Der Crash von Oli Bearman in Suzuka hat eine feurige Debatte ausgelöst. Ist das neue Reglement ein Sicherheitsrisiko für die Fahrer? Müssen wir uns in Zukunft mit solchen Bildern anfreunden?
Viele Fahrer kritisierten schon vorher die Situationen, die durch das Batterie-Management auftreten können, doch nach dem Rennen von Suzuka wurde der ein oder andere noch einmal deutlich.
Carlos Sainz fordert Regeländerungen und setzt die FIA unter Druck. © Rew / XPB ImagesCarlos Sainz hofft auf Änderungen in Miami – werden Stadtkurse für FIA zum Problem?
Da der Williams von Carlos Sainz sportlich zurzeit für keine großen Schlagzeilen sorgen kann, sprach der Spanier primär über den Crash von Bearman und nahm die FIA am Mikro von Sky relativ deutlich in die Pflicht.
„Ich bin zuversichtlich, dass wir für Miami eine etwas bessere Lösung finden werden, zumal wir sie angesichts des heutigen Unfalls mit Ollie bereits davor gewarnt haben, dass so etwas bei solchen Annäherungsgeschwindigkeiten passieren kann.“
Sainz zeigte sich unzufrieden mit den bisherigen Lösungen.
„Solche Unfälle waren vorprogrammiert, und ich bin mit dem bisherigen Verlauf nicht besonders zufrieden. Hoffentlich finden wir eine bessere Lösung, die diese enormen Annäherungsgeschwindigkeiten verhindert, und eine sicherere Art des Rennens.“
Vor allem auf Stadtkursen wie Miami oder Baku könnte es durch die großen Geschwindigkeitsunterschiede zu schlimmen Unfällen kommen. Eine Bearman-Situation auf einem Stadtkurs hätte wohl deutlich schlimmere Konsequenzen als eine Prellung nach sich gezogen.
Damien Hill kann die Kritik von Carlos Sainz nachvollziehen. © Charniaux / XPB ImagesEx-Weltmeister Damon Hill unterstützt Kritik
Auf Social Media meldete sich nun Ex-Weltmeister Damon Hill zu Wort und unterstützte die Worte von Carlos Sainz.
„Ich finde, er hat allen Grund zur Sorge. Wenn Autos auf den schnellsten Abschnitten einer Rennstrecke unerwartet langsamer werden, kommt das einem ‚Braketesting‘ gleich. Die Lichter kommen etwas zu spät, um die Fahrer rechtzeitig zu warnen.“
Bislang waren Gespräche über eine Regeländerung eigentlich nur für das Qualifying angedacht. Sainz kann damit nichts anfangen.
„Ich war überrascht, als uns gesagt wurde, man kümmere sich ums Quali und nicht um die Rennen, weil diese spannend seien. Denn als Fahrer haben wir immer wieder deutlich gemacht, dass das Problem auch im Rennen besteht.“
Zumindest lenkte die FIA nach dem besorgniserregenden Crash ein und will nun in der Formel-1-Pause auch über mögliche Änderungen bezüglich der Rennen sprechen. Der Ausgang dieser Gespräche ist allerdings noch vollkommen offen.
Die Zwangspause durch die Absagen der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien kommt zu einem glücklichen Zeitpunkt. Der Weltverband steht bereits nach drei Rennen unter Druck und muss Antworten finden und liefern. Die Zeit rennt.










