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Saisonstart in Melbourne: Kleiner Seitenhieb von Bottas gegen Aston Martin bei erster Pressekonferenz

Taktik oder technisches Desaster? Während Valtteri Bottas Aston Martins des „Sandbaggings“ beschuldigt, verdichten sich die Hinweise auf massive Probleme beim Team von Adrian Newey. Alles zur Pressekonferenz in Melbourne.

©IMAGO / PsnewZ

Die Formel-1-Saison 2026 ist offiziell eröffnet: Beim Saisonstart in Melbourne stellten sich am Donnerstag erstmals wieder sechs Fahrer den Fragen der Presse. George Russell (Mercedes), Nico Hülkenberg (Audi) und Valtteri Bottas (Cadillac) machten den Anfang. Ihnen folgten in der zweiten Runde dann Lewis Hamilton (Ferrari), Oscar Piastri (McLaren) und Rookie Arvid Lindblad (Racing Bulls).

Die erste Pressekonferenz der Saison. | ©Bearne / XPB Images

Neben zahlreichen Einschätzungen der Fahrer zum Saisonstart machte Bottas einen Kommentar, dem viele sicherlich nicht ganz zustimmen dürften.

Bottas vermutet „Sandbagging“ bei Aston Martin

Der Finne, der für das neue Cadillac-Team fährt, wurde gefragt, wen er aktuell als Favoriten auf den Titel sieht. Seine Antwort fiel allerdings überraschend aus:

„Wenn ich jetzt tippen müsste, sage ich Lance Stroll, Fernando Alonso und George Russell.“

Er ist der Überzeugung, dass Aston Martin „Sandbagging“ betreiben könnte – also dass Teams in Tests oder zu Saisonbeginn absichtlich langsamer wirken, als sie tatsächlich sind.

Liegt Bottas mit seiner Hypothese richtig? | ©Bearne / XPB Images

Dass Aston Martin tatsächlich nur „Sandbagging“ betreibt und eigentlich ein Top-Auto hat, ist allerdings schwer zu glauben. Denn Aston Martin-Teamchef Adrian Newey äußerte sich außerhalb der Pressekonferenz zu den aktuellen Problemen im Team.

Besonders starke Vibrationen im Auto sorgen für massive Probleme – so können Spiegel oder Rücklichter laut Newey sogar vom Fahrzeug abfallen. Auch für die Fahrer seien die Vibrationen ein Störfaktor. So könne Alonso laut Newey nur etwa 25 Runden absolvieren, Lance Stroll, der schon seit 2023 Probleme mit den Handgelenken hat, sogar nur rund 15 Runden. Das spricht eher gegen die These, dass Aston Martin lediglich „Sandbagging“ betreibt.

Russell: „Viel bessere Vorbereitung als in den letzten Jahren“

Für viele gilt George Russell als einer der Favoriten auf die Weltmeisterschaft. Und auch er blickt optimistisch auf den Saisonstart. „Wir hatten eine viel bessere Pre-Season als in den letzten vier Jahren“, äußerte sich der Brite.

Trotzdem warnt Russell davor, aus den Testfahrten bereits klare Schlüsse zu ziehen. Aus seiner Sicht gibt es weiterhin „eine enorme Menge an Unbekannten“.

Der mögliche Titelkampf spiele für ihn aktuell noch keine große Rolle. Sobald man im Auto sitze, gehe es nur darum, das Maximum herauszuholen.

George Russell gehört zu den Favoriten für den Fahrertitel. | ©IMAGO / HochZwei/Syndication

Hülkenberg: Audi-Projekt noch am Anfang

Nico Hülkenberg startet mit Audi diese Saison ebenfalls in ein neues Projekt. Richtig festlegen über den Stand des Teams möchte er sich aber noch nicht. Der Deutsche erwartet, dass erst das anstehende Rennwochenende ein klares Bild liefert.

Zudem befinde sich das Team noch im Aufbau, besonders beim eigenen Motorprojekt: „Da ist noch viel Luft für Verbesserungen in vielen Bereichen“.

Hülkenberg ist noch etwas verhalten mit Blick auf die kommende Saison. | ©Bearne / XPB Images

Oscar Piastri träumt vom Heimsieg

Für Oscar Piastri bedeutet der Saisonauftakt in Melbourne gleich auch sein Heimrennen. Ein Sieg wäre für ihn etwas Besonderes, vor allem nach dem verpatzten Rennen im letzten Jahr, bei dem er auf P9 ins Ziel kam.

Für den McLaren-Piloten ist der Saisonstart aber auch mit vielen Unbekannten verbunden und sieht sich selbst nicht als Favoriten auf den Sieg.

Er ist der große Star hier in Melbourne: Der Australier Oscar Piastri. | ©IMAGO / ZUMA Press

Lindblad kurz vor seinem F1-Debüt

Rookie Arvid Lindblad wird an diesem Wochenende sein erstes Formel-1-Rennwochenende miterleben. Ein Moment, auf den er seit er fünf Jahre alt ist, hingearbeitet hat: „Das war mein Ziel, mein Traum“.

Aber auch die Umstellung auf Formel 1 sei sehr intensiv. In Lindblads Worten ist „in der Formel 1 alles nochmal ein Schritt nach oben“.

Arvid Lindblad ist der einzige Rookie in dieser Saison. | ©IMAGO / PsnewZ

Hamilton: Ferrari im zweiten Jahr „viel eingespielter“

Lewis Hamilton startet schon in seine zweite Saison mit Ferrari und spürt laut eigener Aussage einen deutlichen Unterschied zum Vorjahr. Nach etwa einem Jahr Eingewöhnung fühle er sich inzwischen deutlich wohler im Team.

„Es ist massiv anders im Gegensatz zum ersten Jahr“, erklärte der siebenfache Weltmeister. Mittlerweile fühle er sich wohl im Team.

Gleichzeitig erwartet Hamilton eine sehr anspruchsvolle Saison. Neue Regeln, neue Autos und enge Konkurrenz könnten die kommende Weltmeisterschaft seiner Meinung nach zu einer der schwierigsten überhaupt machen.

Lewis Hamilton fühlt sich gut bei Ferrari. | ©IMAGO / ZUMA Press Wire

Wer ist denn jetzt der Favorit?

Nach alter Manier zum Saisonstart betonen die Fahrer, dass die tatsächlichen Kräfteverhältnisse im Feld noch schwer einzuschätzen sind. Nach dem Shakedown in Barcelona und den Tests in Bahrain bleiben viele Fragezeichen. Die Teams fuhren dort unterschiedliche Programme, Benzinmengen und Motor-Einstellungen.

Bis zum Qualifying am Samstag bleibt noch viel Raum für Spekulationen und auch für kleine Seitenhiebe wie den von Bottas in Richtung Aston Martin.

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Chantal Reinhard
Chantal Reinhard ist Redakteurin und Interviewerin bei CHAMP1. Sie studiert Journalismus und Public Relations und berichtet für CHAMP1 NEWS über aktuelle Entwicklungen in der Formel 1. Ihr Fokus liegt auf Recherche, internationaler Presseschau und der journalistischen Aufbereitung komplexer Themen – präzise, verständlich und faktenbasiert.
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April, 2026

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