lässt mit McLaren-Vergleich aufhorchen
Trotz der Probleme bei Williams gibt sich der 31-Jährige kämpferisch und vergleicht die derzeitige Situation mit der bei seinem ehemaligen Team.
„Ich glaube, jedes Team befindet sich auf einem ganz eigenen Weg, aber die Situation, in der ich Williams im Jahr 2025 vorgefunden habe, würde ich als sehr ähnlich zu der Situation beschreiben, in der ich McLaren in den Jahren 2019 und 2020 vorgefunden habe.“
Ob Williams allerdings wirklich ein WM-Anwärter werden kann, steht in den Sternen, das weiß auch Sainz.
„Ich weiß nicht, wie lange Williams im Vergleich zu McLaren brauchen wird, aber dennoch ist das, was McLaren geleistet hat, nämlich schließlich Weltmeister zu werden, eine extrem schwierige Aufgabe. Denn selbst wenn Williams in den nächsten Jahren wettbewerbsfähiger werden kann, ist der Schritt zum Sieg noch schwieriger.“
An Aufgeben denkt der Routinier allerdings noch lange nicht.
„Es ist ein Lebensprojekt, denn ich bin jetzt 31 Jahre alt und habe das Gefühl, dass ich die nächsten Jahre meiner Karriere mit einem ganz klaren Ziel vor Augen angehen kann: Ich möchte diesem Team helfen und wieder an die Spitze zurückkehren.“
Dem Traditions-Team wäre es zu wünschen, dass in Zukunft wieder bessere Zeiten anstehen. Nun geht es aber kurz- bis mittelfristig erst einmal darum, wieder den Anschluss zu finden und im nächsten Schritt konstant in die Punkte zu fahren.









