Die vergangene Woche zählt wohl seit Saisonbeginn zu einer der ereignisloseren Phasen im Formel-1-Paddock. Doch ganz still wird es in der Königsklasse des Motorsports nie. Was ist in der letzten rennfreien Woche vor dem Großen Preis von Kanada passiert? Ein Rückblick.
Verstappen scheitert dramatisch beim 24-Stunden-Rennen
Die Augen der gesamten Motorsportwelt waren am vergangenen Wochenende auf den Nürburgring gerichtet: Der vierfache Formel-1-Weltmeister feierte sein mit Spannung erwartetes Debüt beim 24-Stunden-Rennen in der Eifel. Die Hype um den Niederländer war riesig – zum ersten Mal in der Geschichte des Nürburgrings, war das Event ausverkauft. Doch am Ende war die Enttäuschung groß.
Dabei fing das lange Wochenende vielversprechend an. Im Qualifying schaffte es das Team bestehend aus Max Verstappen, Lucas Auer, Jules Gounon und Dani Juncadella auf den vierten Startplatz. Schon kurz nach dem Rennstart am Samstag übernahm Verstappen die Führung und fuhr einen deutlichen Vorsprung raus. Das Team schaffte es fast konstant, vorne dabei zu bleiben.
Max Verstappen bei dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. | ©Philip Platzer / Red Bull Content PoolIn den Morgenstunden des Sonntags schien der Sieg schon fast sicher. Doch dann das Fiasko: Verstappen beendete seinen letzten Stint und übergab das Cockpit an den Spanier Dani Juncadella. Direkt nach dem Stopp traten erste technische Probleme auf. Juncadella schleppte den Wagen zwar noch zwei Runden weiter, doch dann kam das Vorzeitige aus für den Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer #3 von Winward. Ein Defekt an der Antriebswelle hatte schwere Folgeschäden am gesamten Fahrzeug verursacht und machte es unfahrbar. Der sichergeglaubte Sieg war somit vom Tisch. Stattdessen erbte das Schwesterauto mit der Startnummer #80 den Sieg, das bis zu dem Ausfall von Verstappen und co. auf Rang zwei gegen hatte.
Verstappens Teilnahme am GT3-Boliden mit dem Stern befeuerte natürlich sofort wieder die Gerüchteküche rund um einen möglichen Wechsel von Red Bull zu Mercedes. Der stellvertretende Teamchef des Mercedes-Formel-1-Teams, Bradley Lord, äußerte sich im exklusiven Champ1-Interview genau dazu:
Alonso heizt Spekulationen um seine Zukunft erneut an
Um die Zukunft von Fernando Alonso in der Formel 1 wird schon seit langer Zeit diskutiert. Und auch der Spanier selbst scheint sich unsicher zu sein, wie es für ihn weitergehen soll. Beim Miami GP Anfang Mai äußerte er sich erneut zu seiner Zukunft.
Fernando Alonso in Miami. | ©IMAGO / Beautiful SportsEine endgültige Entscheidung möchte Fernando Alonso erst im Laufe oder nach der Sommerpause treffen. Im Juli wird Alonso 45 Jahre alt, ein Alter, in dem üblicherweise die meisten Formel-1-Piloten den Helm schon abgelegt haben. Bevor er sich festlegt, möchte er sich erst mit seiner Familie und auch seinem Umfeld absprechen. Die Geburt seines Sohnes Leonard im März spielt bei dieser Entscheidung sicherlich auch eine Rolle. Alonso sagte auch, dass er sich wünschen würde, dass sein Sohn ihn noch aktiv im Fahrerlager mitverfolgen kann. Dafür müsste Alonso noch ein paar Jahre dranhängen.
Damit sorgt er einmal mehr für Rätselraten um seine Person. Denn noch in der „Frühlingspause“ sagte er, dass er sich vollkommen konkurrenzfähig fühle und gerne weitermachen möchte. Aber auch andere Rennserien wie Le Mans, sind für den Spanier von Interesse.
Lewis Hamilton vor dem Aus?
Im Juli könnte das Paddock von einem weiteren Beben erschüttert werden. Wie das italienische Portal F1ingenerale.com berichtete, könnte Lewis Hamilton ausgerechnet bei seinem Heimrennen in Silverstone am 05. Juli seinen Rücktritt aus der Formel 1 verkünden.
