Auch an diesem Sonntag blicken wir auf eine bewegende Woche in der Königsklasse. Was sie alles mit sich brachte, hier im großen Rückblick.
Mit Regeländerungen nach Miami: Wie fiel das Fazit von Fans und Experten aus?
Nach fünfwöchiger Zwangspause kehrte die Königsklasse des Motorsports am vergangenen Wochenende zurück, nach dem Bahrain und Saudi-Arabien aus geopolitischen Gründen bereits Mitte März abgesagt werden mussten. In der Zwischenzeit reagierte die Formel 1 nach anhaltender Kritik auf das bisherige Regelwerk. Mit großer Spannung blickte die Welt auf das Rennwochenende in Miami. Während CHAMP1-Zuschauer vernichtende Worte fanden, sah die Kritik international deutlich anders aus. Auf der offiziellen Community-Plattform „F1 Fan Voice“, auf der nach jedem Rennen darüber abgestimmt wird, wie das Rennwochenende aus Fan-Sicht verlaufen ist, gaben lediglich neun Prozent an, dass sie das Rennen langweilig oder schlecht fanden.
Wie CHAMP1-Redakteur David Heermann in dieser Woche berichtete, hielten 19% das Rennen für „okay“, 43% fanden es wiederum „gut“ und 27% hielten es für exzellent. In der CHAMP1-Formel 1-Experten-Analyse RACE CONTROL urteilten Ex-F1-Pilot und Kommentatorenlegende Marc Surer, sowie der ehemalige F1-Rennleiter Niels Wittich über Rennwochenende eins nach der Regelkorrektur. Für Wittich schienen die Änderungen nur „ein bisschen homöopathisch“ zu sein, während Surer von „viel zu wenig weggenommen“ sprach. Für den 74-jährigen müsse man auch an den Möglichkeiten zum Aufladen arbeiten, denn zurzeit könne man mit den Autos die Batterie beim Bremsen nicht ausreichend laden. Der ehemalige Formel 1-Pilot fand dafür klare Worte: „Was ist das für ein Irrsinn?“
Der Motor des Mercedes W17 von Russell & Antonelli | © Mercedes BenzEingeständnis der FIA und der Formel 1?
Am Donnerstag gab der Automobil-Weltverband FIA dann bekannt, dass nach einem Online-Meeting zusammen mit der FOM, den Teamchefs, sowie den fünf Motorenherstellern man sich auf eine grundlegende Anpassung ab der Saison 2027 geeignet habe. Wie CHAMP1-Redakteurin Lara Wettengel berichtete, wird das bisherige 50:50-Verhältnis gekippt. Konkret soll sich die Leistung zwischen Verbrennungsmotor und elektrischer Leistung auf künftig 60:40 verschieben. Aktuell geprüft wird, dass der Abtrieb der Boliden ab kommender Saison um bis zu 50 Punkte reduziert wird. Schon jetzt erreicht man ein deutlich höheres Abtriebsniveau. An weiteren Stellschrauben soll noch gedreht werden.
Kommt endlich DER Formel 1-Sound zurück?
Doch damit nicht genug. Geht es nach FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem soll spätestens 2031 auch der V8-Motor zurückkehren. Für Ben Sulayem sei dies „letztlich nur eine Frage der Zeit“ und gibt sich zugleich siegessicher, weil man davon ausgeht, dass die FIA bis dahin die Befugnis haben werde, das notfalls auch alleine durchzudrücken, wie CHAMP1-Redakteur David Heermann in dieser Woche schrieb.
Archivbild: Die Formel 1 bei den Testfahrten im Februar diesen Jahres | © IMAGO / NurPhotoWas passiert mit Bahrain und Jeddah?
Neben umfassenden Regeländerungen und einer möglichen Rückkehr des V8-Antriebs, plant man derweil beim Automobil-Weltverband diverse Szenarien, wie die ausgefallenen Rennwochenenden in Bahrain und Jeddah doch noch in dieser Saison nachgeholt werden können. Wie die BILD in dieser Woche exklusiv berichtete, könnte Bahrain zwischen Baku und Singapur (2. bis 4. Oktober 2026) und Saudi-Arabien am 6. Dezember stattfinden. Demnach würde der Saisonabschluss in Abu Dhabi um eine Woche nach hinten verlegt werden. Das würde am Ende bedeuten, dass es erstmals in der Formel 1 einen „Quadrupleheader“, also einen Vierer-Block geben würde. Das wäre ein Novum. Über diese spektakulären Pläne berichtete CHAMP1-Redakteur David Heermann am Montagabend. Doch damit nicht genug.
