Historischer Sieg für Kimi Antonelli, ein Mercedes-Doppelschlag, Ferrari im Aufwind, während bei Red Bull Racing und McLaren F1 Team plötzlich Alarmstimmung herrschte. Gleichzeitig bestätigte die FIA eine Entscheidung, die sogar den Rennkalender der Saison verändern sollte.
FORZA ITALIA! Kimi Antonelli holte seinen ersten Sieg. | ©IMAGO / Sports Press PhotoAntonellis Durchbruch – und ein starkes Mercedes-Signal
Der prägende Moment dieses Wochenendes gehörte Kimi Antonelli.
Der Mercedes-Pilot startete nach seiner ersten Karriere-Pole von ganz vorne und verwandelte diese Ausgangslage in seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Damit schrieb er ein weiteres Kapitel Motorsportgeschichte: Er wurde nicht nur jüngster Polesitter an diesem Wochenende, sondern auch zum zweitjüngsten Rennsieger der Formel-1-Historie UND zugleich zum ersten italienischen Sieger seit 20 Jahren.
Nach der Zielflagge konnte Antonelli seine Emotionen kaum zurückhalten. Während er im Cockpit noch mit Tränen kämpfte, jubelte die Mercedes-Garage über einen perfekten Sonntag: denn hinter ihm komplettierte George Russell den Doppelsieg für das Mercedes F1 Team.
Teamchef Toto Wolff machte deutlich, welche Bedeutung dieser Moment für das Team hatte:
„Es ist ein wirklich sehr emotionaler Tag für uns. Wir kennen Kimi seitdem er 11 Jahre alt ist und konnten zuschauen, wie er als Formel 1 Fahrer heranwuchs.“
Auch die italienische Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport berichtete, dass Toto Wolff der Mann ist, der schon immer an ihn glaubte und ein würdiger Kandidat ist, um Lewis´ Platz einzunehmen. Der Sieg war deshalb mehr als nur ein Triumph, er wirkte wie ein deutliches Signal, dass Mercedes klar die stärkste Kraft und klarer Titelkandidat für die Saison 2026 ist.
Nach einer langen Durststrecke war Hamilton endlich wieder auf dem Podium zu sehen. | © Patching / XPB ImagesFerrari überzeugt – Hamiltons erstes Podium in Rot
Hinter Mercedes präsentierte sich Scuderia Ferrari über das gesamte Wochenende hinweg konstant stark.
Besonders das interne Duell zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc entwickelte sich zu einem der spektakulärsten Elemente des Rennens. Über mehrere Runden hinweg lieferten sich beide Fahrer intensive Rad-an-Rad-Kämpfe, ehe Hamilton schließlich den dritten Platz sichern konnte, sein erstes Podium im Ferrari. Auch The Sun berichtete über ein erfolgreiches Wochenende für Italien, nachdem der italienische Fahrer seine erste Pole holte und auch Ferrari mit Lewis Hamilton wieder einen Platz unter den Top 3 einnehmen konnte.
Leclerc folgte unmittelbar dahinter und bestätigte damit, dass Ferrari aktuell über ein Paket verfügt, das regelmäßig um Podestplätze kämpfen kann.
Top-Team – Flop-Fight: Die bisherige Saison läuft für Red Bull alles andere als zufriedenstellend. | © Moy / XPB ImagesRed Bull sucht weiterhin nach Antworten
Deutlich komplizierter stellte sich die Situation bei Red Bull Racing dar.
Der vierfache Weltmeister Max Verstappen musste sein Rennen vorzeitig beenden. Ein weiterer Rückschlag in einem bislang schwierigen Saisonstart.
Auch intern war der Ton analysierend. Technischer Direktor Pierre Waché erklärte, dass das Team weiterhin daran arbeite, das volle Potenzial des Autos zu verstehen. Zwar habe man Fortschritte bei Energiemanagement und Chassis-Setup erzielt, doch man sei „noch nicht ganz dort angekommen“, wo man sein wolle.
Die Aussagen verdeutlichten: Red Bull arbeitet intensiv an Lösungen – doch der Weg zurück zur regelmäßigen Plätzen auf dem Podium ist noch nicht abgeschlossen.
Auch bei McLaren brennen die Sicherungen durch. Elektronische Probleme sorgen für Totalausfall. | © Moy / XPB ImagesTraum bei Mercedes – Albtraum bei McLaren
Während einige Teams zumindest Punkte sammeln konnten, erlebte McLaren F1 Team ein Wochenende zum Vergessen.
