Heute vor sieben Jahren starb Niki Lauda. Das Leben des Österreichers war geprägt von Rückschlägen. Trotzdem schaffte er es immer wieder, die größten Hürden zu meistern. Heute vor sieben Jahren verlor er den Kampf gegen seine Lungenerkrankung.
Wer an Lauda denkt, denkt oft an seinen schlimmen Unfall auf dem Nürburgring 1976. Doch er ließ sich auch davon nicht beirren und ging seinen Weg weiter. Vor allem seine Weggefährten vermissen ihn bis heute.
Niki Lauda (l.) und Toto Wolff (r.) formten Mercedes zu einem Top-Team. © Charniaux / XPB ImagesMercedes-Teamchef Wolff schwärmt von Laudas Art
In jüngerer Vergangenheit bleibt vor allem seine Mercedes-Zeit in Erinnerung. Als Aufsichtsratsvorsitzender sorgte er gemeinsam mit Toto Wolff dafür, dass Mercedes in den 10er-Jahren zum großen Dominator der Formel 1 wurde.
In einem Interview im Jahr 2023 verriet Wolff, was die große Stärke seines Kollegen war. Der Österreicher habe „die Dinge immer vereinfacht und auf das runtergebrochen, worauf es wirklich ankommt“.
„Ich denke manchmal darüber nach. Was Niki gesagt hätte und wie er sich positioniert. Wir beide haben insofern immer gut zusammen funktioniert, als eine solche Übervereinfachung der Dinge manchmal direkt zu Ergebnissen führt.“
Wolff und Lauda galten als enge Vertraute. Während Lauda immer deutlich gemacht hatte, dass er keine Freunde hätte, bezeichnete der Mercedes-Teamchef ihn als einen solchen. Doch ein Szenario hätte sein Freund wohl nicht zugelassen.
Lauda (l.) hätte einen Ferrari-Wechsel von Hamilton (r.) wohl verhindert. © IMAGO / LaPresseLauda für Hamilton ein Mentor
Denn einen Wechsel von Lewis Hamilton zu Ferrari hätte er wohl verhindert, das machte auch Ex-Ferrari-Pilot Gerhard Berger in der Vergangenheit klar. Der Brite galt als einer der absoluten Lieblingsfahrer von Lauda und tauschte sich immer wieder mit der Formel-1-Legende aus.
Anfangs dachte Lewis Hamilton laut speedweek.com allerdings, dass der Österreicher ihn gar nicht mal so gut finden würde.
„Wenn dich ein Mann wie Niki Lauda unterstützt, dann erfordert das eine riesige Portion Respekt. Ich war zuvor nicht der Meinung gewesen, dass er mich als wirklich herausragenden Fahrer sieht. Aber diese Einschätzung war falsch. Denn als er in Singapur in mein Hotelzimmer kam und wir das entscheidende Gespräch führten, da machte etwas Klick.“
Bei einem Sky-Interview im letzten Jahr beim Großen Preis von Monza verriet der Rekordweltmeister eine Anekdote über Niki Lauda, die er bis heute nicht vergessen hat.
„Er fuhr zur Tankstelle und hat dort seine Pokale abgegeben. Ich fragte: ‚Wie meinst du das?‘ Aber er fand einfach, dass sie nicht interessant waren. Für ihn zählte nur der Kampf.“
Während die Trophäen für Hamilton bis heute Wichtigkeit besäßen, wären sie dem dreifachen Weltmeister vollkommen egal gewesen. Der Brite war vollkommen beeindruckt von der Einstellung und der Art, die Lauda an den Tag legte.
Lauda (l.) und Marko (r.) kannten sich seit 1971. © IMAGO / Crash Media Group„Spielte immer gerne den Egoisten“: Auch Marko vermisst Lauda
Einer der längsten Weggefährten war Helmut Marko. Beim Großen Preis von Österreich 1971 starteten beide zum ersten Mal gemeinsam in der Formel 1.
Marko gehörte zu dieser Zeit zu den aufstrebenden Fahrern, doch ein Unfall in Frankreich kostete ihn 1972 sein linkes Auge und beendete seine aktive Formel-1-Karriere.
Lauda profitierte davon, wie Helmut Marko in einer Sport1-Kolumne enthüllte. Eigentlich war die Red-Bull-Ikone für das Cockpit von BRM und einen späteren Wechsel zu Ferrari vorgesehen.
Doch Marko zeigte sich von seiner guten Seite und unterstützte Lauda sogar bei den Vertragsverhandlungen mit Enzo Ferrari: „Von da an waren wir immer in irgendeiner Weise in Kontakt. Auch in der Zeit nach seinem Nürburgring-Unfall.“ Aus der gemeinsamen Zeit im Formel-1-Kosmos entwickelte sich eine Freundschaft.
„Niki spielte immer gerne den Egoisten und er pflegte nur zu gerne das Image des geizigen Geschäftsmannes. Aber im Grunde war er ein guter, großzügiger Mensch. Besonders in den letzten Jahren hat er das auch immer öfter gezeigt.“
Man könnte die Liste, der Weggefährten Laudas, die ihn bis heute vermissen, wahrscheinlich endlos weiterführen. Der Österreicher wird nicht nur sportlich, sondern auch menschlich immer eine Formel-1-Ikone bleiben.




































