Für Ferrari läuft die Saison bisher mehr als ordentlich. In jedem Rennen schaffte es ein Fahrer aufs Podium, und vor allem sonntags ist die Pace von Leclerc und Hamilton gut.
Zwar hatte der Brite in Suzuka Probleme und wurde am Ende bis auf Platz sechs durchgereicht, trotzdem sieht es bisher so aus, als wäre das eher die Ausnahme und nicht die Regel.
Ein Zustand macht allerdings vielen Fans Angst. Vor allem in China kämpften die beiden Ferrari-Piloten sehr hart gegeneinander. Und auch in Japan gab es wieder das Duell der beiden Top-Fahrer. Viele befürchten, dass es mal zu einem Crash kommen könnte. Das würde voraussichtlich auch die Dynamik innerhalb des Teams verändern.
Zumindest die Ferrari-Duelle in dieser Saison sorgten für Spannung. © IMAGO / PsnewZSurer mit McLaren-Vergleich – Ratschlag an Vasseur und Co.
Auch in Race Control, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende, wurde über das Ferrari-Duell gesprochen. Kommentatoren-Ikone Marc Surer macht sich keine Sorgen um Leclerc und Hamilton.
„Ich habe Ferrari schon einmal mit McLaren im vergangenen Jahr verglichen. Da hat es diese Duelle auch gegeben und es gab einen Zwischenfall in Montreal. Ansonsten lief alles glatt. Wenn der Frust bei Lewis Hamilton größer wird, kann es vielleicht schon mal ins Auge gehen. Ferrari tut sich einen Gefallen, wenn sie die beiden fahren lassen.“
Der ehemalige Renndirektor der Formel 1, Niels Wittich, hat sogar eine ganz andere Vermutung, warum die Ferrari-Duelle so spannend sind.
„Wenn ich einen Schritt zurück zum China-Rennen gehe, hat das für mich so einen Geschmack, als ob die beiden ohnehin wüssten, dass es nicht um den Sieg geht. Also haben sie gewissermaßen einen kleinen Testrun gemacht, um zu sehen, wo man am schlausten überholen kann, auch mit Blick auf das Batteriemanagement. Es kam mir so vor, als hätten sie in Japan das Geübte hervorragend umgesetzt. Da waren tolle Überholmanöver dabei.“
Charles Leclerc (l.) landete in Japan hinter Oscar Piastri (r.) © Charniaux / XPB ImagesTrotz McLaren-Comeback: Experten haben Ferrari noch lange nicht abgeschrieben
In Japan musste Ferrari nicht nur eine gewohnte Niederlage gegen Mercedes hinnehmen, sondern auch zusehen, wie Oscar Piastri Platz zwei einheimste. Läuft der Renstall nun Gefahr, dritte Kraft zu werden? Wittich hält nichts vom Alarmismus.
„Es läuft noch nicht alles zu 100 Prozent, aber sie sind im schlimmsten Fall vielleicht bei 90 Prozent, und damit ist man deutlich weiter, als in den vergangenen Jahren. Jetzt geht es ums Feintuning. Das ist Learning by Doing. Da müssen sie jetzt einfach ein bisschen Zeit und Forschung hineinstecken, und dann kriegen sie auch das gelöst. Und dann sieht das auch wieder ganz anders aus.“
Surer geht sogar noch einen Schritt weiter.
„Sie sind immer noch dran in der Weltmeisterschaft. Man darf Ferrari nicht abschreiben.“
Worte, die Charles Leclerc und Lewis Hamilton sicher gerne hören werden. Die Pause bis Miami wird von Ferrari genutzt, um wohl das erste große Update zu bringen. Sollte das Früchte tragen und können die kleinen Fehler der letzten Wochen behoben werden, dann ist mit Ferrari zu rechnen – und die Scuderia-Träume könnten vielleicht doch noch größer werden.










