Der Große Preis von Suzuka gehört zu den traditionsreichsten Rennen in der Formel-1-Geschichte. Während der Kurs heute eher am Anfang des Kalenders angesiedelt ist, wurde früher die ein oder andere WM in Japan entschieden.
Wir haben für euch legendäre Rennen auf dem Suzuka International Racing Course zusammengestellt.
Ayrton Senna übernahm nach einer unglaublichen Aufholjagd die WM-Führung. © IMAGO / ZUMA Press Wire1988: Sennas legendäre Aufholjagd
Von 1988 bis 1990 entbrannte ein heißer WM-Kampf zwischen Alain Prost und Ayrton Senna. Im ersten Jahr ihrer dreijährigen Schlacht lag Prost in der WM-Wertung vor dem Brasilianer.
Senna schnappte sich die Pole und benötigte dann nur noch den Sieg, um sich vor seinen Konkurrenten zu setzen. Doch am Start dann der Schock: Senna würgte seinen Motor ab und fiel zurück.
Prost ahnte wohl schon, dass das Rennen noch nicht vorbei ist. Nachdem der Regen begonnen hatte, zeigte Senna seine ganze Klasse, pflügte durchs Feld und überholte bereits in der 28. Runde auch den Franzosen. Der Brasilianer gewann das Rennen und dann auch die WM.
Ayrton Senna (l.) und Alain Prost (r.) sorgten mit ihren unglaublichen Duellen für legendäre Momente. © IMAGO / ZUMA Press Wire1989: Crash und Disqualifikation sorgen für Wirbel
Das teaminterne McLaren-Honda-Duell wurde ein Jahr später fortgesetzt. Auch hier lag Prost in der WM in Führung. In Runde 46 kam es zum Crash zwischen beiden Piloten. Während Prost das Rennen aufgab, ließ sich Senna zurück auf die Strecke schieben und gewann danach.
Da beide Boliden nach dem Crash allerdings in der Auslaufzone der Schikane vor Start und Ziel standen, wurde Senna für das „Abkürzen der Schikane“ disqualifiziert. Prost stand als Weltmeister fest.
Ein Jahr später wechselte Senna übrigens zu Ferrari und krönte sich ebenfalls in Japan zum Weltmeister, weil Prost Senna nach dem Start abräumte. Eine bis heute unglaubliche Trilogie.
Mika Häkkinen nutzte 1998 das Schumi-Pech und wurde vorzeitig Weltmeister © IMAGO / ZUMA Press Wire1998: Häkkinen schnappt Schumacher den WM-Titel weg
Auch die WM-Duelle zwischen Mika Häkkinen und Michael Schumacher sind bis heute fest in den Köpfen vieler Formel-1-Fans verwurzelt. 1998 wurden der Kampf und die Fahrerwertung in Japan entschieden.
Vier Punkte betrug der Vorsprung von Häkkinen auf Schumacher, und für den Deutschen folgte eines der tragischsten Rennen, das er in seiner Karriere erlebt hat.
Schumacher, der auf der Pole-Position stand, musste zweimal starten, da Jarno Trullis Wagen nicht anfahren konnte. Beim zweiten Start machte allerdings sein Motor schlapp und er musste eine Aufholjagd vom Schluss des Feldes starten.
Nach einem Unfall in der 28. Runde wurde Schumachers Aufholjagd gestoppt. Nach einem Unfall fuhr der Deutsche mitten durch verstreute Teile und hatte anschließend einen schleichenden Reifenschaden. Drei Runden später schied er aufgrund eines zerrissenen rechten Hinterreifens aus. Häkkinen durfte die WM bejubeln.
Der tragische Unfall von Jules Bianchi ist bis heute in den Köpfen zahlreicher Formel-1-Fans. © IMAGO / HochZwei2014: Der tragische Unfall von Jules Bianchi
Der 5. Oktober 2014 gilt als einer der schlimmsten Tage der Formel-1-Geschichte. Auch Rennsieger Lewis Hamilton wird mit großen Bauchschmerzen an diesen Tag zurückdenken.
Das Wetter in Japan war schlecht, miserabel sogar. Mehrere Piloten hatten Probleme mit den widrigen Bedingungen. Adrian Sutil flog zum Beispiel in Runde 42 in der Dunlop-Linkskurve ab und fand sich im Kiesbett wieder.
Da der Deutsche strandete, musste natürlich ein Bergefahrzeug kommen, um das Auto aus dem Kiesbett zu holen. Sofort wurde Doppelgelb angezeigt: Die Fahrer mussten ihr Tempo stark reduzieren.
In Runde 43 kam Jules Bianchi, der sein Tempo nicht genügend reduziert hatte, ebenso von der Strecke ab und kollidierte mit dem Bergefahrzeug. Bianchi zog sich schwerste Kopfverletzungen zu und das Rennen wurde sofort abgebrochen. Bis zum 17. Juli kämpfte der Franzose bewusstlos um sein Leben, bis er am 17. Juli 2015 verstarb.
Max Verstappen durfte 2022 in Suzuka den vorzeitigen Weltmeister-Titel bejubeln. © IMAGO / Laci Perenyi2022: Verstappen wird trotz Wetterchaos Weltmeister
Am 9. Oktober 2022 reiste Max Verstappen mit einem riesigen WM-Vorsprung nach Suzuka und war fünf Rennen vor Schluss eigentlich Weltmeister. Nur der offizielle Teil fehlte noch.
Durch den starken Regen ereigneten sich zahlreiche Unfälle, ein Rennen war wenige Runden nach dem Start schon nahezu unmöglich durchzuführen. Nach mehreren Unterbrechungen und kurzen Rennphasen hinter dem Safety-Car begann das Rennen wieder.
Allerdings waren nach 28 Runden bereits die 3 Stunden, die ein Rennen maximal dauern darf, vorbei, also wurde das Rennen abgebrochen. Die FIA entschied sich, die volle Punktzahl zu vergeben. So wurde Sieger Max Verstappen auch noch vorzeitig Weltmeister.
Die kurvenreiche Strecke in Suzuka verlangt den Fahrern alles ab. © Moy / XPB ImagesFazit: Suzuka wird immer besonders bleiben
Fakt ist: Suzuka hat trotz des tragischen Unfalls von Jules Bianchi auch heute noch einen Platz in den Herzen der Formel-1-Fans.
Die Strecke wird wohl immer zu den legendärsten und beliebtesten Rennen des Kalenders gehören. Vielleicht werden wir auch in diesem Jahr wieder die besondere Magie in Japan spüren – Weltmeister kann allerdings noch niemand werden.