Noch vor dem Start kam es zum doppelten Schock: Sowohl Lando Norris als auch Oscar Piastri konnten aufgrund separater elektrischer Probleme ihre Autos nicht rechtzeitig an den Start bringen.
Damit verlor das Team bereits vor dem Erlöschen der Startampel – ein bitterer Rückschlag für einen Rennstall, der vor dem Wochenende noch als einer der Favoriten galt.
Kaum ein Team blieb von Zwischenfällen verschont, teils kleinere, teils größere. | ©IMAGO / Sports Press PhotoChaos, Ausfälle und ein Rennen der Überlebenden
Das Rennen selbst entwickelte sich zu einem Grand Prix voller Zwischenfälle.
Ein frühes Safety Car wurde ausgelöst, nachdem Lance Stroll seinen Aston Martin aufgrund von Batterieproblemen abstellen musste. Teamkollege Fernando Alonso fiel nach 32 Runden ebenfalls beim Rennen aus, nachdem starke Vibrationen sein Auto unfahrbar machten. Alexander Albon und Gabriel Bortoleto mussten sogar gleich ganz auf die Teilnahme verzichten.
So sorgten mehrere Ausfälle und technische Probleme also dafür, dass am Ende nur ein deutlich reduziertes Feld das Rennen beendete.
Im engen Mittelfeld nutzten dagegen andere Teams diese Gelegenheit. Oliver Bearman glänzte mit einem beeindruckenden fünften Platz für Haas F1 Team, während Fahrer wie Pierre Gasly, Liam Lawson, Carlos Sainz und Franco Colapinto wichtige Punkte im dicht gedrängten Mittelfeld sammelten.
Aber auch schon zuvor beim Sprint-Qualifying lief es technisch alles andere als rund. Nach dem SQ2 offenbarte Hülkenberg:
„Das Radio war weg. Also die Kommunikation zu meinem Ingenieur und zum Team. Es war dann ein Blindflug von da an, ich hab die Dinge selber gemanagt.“
Nach dieser Aussage kann man zwar nur den Hut vor seiner Leistung zu Platz 11 und einen um nur nur 0,015 Sekunden verpassten Einzug ins SQ3 ziehen, gleichzeitig aber auch einen weiteren Haken in die diesjährige Checkliste „Was an Technik alles nicht funktioniert“ machen.
Eine Entscheidung mit Folgen
Neben den Ereignissen auf der Strecke sorgte noch eine weitere Nachricht für Aufmerksamkeit.
Wie wir am späten Samstagabend bereits berichteten, bestätigte die Fédération Internationale de l’Automobile nun offiziell, dass zwei Rennen aus dem Kalender gestrichen wurden: der Bahrain Grand Prix und der Saudi Arabian Grand Prix im April.
Damit verkürzte sich der ursprünglich geplante Rennkalender von 24 auf 22 Rennen. Eine Entscheidung, die nicht nur organisatorische Auswirkungen hatte, sondern auch strategische Konsequenzen für den weiteren Saisonverlauf haben könnte.
Das große Fazit von Shanghai
Als die Motoren in Shanghai schließlich verstummten, blieb ein Wochenende zurück, das mehr erzählt hatte als nur die Geschichte eines Rennens.
Mercedes hatte gezeigt, dass der Weg zurück an die Spitze möglich war. Ferrari bestätigte seine Rolle als ernstzunehmender Herausforderer. Red Bull arbeitete noch an der perfekten Balance seines Autos. Und McLaren lernte auf die harte Weise, wie gnadenlos technische Probleme einen perfekten Plan zerstören können.
Doch vielleicht passte am Ende ein ganz anderes Bild am besten zu diesem Wochenende.
Die neuen Formel-1-Autos sind in dieser Saison rund 30 Kilogramm leichter geworden. Der Rennkalender hat plötzlich zwei Rennen verloren. Und beim Grand Prix selbst konnten nur 18 statt 22 Autos starten.
Shanghai war also nicht nur ein Wochenende voller Emotionen, es war auch eines, in dem die Formel 1 plötzlich erstaunlich viel Gewicht verloren hat.
Oder anders gesagt: Die Königsklasse scheint 2026 auf Diät zu sein: leichter, kürzer, dünner im Feld, aber dafür spannender denn je.








