Bleib in Kontakt

Wonach willst du suchen?

Was wurde aus...?

Robert Kubica: Der unvollendete Traum und das zweite Leben einer Rennsport-Legende

Kubica gilt als eine der tragischsten und zeitlich faszinierendsten Fahrer der modernen Formel 1. Doch was ist aus ihm geworden?

©IMAGO / ZUMA Press

Robert Kubica gilt als eine der tragischsten, aber auch faszinierendsten Figuren der modernen Formel 1. Als eines der vielversprechendsten Talente der frühen 2000er-Jahre musste er den Traum von der ganz großen F1-Karriere mit nur 26 Jahren begraben. Was ist aus Robert Kubica geworden?

Robert Kubica ist heute 41 Jahre alt. | ©IMAGO / PsnewZ

Der Weg in die Formel 1

Kubica’s Karriere begann wie bei den meisten Piloten im Kartsport. Im Jahr 2001 folgte der Aufstieg in den Formelsport beim Formel Renault 2.0 Cup. Weitere wichtige Stationen warne die Italienische Formel Renault (2001 und 2002) sowie die Formel 3 in den Saison 2003 und 2004. Seinen letzten Schritt vor der Königsklasse machte er 2005 in der Formel Renault 3.5, die er gewann.

Formel 1 – Ein Traum, der jäh gerissen wurde

Im Jahr 2006 folgte der große Durchbruch: Robert Kubica wurde als erster Pole überhaupt von BMW Sauber verpflichtet. Bis zum Großen Preis von Ungarn bildeten Nick Heidfeld und Jaques Villeneuve das Stammduo, doch aufgrund von Villeneuves schwachen Ergebnissen setzte das Team ab dem Budapest-Rennen auf den damals 21-jährigen Kubica. Es folgten drei starke gemeinsame Saisons, in denen Kubica beim großen Preis von Kanada 2008 seinen einzigen Formel-1-Sieg einfahren konnte.

Kubica bei seinem Sieg im Jahr 2008. | ©IMAGO / Crash Media/Peter J Fox

Aufgrund des Rückzugs von BMW Sauber nach der Saison 2009 musste sich Kubica für die Saison 2010 nach einem neuen Team umschauen. Somit folgte der Wechsel zu Renault, wo er eine solide Saison fuhr. Renault plante auch für die Saison 2011 mit ihm – doch dazu sollte es nie kommen.

Der Unfall, der Alles veränderte

Kubica steckte bereits mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison. Bei den offiziellen Testfahren setzte er die Bestzeit, das Team war extrem optimistisch. Doch wie schon in den Jahren zuvor zog es ihn im Winter zum Rallyesport. Am 6. Februar 2011 startete er bei der Rallye Ronda di Andora in Italien.

Während der ersten Wertungsprüfung verunglückte Kubica schwer: Er kam mit seinem Škoda Fabia S2000 mit hoher Geschwindigkeit von der Strecke ab und schlug in eine Leitplanke ein, die sich durch das Auto bohrte. Während sein Copilot Jakub Gerber unverletzt blieb, erlitt Robert Kubica schwerste Verletzungen. Er brach sich mehrere Arm- und Beinknochen, seine rechte Hand musste in einer siebenstündigen Notoperation gerettet werden.

Kubica’s schwer zerstörter Skoda nach dem Unfall. | ©IMAGO / Newspix

Trotz dieses Schicksalsschlags setzte er alles daran, für 2012 fit zu werden, doch die Beweglichkeit blieb dauerhaft eingeschränkt. Besonders bitter: Erst Jahr später enthüllte Kubica, dass er ab der Saison 2012 bei Ferrari an der Seite von Fernando Alonso starten sollte. Ein Traum, der nie in Erfüllung ging und den Piloten gedanklich noch mehrere Jahre beschäftigte.

Eigentlich sollten die beiden mal Teamkollegen werden. | ©IMAGO / eu-images

Als wäre das nicht genug, warf ihn im Januar 2012 ein weiterer Unfall zurück, als er beim Spazierengehen auf einer Eisplatte ausrutsche und sich genau das ohnehin geschädigte rechte Bein erneut brach.

Das sensationelle Formel-1-Comeback

Es folgten sechs lange Jahre Pause, in denen eine Rückkehr in den Formelsport unmöglich schien. Doch Kubica gab nicht auf. Nach ersten Testfahrten für Renault und Williams im Jahr 2017 verpflichtete ihn Williams für 2018 als Ersatz- und Entwicklungsfahrer.

2019 passierte das eigentlich Unmögliche: Er stieg zum Stammfahrer bei Williams auf. Obwohl das Auto in dieser Saison nicht konkurrenzfähig war, schaffe es Kubica, einen Punkt auf dem Hockenheimring für das Team zu holen. Nach insgesamt 99 Grand-Prix-Starts, einem Sieg, einer Pole-Position und 12 Podien endete seine Zeit als Stammfahrer.