Wird er im Juli wirklich zurücktreten? | ©IMAGO / Icon SportswireGrund dafür sollen die ausbleibenden Erfolge bei Ferrari sein. Auch in dieser Saison fällt es Hamilton schwer, mit Teamkollegen Charles Leclerc auf einer Höhe zu fahren. Zudem gehört Lewis Hamilton mit 41 Jahren ebenfalls nicht mehr zu den jüngsten Fahrern im Feld.
Als mögliche Langzeit-Nachfolge für den Briten wird immer wieder der Haas-Pilot Oliver Bearman ins Spiel gebracht. Insbesondere Sky-Experte Ralf Schumacher spricht sich schon lange für Bearman bei Ferrari aus.
Bearman war schon 2024 einmal für Ferrari im Einsatz. | ©IMAGO / NurPhotoAlpine-Gucci? Luxusmarke flirtet mit Formel 1 – auch Horner und Mercedes interessiert
Die Formel 1gilt seit langem als Sinnbild für Glamour, Lifestyle und maximalen Reichtum. Dass Luxusmarken natürlich auch etwas vom Kuchen abhaben möchten, ist klar. Nun möchte auch Gucci in die Formel 1 einsteigen. Aber nicht nur als ein einfacher Sponsor, sondern direkt als Titelsponsor für Alpine.
Derzeit hält das Wassertechnologie-Unternehmen BWT diese Rolle, dass bereits seit 2022 als Namensgeber fungiert und auch für die auffälligen pinkfarbenen Akzente auf dem Boliden sorgt. Doch der Sponsorenvertrag läuft Ende diesen Jahres aus. Ob BWT den Vertrag verlängern wird, ist unklar.
Das markante Pink zeichnet den Alpine seit 2022 aus. | ©IMAGO / Icon SportswireBesonders interessant: Der ehemalige Renault-Chef Luca de Meo führt den Luxusmarken-Konzern Kering, zu dem Gucci gehört. So entsteht die Annahme, dass er hinter dem möglichen Coup stecken könnte.
Sollte BWT aussteigen, könnte Gucci bereit sein, um diese Lücke zu füllen. Für Alpine kommt jede Form von Finanzspritze gelegen. Wirtschaftlich und marketingtechnisch könnte das ein perfektes Match werden. Die Fans im Netz feierten dieses Gerücht mit Humor.
So erstellten Fans gleich Bilder, die zeigen, wie der Alpine in Zukunft aussehen könnte. Bisher handelt es sich dennoch nur um ein Gerücht.
Der Titelsponsor ist allerdings nicht die einzige Baustelle bei Alpine. Denn 24% des Teams stehen aktuell zum Verkauf. Denn die Investementgruppe Otro Capital möchte sich zurückziehen. Darauf meldeten sich gleich zwei prominente Interessenten: Mercedes und Christian Horner. Christian Horners sogenanntes „Gardening Leave“ (Sperrfrist) ist am 08. Mai ausgelaufen, womit er theoretisch wieder als Teamchef arbeiten dürfte. Da Horner auch bei Red Bull in der Vergangenheit Anteile gehalten hat, dürfte dieses Modell für Horner durchaus attraktiv sein.
Könnte Horner schon bald wieder zurück in der Formel 1 sein? | ©IMAGO / Andreas BeilDoch auch Mercedes ist nicht abgeneigt, die Anteile zu kaufen. Es wurde zuvor auch schon gemutmaßt, dass Mercedes die Anteile nur kaufen möchte, um die Tür für Horner wieder zu schließen. Aber auch die Annahme, dass Mercedes sich analog zu Red Bull und VCARB ein eigenes „Juniorenteam“ aufbauen möchte, ist nicht ganz auszuschließen.
Wer sich die Anteile am Ende sichern wird, ist noch offen.
Vettel und Managerin Roeske gehen getrennte Wege
Um Sebastian Vettel war es in der letzten Zeit eher still. Diese Woche erreichten uns allerdings überraschende Nachrichten aus dem Vettel-Lager.
Seine Pressesprecherin/Managerin Britta Roeske wird sein Kommunikationsteam verlassen. Nach 17 Jahren. Die beiden galten über viele Jahre im F1-Paddock als unzertrennliches Team und arbeiteten auch nach seiner Zeit als aktiver Rennfahrer weiter zusammen.
Vettel und Roeske 2024 in Monza. | ©IMAGO / EibnerNun möchte Roeske sich einem „neuen beruflichen Kapitel“ zuwenden. Sebastian Vettel bekommt im Zuge dessen ein neues Kommunikationsteam.




































