Montoya warnt: Ohne Rückhalt könnte Hamilton frühzeitig gehen
„Fuck off und auf Wiedersehen“
Neue Spekulationen um Lewis Hamilton und Ferrari sorgen in der Formel 1 erneut für Unruhe. Der frühere Grand-Prix-Sieger Juan Pablo Montoya hält es für durchaus möglich, dass die Zusammenarbeit zwischen dem siebenmaligen Weltmeister und der Scuderia unter bestimmten Umständen schneller endet als geplant. „Wenn Ferrari seine Arbeitsweise für Lewis Hamilton nicht ändert und kein gutes Team um ihn herum aufbaut, könnte ich mir vorstellen, dass er geht“, sagte Montoya im Gespräch mit Vision4Sport. Entscheidend sei für Hamilton vor allem das Gefühl, intern wirklich getragen zu werden. „Wenn man das Gefühl hat, dass die Menschen um einen herum arbeiten, bereit sind, Dinge zu erledigen, und Opfer bringen, dann engagiert man sich dafür. Aber wenn man das Gefühl hat, gegen den Strom zu schwimmen, dann sagt man allen: ,Fuck off und auf Wiedersehen‘“, so der Kolumbianer weiter.
© IMAGO / ZUMA Press WireSchwieriger Start nach Mercedes-Abschied
Hamilton war Anfang 2025 nach zwölf Jahren bei Mercedes zu Ferrari gewechselt – ein Transfer, der weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatte. Sportlich verlief seine erste Saison in Rot jedoch enttäuschend. Erstmals in seiner gesamten Formel-1-Karriere blieb Hamilton eine komplette Saison ohne Podestplatz in einem Grand Prix. Einziger Lichtblick: der Sieg im Sprint von China.
Am Ende schloss der Brite die Weltmeisterschaft lediglich auf Rang sechs ab. Gerüchte über einen vorzeitigen Abschied oder sogar ein mögliches Karriereende machten die Runde, bestätigten sich bislang jedoch nicht.
Hoffnung auf 2026 – Hamilton lobt Ferrari-Strukturen
Für 2026 soll nun der Neustart gelingen. Hamilton selbst gab sich zuletzt demonstrativ optimistisch. „Hier bei Ferrari aufzuwachen, ist etwas ganz Besonderes“, sagte er nach dem Shakedown der Scuderia im Januar gegenüber F1.com. „Ich weiß, wie hart alle arbeiten, und ich sehe jede Woche, wie alle an ihren Schreibtischen sitzen.“
Doch klar ist auch: Bleibt der sportliche Aufschwung aus, könnten die Zweifel lauter werden – und die Geduld auf beiden Seiten schrumpfen.
© TGR Haas F1 TeamBearman als möglicher Nachfolger schon in Stellung
Für den Fall eines vorzeitigen Endes der Liaison wäre Ferrari offenbar vorbereitet. Mit Haas-Pilot Oliver Bearman steht ein potenzieller Nachfolger bereit. Der Brite stammt aus der Nachwuchsakademie der Scuderia und konnte in seiner Rookie-Saison mit starken Leistungen überzeugen.
Bearman selbst traut sich den großen Schritt bereits zu. „Ich bin in der F1, da muss man sich selbst glauben“, sagte er zuletzt in einer Medienrunde. Ein Satz, der bei Ferrari genau registriert werden dürfte.
Ob Hamiltons Ferrari-Kapitel zur Erfolgsgeschichte oder zur kurzen Episode wird, entscheidet sich wohl schon in den kommenden Monaten – und vor allem daran, ob Maranello dem Superstar das Umfeld liefert, das er einfordert.





