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„Black Jack“ Jack Brabham: Vorbild für Max Verstappen?

„Black Jack“ Jack Brabham sorgte für legendäre Formel-1-Momente. Sein Umgang mit Journalisten könnte ihn zu einem Vorbild für Max Verstappen machen.

Jack Brabham in einem Formel-1-Auto.
© IMAGO / TopFoto

Die australische Rennfahrer-Ikone Jack Brabham wäre heute 100 Jahre alt geworden. „Black Jack“, wie ihn die Presse und seine Kollegen aufgrund seiner schwarzen Haare nannten, war ein Vollblut-Rennfahrer.

Doch, was machte den Australier so besonders und so erfolgreich? Und warum hat Brabham einen großen Platz in den Formel-1-Geschichtsbüchern? Wir verraten es euch.

Früher wurde die Ziel-Fahne noch mitten auf der Strecke geschwenkt. © IMAGO / TopFoto

Vom Mechaniker zum Weltmeister in der Formel 1

Jack Brabham hatte schon immer ein Faible fürs Schrauben. Von 1944 bis 1946 war er als Mechaniker bei der Royal Australian Air Force angestellt, ab 1947 konstruierte er eigene Sportwagen.

1955 startete er zum ersten Mal in der Formel 1, doch seine ersten Jahre in der Königsklasse des Motorsports waren schwer. Im ersten Jahr war er für Cooper unterwegs, im zweiten Jahr für Maserati, bevor er wieder zu Cooper zurückkehrte.

Nachdem er 1958 seine ersten WM-Punkte einheimsen konnte, wurde er 1959 und 1960 schließlich Doppel-Weltmeister und zeigte seine ganze Klasse. Seine Gegner in diesen Jahren waren Formel-1-Größen wie Tony Brooks oder Stirling Moss.

Gegen Brooks feierte er einen der kuriosesten WM-Siege aller Zeiten. 1959 sah Brabham nach einem Ausfall von Stirling Moss bereits wie der sichere Sieger aus. Doch 400 Meter vor dem Ziel ging dem Australier der Sprit aus. Brabham entschied sich, seinen Wagen ins Ziel zu schieben.

Da er Platz vier erreichte, gewann er die Weltmeisterschaft mit vier Punkten Vorsprung und wurde Weltmeister, brach nach dem Zieleinlauf allerdings zusammen. Im nächsten Jahr schnappte er sich erholt den nächsten Titel.

Jack Brabham überraschte in Zandvoort alle mit seinem Look. © IMAGO / piemags

Legendäres Zandvoort-Rennen macht Brabham unsterblich

Nach seinen Weltmeisterschaften folgten problematische Jahre, da plötzlich der Hubraum in der Formel 1 eingeschränkt wurde. Von 1961 bis 1965 konnte Brabham kein einziges Rennen gewinnen.

Ein wichtiger Punkt darf allerdings nicht unerwähnt bleiben: Ab 1962 ging Brabham mit seinem eigenen Team auf die Strecke. Und das brachte ihm 1966 einen großen Vorteil ein. Denn plötzlich wurde der Hubraum von 1,5 Litern auf drei Liter verdoppelt.

Während andere Teams Probleme bekamen, ließ sich der Australier einen einfachen, zuverlässigen V-8-Motor einbauen. Doch die Journalisten hatten „Blackjack“ eigentlich abgeschrieben. Da er mittlerweile schon 40 Jahre alt war und sein letzter Sieg weit in der Vergangenheit lag, zweifelten sie an Brabham. Der sonst so lockere Pilot wirkte mehr und mehr gereizt und in Zandvoort gab es die Retourkutsche.

Denn dort tauchte der 40-Jährige plötzlich mit einem falschen Bart und einem Krückstock auf. Fröhlich hinkte er in die Startaufstellung und fuhr danach seine Konkurrenten in Grund und Boden. Er überrundete jeden einzelnen Fahrer und war plötzlich wieder der Alte. Vielleicht könnte sich auch Max Verstappen daran ein Vorbild nehmen. Brabham hat gezeigt, wie man Journalisten zum Schweigen bringt.

Durch den zuverlässigen Motor und seine fahrerischen Qualitäten wurde er 1966 Weltmeister – als erster und einziger in einem selbst konstruierten Wagen.

Nelson Piquet (l.) und Bernie Ecclestone (r.) wurden zum Erfolgs-Duo des Brabham-Teams. © IMAGO / Horstmüller

Brabham-Team verschwindet nach weiteren Erfolgen aus der Formel 1 

Auch im kommenden Jahr gewinnt ein Brabham-Auto, dieses Mal musste der Australier seinem Landsmann Denis Hulme den Vortritt lassen. Bis 1970 war „Black Jack“ noch in der Formel 1 unterwegs. Danach zog er sich nach 126 Rennen und 14 Siegen zurück.

Das Brabham-Team war noch bis 1992 in der Formel 1 unterwegs. Mit einem gewissen Bernie Ecclestone als Teamchef konnte Nelson Piquet 1981 und 1983 die Fahrer-WM gewinnen. Danach folgte kein weiterer WM-Titel.

1987 gab Ecclestone Brabham an Alfa Romeo ab. Danach versuchten erst Schweizer Investoren und anschließend japanische Eigentümer, das Team wieder auf einen grünen Zweig zu bringen, scheiterten aber grandios. So endete die Zeit von Brabham in der Königsklasse.

„Black Jack“ selbst fuhr 1998 noch einmal auf der Nordschleife bei einem 6-Stunden-Rennen mit – mit stolzen 72 Jahren. Danach zog er sich zurück und lebte ein ruhiges Leben in Australien. Im Mai 2014 starb er. Obwohl er seinen hundertsten Geburtstag nicht mehr selbst miterleben kann, ist er fest verankert in den Geschichtsbüchern der Formel 1.

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David Heermann
David Heermann verbindet sportliche Leidenschaft mit journalistischem Anspruch. Bereits während seines Medienwissenschaftsstudiums stand für ihn fest, dass er seinen beruflichen Weg im Sportjournalismus gehen möchte. Die Formel 1 begleitet ihn seit seiner Kindheit – heute interessiert ihn jedoch weit mehr als das reine Renngeschehen. Strategische Entwicklungen, teaminterne Dynamiken und die Geschichten abseits der Strecke prägen seinen Blick auf die Königsklasse. Seit 2026 ist er Teil von CHAMP1. Für CHAMP1.NEWS verfasst er regelmäßig News-Artikel, Hintergrundberichte und Analysen. Darüber hinaus präsentiert er Formate auf den Social-Media-Kanälen der Plattform und ordnet in den Sendungen Qualifyings, Sprints und Rennen ein – mit Fokus auf die entscheidenden Szenen, strategischen Wendepunkte und sportlichen Entwicklungen. Sein Anspruch: komplexe Themen klar einordnen, Hintergründe verständlich aufbereiten und die wichtigsten Ereignisse aus der Welt der Formel 1 präzise und professionell vermitteln.
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