Der Große Preis von Melbourne hat schon die ein oder andere Antwort gegeben, trotzdem gibt es noch zahlreiche Fragezeichen.
Auch deshalb schauten viele gespannt auf den Media Day vor dem China Grand Prix. Heute standen unter anderem Max Verstappen und Fernando Alonso Rede und Antwort.
Max Verstappen hält weiterhin nicht viel von den neuen Boliden. © IMAGO / MAXPPPVerstappen mit Galgenhumor – Ex-Teamkollege schlägt in die gleiche Kerbe
Natürlich wurde Max Verstappen, einer der großen Kritiker des neuen Reglements, wieder auf nie neuen Autos angesprochen. Seine Reaktion war kurz aber deutlich.
„Ich habe meinen Simulator gegen eine Nintendo Switch eingetauscht. Ich übe gerade ein bisschen Mario Kart und finde die Pilze recht gut. Der blaue Panzer ist etwas schwieriger, aber ich arbeite daran.“
Auch sein Ex-Teamkollege Sergio Pérez verglich die „neue“ Formel 1 mit dem beliebten Rennspiel – allerdings auf etwas ernstere Weise.
„Ich fand es ehrlich gesagt sehr unecht. Ja, nur auf Knopfdruck. Man überholt und wird dann selbst überholt. Ganz im Stil von Mario Kart.“
Fernando Alonso prophezeit das nächste schwierige Wochenende. © Bearne / XPB ImagesAlonso stapelt tief – Probleme bei Aston Martin gehen weiter
Ein Fahrer, der froh wäre, wenn er das „Mario-Kart-Feeling“ mal eine gesamte Renndistanz spüren dürfte, ist Fernando Alonso.
Doch auch ins China-Wochenende geht der Spanier mit keinem guten Gefühl.
„Leider hat sich die Situation seit Melbourne innerhalb von vier oder fünf Tagen nicht geändert, sodass es ein schwieriges Wochenende werden wird. Wir werden die Runden in ein oder zwei Sessions begrenzen, da wir nur wenige Teile zur Verfügung haben. Wir brauchen Runden, um das Fenster auf der Chassis-Seite zu finden. Ich wäre froh, wenn wir China mit einem mehr oder weniger normalen Training und einem mehr oder weniger normalen Qualifying verlassen könnten.“
Klingt nicht so, als könne man eine ganze Renndistanz durchhalten. Die Worte von Alonso überraschen allerdings niemanden, denn die Probleme bei Aston Martin sind zu groß, um sie kurzfristig zu lösen.
Kann Audi in China das nächste Ausrufezeichen setzen? © Moy / XPB ImagesShootingstar Lindblad freut sich auf Sprint – Audi mit breiter Brust in China
Arvid Lindblad hat bereits bei seinem Formel-1-Debüt gezeigt, was in ihm steckt. Mit P8 holte er nicht nur Punkte, er war sogar deutlich stärker als sein Teamkollege Liam Lawson. Der Rookie kann es kaum abwarten, im Auto zu sitzen.
„Ich bin sehr aufgeregt. Ich habe mich mental komplett neu eingestellt. Melbourne ist vorbei, es lief gut, aber dieses Wochenende wird es ganz anders. Es wird mein erstes Sprint-Wochenende überhaupt sein. Es wird intensiv werden, aber ich denke, es wird viel Spaß machen, und wir werden sehen, wie es läuft.“
Während Lindblad aufgeregt ins China-Wochenende geht, scheinen Audi und Bortoleto die Ruhe selbst zu sein.
„Ich fühle mich viel entspannter. Ich genieße es jetzt viel mehr als letztes Jahr um diese Zeit und hoffe, dass wir so weitermachen können.“
Auch Nico Hülkenberg, der in Melbourne bereits vor dem Rennen ausschied, freut sich über die gute Performance von Audi, sieht aber vor allem bei sich selbst noch Steigerungspotenzial.
„Natürlich weint einer, einer lacht – so ist es nun mal. Niemand im Team wollte oder hat verdient, was passiert ist. Aber es ist gut, dass Gabi ein sauberes Rennen gefahren ist und mit einem guten Ergebnis gestartet ist. Ich habe es von der Boxenmauer aus genau verfolgt, aber was das Management angeht, hinke ich den anderen hinterher. Aber ich freue mich darauf, es ist eine coole Strecke.“
Alex Albon hadert mit seinem Williams. © xpbimages.comGasly spricht von „Feinabstimmungen“ – Albon glaubt an großen Abstand
Bei zwei Mercedes-Kundenteams gibt es noch viel Steigerungspotenzial. Bei Alpine sah es nach dem Qualifying düster aus, doch der überraschende Punkt von Pierre Gasly, der P10 erreichte, gibt Grund zur Hoffnung. Trotzdem hadert der Franzose.
„Alle entwickeln ihre Autos weiter, in Melbourne haben wir einige Verbesserungen gesehen, hier ist es genauso. Insgesamt haben wir es einfach nicht geschafft, das Beste aus unserem Training herauszuholen. Wir haben uns auf die Energie und den Motor konzentriert und dabei wahrscheinlich einige Faktoren wie die Reifen usw. übersehen. Wir müssen nur noch ein paar Feinabstimmungen vornehmen.“
Bei Williams wird es wohl mehr brauchen, als Feinabstimmungen, denn weder Alex Albon, noch Carlos Sainz, hatten eine Chance auf Punkte. Albon glaubt nicht, dass sich das in China ändern wird – ganz im Gegenteil.
„Das ist nicht das, was wir uns wünschen. Selbst der Abstand zur Spitze des Mittelfelds ist groß. Ehrlich gesagt glauben wir hier an einen noch größeren Rückstand, denn diese Strecke liegt uns nicht – wir haben immer noch ähnliche Charakteristiken wie im letzten Jahr.“
Auch in dieser Woche konnte man durch den Media Day zumindest erahnen, wie die Teams am Wochenende performen. Am Ende liegt die Wahrheit allerdings auf der Strecke.