Am 24. April wurde die Rückkehr in die Türkei offiziell gemacht | © IMAGO / Anadolu AgencyKommt die Türkei schon 2026 zurück?
Da sich die geopolitische Lage im nahen Osten bis heute nicht verändert haben, könnten auch die Rennen in Katar und Abu Dhabi abgesagt werden. Damit würde die Anzahl der Rennen von derzeit 22 auf nur noch 20 schrumpfen. TV-Sendern, die weltweit die Formel 1 ausstrahlen haben jedoch an Anrecht zugesichert bekommen, dass mindestens 22 Grand Prix veranstaltet werden. Somit gehen die Überlegungen derzeit so weit, dass der Türkei-GP, der offiziell erst im kommenden Jahr seine Rückkehr in den Kalender feiert, doch schon 2026 zurückkehren könnte. Auch darüber berichtete CHAMP1-Redakteur David Heermann in dieser Woche.
Für Honda und Aston Martin läuft die Saison 2026 bislang katastrophal | © IMAGO / Sports Press PhotoHonda als Profiteur?
Beschlossene Sache hingegen, wie ebenfalls in dieser Woche bekannt wurde, dass der ADUO-Zeitplan geändert wird. Mit ADUO ist gemeint, dass Power-Unit-Hersteller mehr Entwicklungszeit bekommen, wenn sie entsprechend weit zurückliegen, also einen erkennbaren Leistungsdefizit aufweisen. Durch die ausgefallenen Rennen in Bahrain und Jeddah wurde nun der Zeitplan abgeändert, wie CHAMP1-Redakteur David Heermann ebenfalls ausführlich berichtete.
Bekannt wurde zudem in dieser Woche, dass Design-Guru und Aston Martin-Teamchef Adrian Newey derzeit an gesundheitlichen Problemen leidet. Offiziell bestätigt wurde das von Team-Seiten zwar nicht, jedoch auffällig ist, dass Newey bereits seit Wochen nicht mehr an der Rennstrecke vor Ort war. In der Video-Ausgabe der CHAMP1 NEWS wurde zudem darüber berichtet, dass sich der 67-jährige in einem Krankenhaus habe behandeln lassen müssen.
Kommt der Australier für Verstappen? | © IMAGO / Action PlusMax Verstappen: Zwischen Nürburgring-Traum und möglichem Abschied
Während die Formel 1 nach dem Miami-Rennwochenende eine dreiwöchige Pause hinlegt, wird Vierfach-Weltmeister Max Verstappen diese nutzen, um am kommenden Wochenende bei den 24 Stunden vom Nürburgring anzutreten. Wie der Nürnburgring nun offiziell bekannt gab, sind erstmals alle Karten restlos ausverkauft. In der Formel 1 selbst zeigte sich der Niederländer weiterhin eher skeptisch. Die aktuell vorgenommenen Regeländerungen seien für ihn nur „ein Tropfen auf dem heißen Stein“, obwohl er mit seinem Red Bull in Miami im Qualifying auf Startplatz zwei raste und im Rennen nach einem Dreher zu Rennbeginn immerhin noch fünfter wurde. Nun gibt es allerdings Berichte, wonach sein Rennstall intern schon Überlegungen anstrebe, wer ihn für den Fall eines vorzeitigen Abschieds ersetzen könnte. Und da fiel kein geringerer Name, als der von Oscar Piastri, wie auch CHAMP1-Redakteurin Lara Wettengel berichtete.
Archivbild von der FIA-Gala 2023 | © IMAGO / Panoramic by PsnewZEine Woche mit gemischten Gefühlen
Und während sich FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem noch stark für den ehemaligen Red Bull-Teamchef Christian Horner machte und an ein Comeback glaubt, endet eine turbulente Formel 1-Woche.
Klar dürfte bereits jetzt sein: Auch in der neuen Woche wird die Königsklasse des Motorsports für neue Schlagzeilen sorgen.




































