Das Thema Max Verstappen spaltet dieser Tage die Formel 1. Der Niederländer wirkt resigniert, kritisiert das neue Reglement und sein Auto immer wieder, liefert allerdings wenig bis keine Lösungsansätze.
In der vergangenen Woche sorgte er dann auch noch mit dem Rausschmiss eines Journalisten bei einer Presserunde für Negativ-Schlagzeilen.
Niki Lauda (l.) und James Hunt (r.) waren große Rivalen, haben aber nie den Respekt voreinander verloren. © IMAGO / Capital PicturesSurer zeigt Verständnis und überrascht mit Hunt-Vergleich
Marc Surer bewertete in RACE CONTROL, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende, den Eklat und verteidigte den Niederländer vehement.
„Also das war ja nicht die offizielle Pressekonferenz, das war die Red-Bull-Pressekonferenz. Und wenn du da hineinkommst, bist du ein Gast, Gast von Red Bull, und dann hast du dich auch zu benehmen. Also, ich verstehe den Frust von Max, und jetzt lässt er ihn halt an dem Journalisten aus.“
Er verglich die Situation mit früheren Zeiten und hatte einen interessanten und humorvollen Vergleich parat.
„Es gab mal einen James Hunt, der hat einem Journalisten nach der Pressekonferenz einen Boxhieb versetzt, weil der Niki Lauda beleidigt hatte, aufgrund seines Ohrs nach seinem Feuerunfall. Das waren noch die guten alten Zeiten, oder?“
Glücklicherweise wurde Max Verstappen nicht handgreiflich, doch mit dem Journalisten Giles Richards wollte er die Pressekonferenz nicht weiterführen. Alles also halb so wild?
Könnte Max Verstappen wirklich die Formel 1 verlassen? © IMAGO / Gregoire TruchetBeendet Verstappen seine Formel-1-Karriere?
Ganz so einfach ist die Sache nicht, denn der Rausschmiss des Journalisten zeigt: Max Verstappen ist frustriert. So frustriert mit der Gesamtsituation, dass er sich möglicherweise überlegt, die Formel 1 zu verlassen.
Marc Surer kann sich gut vorstellen, dass der Niederländer bald einen Schlussstrich zieht.
„Ich empfände es als sogar stark, wenn er bis Ende des Jahres durchhält, weil man eigentlich das Handtuch schmeißen könnte, weil er mit dem Auto kein Rennen gewinnen wird. Grundsätzlich würde ich sagen, es ist ziemlich hoffnungslos, weil das Auto einfach total unterlegen ist, und zwar vom Chassis her, nicht unbedingt vom Motor, wie man hört.“
Surer erklärt, warum sich Verstappen zurzeit so schwertut und die Lust verliert.
„Also in der Vergangenheit war es eben so: Mit diesen Ground-Effekt-Autos konnte der Max immer noch fahrerisch einen Unterschied machen. Und jetzt, wo das Auto weniger Downforce hat, kann er das nicht mehr, weil das Auto anfängt zu rutschen, da kann man nicht viel machen. Das stinkt ihm sicher, dass er sein Talent nicht mehr so einsetzen kann, wie er möchte. Deswegen kann ich mir gut vorstellen, dass er aufhört.“
Fans und Experten werden wohl noch einige Zeit warten müssen, bis der Niederländer sich entscheidet. Mögliche Regeländerungen könnten dazu führen, dass Verstappen vielleicht doch wieder Lust auf die Formel 1 bekommt. Das Thema wird auch in den kommenden Wochen weiter heiß diskutiert.