Kubica beim Car-Launch für die Saison 2019. | ©IMAGO / Newspix

Zwischen 2020 und 2022 stand er Alfa Romeo Sauber noch als Test- und Reservefahrer zur Verfügung. 2021 durfte er sogar noch einmal glänzen, als er den an Covid-19 erkrankten Kimi Räikönnen bei den Rennen in Zandvoort und Monza ersetzte. Parallel dazu fuhr er alle 18 Rennen der DTM.

Neues Leben als WEC-Champion

Nach dem finalen Abschied aus der Formel 1 fand Kubica auf der Langstrecke seine neue sportliche Heimat. Seit 2024 fährt er als Stammfahrer der WEC für das Team AF Corse. Im gelben Ferrari 499P teilt er sich das Cockpit aktuell mit Phil Hanson und Yifei Ye.

Hier schrieb er endgültig wieder positive Schlagzeilen: Beim legendären 24-Stunden Rennen von le Mans 2025 feierte Kubica gemeinsam mit seinem Teamkollegen den Gesamtsieg.

Kubica und sein Team nach dem Sieg in Le Mans. | ©IMAGO / NurPhoto

Auch in der aktuellen Saison können Kubica und sein Team vorne mitmischen. Beim diesjährigen Rennen in Le Mans belegte das Team den siebten Platz.

Seine Formel-1-Karriere mag unvollendet geblieben sein, doch als Rennfahrer hat sich Robert Kubica längst unsterblich gemacht.

author avatar
Chantal Reinhard
Chantal Reinhard ist Redakteurin und Interviewerin bei CHAMP1. Sie studiert Journalismus und Public Relations und berichtet für CHAMP1 NEWS über aktuelle Entwicklungen in der Formel 1. Ihr Fokus liegt auf Recherche, internationaler Presseschau und der journalistischen Aufbereitung komplexer Themen – präzise, verständlich und faktenbasiert.
Werbung

Neueste „Race Control“-Folge

©IMAGO / Icon Sportswire / x.com/f1 / Getty Images / Red Bull

RACE CONTROL

Software-Chaos bei der FIA, Reifen-Poker bei Ferrari und ein schwerer Rückschlag für Mercedes: Der Bahrain-GP in Malaysia liefert reichlich Gesprächsstoff. F1-Experte Marc Surer spricht...

Mehr Formel 1-News

© IMAGO / PsnewZ

Formel 1 News

Das Regenchaos und Softwareprobleme sorgten in Malaysia für heiße Diskussionen und viel Kritik. Marc Surer fällt ein klares Urteil.

© Bearne / XPB Images

Formel 1 News

Das Podium war für Isack Hadjar beim Bahrain GP in Malaysia in greifbarer Nähe. Doch ausgerechnet sein eigenes Auto machte ihm da einen Strich...

© Moy / XPB Images / Champ1

Formel 1 News

Beinahe rauschte Lando Norris in Teamkollege Piastri – etwas, wofür er Colapinto zuvor hart kritisiert hatte. Marc Surer findet diesen Fehler ziemlich peinlich.

© Batchelor / XPB Images

Formel 1 News

Die Formel 1 kehrt wohl schon bald wieder nach Afrika zurück. Ein Deal steht vor dem Vollzug. Auch Malaysia will in den Rennkalender zurückkehren.

© BR/picture alliance/dpa/Imago Images/Marca/Montage: BR/Christopher Roos von Rosen

Formel 1 News

Sebastian Vettel zählt zu den größten deutschen Motorsportlern aller Zeiten. Nun bekommt er eine vierteilige Doku-Serie.

Oktober, 2026

Neueste Champ1 News Folgen

KI GENERIERT | ©IMAGO / ABACAPRESS / FIA / Audi F1 Team

Champ1 News (Video)

Die Weltpresse rechnet nach dem Software-Chaos in Malaysia mit der Formel 1 ab. Alonso fordert Antworten von der FIA, Russell droht nach seinem Motorschaden...

©Batchelor / XPB Images

Champ1 News (Video)

Max Verstappen holt in Malaysia die erste Red-Bull-Pole des Jahres! Hamilton überrascht auf P2, während Antonelli trotz Reifensorgen vorne dabei ist.

©IMAGO / PsnewZ / XPB Images

Champ1 News (Video)

Esteban Ocon macht nach seinem Haas-Aus deutlich, dass seine Leistung aus seiner Sicht nicht der Grund für die Trennung war. Colapinto kommt nach dem...

Weitere Artikel

Formel 1 News

Das Regenchaos und Softwareprobleme sorgten in Malaysia für heiße Diskussionen und viel Kritik. Marc Surer fällt ein klares Urteil.

Formel 1 News

Das Podium war für Isack Hadjar beim Bahrain GP in Malaysia in greifbarer Nähe. Doch ausgerechnet sein eigenes Auto machte ihm da einen Strich...

IndyCar News

Mick Schumacher fährt in der kommenden Saison für Meyer Shank Racing. Sein neuer Teamchef nennt ein klares Ziel für den Deutschen.

Formel 1 News

Beinahe rauschte Lando Norris in Teamkollege Piastri – etwas, wofür er Colapinto zuvor hart kritisiert hatte. Marc Surer findet diesen Fehler ziemlich peinlich.