Antonelli schreibt Geschichte: Zwischen Tränen, Teamduellen und Chaos auf der Strecke erlebt die Formel 1 beim China-Grand-Prix eines der emotionalsten Rennen der letzten Jahre.
Antonelli schreibt Geschichte – Tränen nach dem ersten Sieg
Der Große Preis von China 2026 wird als jener Tag in Erinnerung bleiben, an dem ein neues Kapitel der Formel-1-Geschichte begann.
Kimi Antonelli gewann auf dem Shanghai International Circuit seinen ersten Grand Prix – und das nur einen Tag nach seiner historischen Pole-Position als jüngster Polesetter der Formel-1-Geschichte.
Nach dem Zieleinlauf überwältigten den jungen Italiener die Emotionen. In einem von der Formel-1 veröffentlichten Video ist zu sehen, wie Antonelli unter seinem Helm Tränen der Erleichterung und Freude vergießt.
Der Mercedes-Fahrer kontrollierte das Rennen über weite Strecken und hielt auch dem Druck der Ferrari-Piloten stand.
Wolff über Antonelli: „Unglaubliche Entwicklung“
Bei Mercedes herrschte nach dem Rennen entsprechend große Emotion.
Teamchef Toto Wolff erinnerte daran, wie lange der Weg des jungen Talents bereits begleitet wurde:
„Wir haben ihn seit unserem Junior-Team, seit er elf ist. Er hat eine unglaubliche Entwicklung mit Höhen und Tiefen erlebt. Man muss ihm diese Fehler verzeihen, aber ich hätte ihm gestern schon wieder eine geben können nach dem Start.“
Der Kommentar spielte augenzwinkernd auf den schwierigen Rennstart des jungen Siegers im Sprint an und unterstrich gleichzeitig den Stolz des Teams.
Ferrari kochte während des Rennens sein eigenes Süppchen: Die beiden Piloten lieferten sich über mehrere Runden einen internen Kampf. |© Patching / XPB ImagesFerrari-Duell sorgt für eines der Highlights des Rennens
Hinter Antonelli entwickelte sich ein intensiver Kampf zwischen den beiden Ferrari-Piloten.
Lewis Hamilton und Charles Leclerc lieferten sich über mehrere Runden ein hartes, aber sauberes Duell um die Podiumsplätze.
Hamilton zeigte sich nach dem Rennen begeistert und freut sich für sein ehemaliges Team:
„Erst einmal Glückwunsch an Kimi. Ich freue mich so sehr für ihn, er hat meinen Platz da übernommen und es ist toll zu sehen, wie es bei Mercedes läuft.“
Der siebenmalige Weltmeister fügte zu seinem internen Fight mit seinem Teamkollegen hinzu:
„Es war eines der tollsten Rennen, das ich jemals gefahren bin. Das Duell mit Leclerc war sehr fair – einfach fantastisch.“
Lewis Hamilton komplettierte schließlich das Podium hinter Kimi Antonelli und George Russell.
Auch Bernd Mayländer kam nach einem Vorfall mit Stroll wieder zum Einsatz. | © Patching / XPB ImagesChaos im Rennen: Safety Car und Kollisionen
Das Rennen verlief jedoch nicht ohne Zwischenfälle. Ein Safety-Car-Einsatz wurde ausgelöst, nachdem Lance Stroll Batterieprobleme hatte. Dadurch wurde das Feld wieder zusammengeschoben.
Danach gab es noch eine Kollision zwischen Franco Colapinto und Esteban Ocon gegeben, die ebenfalls für Aufregung sorgte.
Insgesamt nahmen nur 18 Fahrzeuge am Rennen teil. Alexander Albon startete gar nicht, obwohl sein Williams Racing über Nacht größere Setup-Änderungen am Auto vorgenommen hatte. Drei weitere Ausfälle kamen kurzfristig hinzu: Beide Fahrer von McLaren F1 Team konnten wegen elektronischer Probleme ihre Startplätze nicht einnehmen. Zudem musste auch Gabriel Bortoleto seinen Startplatz aufgeben, da sein Audi kurz vor dem Rennbeginn ebenfalls in die Boxengasse zurückgeschoben wurde.
Bitterer Sonntag für McLaren und Red Bull
Während Mercedes und Ferrari im Rampenlicht standen, erlebten andere Topteams einen schwierigen Nachmittag.
Für McLaren F1 Team endete das Rennen besonders bitter: Beide Fahrzeuge konnten, wie bereits erwähnt, aufgrund von elektronischen Problemen nicht am Start teilnehmen, was das Team bereits vor dem Erlöschen der Startlichter aus dem Kampf um Punkte warf.
Bei Lando Norris verzögerte eine Fehlersuche an der Elektronik die Vorbereitungen so stark, dass er die Boxengasse nicht rechtzeitig verlassen konnte, während bei Oscar Piastri ein separates Elektronikproblem am Motor einen Start verhinderte.
Die Euphorie der letzten Saison ist dieses Jahr bei Verstappen bisher nicht anzutreffen. | © IMAGO / ANPAuch bei Red Bull Racing setzte sich die Krise des Wochenendes fort. Weltmeister Max Verstappen musste sein Rennen frühzeitig beenden. „Ja, ein Problem mit der Kühlung, musste das Auto dann abstellen“, erklärte der Niederländer später mit (gewohnt) nüchterner Stimme.
Doch damit nicht genug. Verstappen ließ anschließend tief in die Stimmung im Team blicken:
„Dieses Wochenende war besonders schlimm. Wäre schon mal schön, wenn wir einen normalen Start hinlegen könnten.“
Tatsächlich kämpfen derzeit mehrere Teams im Feld mit massiven Startproblemen. Immer wieder kommt es zu technischen Schwierigkeiten oder Software-Unregelmäßigkeiten bei der Startprozedur – ein Thema, das im Fahrerlager zunehmend diskutiert wird und auch in Shanghai wieder für Unruhe sorgte.
Vorfreude und Vorbereitung auf das nächste Rennen in Japan. | ©IMAGO / DeFodi ImagesBlick auf das Rennen in Japan
Während die Tribünen von Shanghai noch den Namen eines neuen Siegers feiern und Antonelli seine Tränen kaum zurückhalten kann, richtet sich der Blick im Fahrerlager bereits nach vorn – denn wenn diese Saison eines gezeigt hat, dann dies: Die Formel 1 steht möglicherweise erst am Anfang einer neuen, unberechenbaren Ära.








