Vom rasanten Aufstieg der Racing Bulls über die Fahrerentwicklung bis hin zur Zukunft der Formel 1: Im exklusiven CHAMP1-Interview nimmt Racing-Bulls-CEO Peter Bayer 40 Minuten lang ausführlich Stellung zu den aktuell wichtigsten Themen rund um sein Team und die Königsklasse. Dabei spricht der Österreicher nicht nur über die sportliche Entwicklung der Racing Bulls, sondern auch über die milliardenschweren Verkaufsgerüchte, Max Verstappen, Liam Lawson sowie die Kritik am aktuellen Formel-1-Reglement.
Vom Mittelfeldteam zum ernsthaften Herausforderer
Seit seinem Amtsantritt hat sich bei den Racing Bulls viel verändert. Peter Bayer beschreibt den Umbau des Teams als einen langfristigen Prozess, der inzwischen sichtbar Früchte trägt. Neue Infrastruktur, deutlich mehr Mitarbeiter und moderne Entwicklungswerkzeuge hätten das Team auf ein neues Niveau gehoben.
Besonders wichtig sei jedoch die neue Unternehmenskultur. Mit dem Leitbild „Performance Obsession – No Blame – No Bullshit“ habe man eine Atmosphäre geschaffen, in der alle Mitarbeiter gemeinsam an der Performance arbeiten. Für Bayer ist genau das einer der Hauptgründe dafür, warum die Racing Bulls inzwischen regelmäßig um Spitzenplätze im Mittelfeld kämpfen.
©Getty Images / Red BullKlare Worte zum Motorenreglement
Am deutlichsten wird Bayer beim aktuellen Motorenreglement. Er erinnert daran, dass die Weichen für die heutigen Hybridantriebe bereits während der Corona-Pandemie unter völlig anderen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gestellt wurden.
Heute sehe die Situation anders aus. Deshalb unterstützt Bayer die bereits beschlossenen Anpassungen ausdrücklich. Sein Wunsch sei klar: Die Formel 1 müsse wieder stärker vom Können der Fahrer geprägt werden.
Seine prägnanteste Aussage bringt diese Haltung auf den Punkt:
„Das Auto muss unter Kontrolle des Fahrers stehen, nicht der Software.“
Gleichzeitig wirbt Bayer um Geduld. Das Problem sei innerhalb der Formel 1 erkannt worden, kurzfristige Lösungen seien aufgrund der komplexen Technik jedoch kaum möglich.
#image_titleLawson, Lindblad und die Talente der Zukunft
Auch über seine Fahrer spricht Bayer ausführlich. Liam Lawson habe nach seinem schwierigen Kapitel bei Red Bull wieder Stabilität gefunden und bislang eine starke Saison gezeigt. Gleichzeitig lobt Bayer die Entwicklung von Rookie Arvid Lindblad, den er als außergewöhnlich fleißig und talentiert beschreibt.
Auch Formel-2-Pilot Nikola Tsolov hinterlasse intern einen hervorragenden Eindruck. Dennoch macht Bayer deutlich, dass für die Fahrerentscheidung 2027 noch nichts entschieden sei. In der Formel 1 zähle ausschließlich Leistung – Garantien gebe es nicht.
©McLarenVerkaufsgerüchte, Zak Brown und Max Verstappen
Auch die zuletzt aufgekommenen Berichte über ein angebliches Milliardenangebot für die Racing Bulls ordnet Bayer ein. Dass Formel-1-Teams heute Milliarden wert seien, zeige vor allem, wie stark sich die Königsklasse wirtschaftlich entwickelt habe. Gleichzeitig freue er sich darüber, dass die Eigentümer langfristig an das Team glaubten.
Die Kritik von McLaren-CEO Zak Brown an der Red-Bull-Doppelstruktur weist Bayer ebenfalls zurück. Die Racing Bulls hielten sich strikt an sämtliche FIA-Regularien und hätten mehrfach bewiesen, dass sie auf der Strecke unabhängig von Red Bull Racing agieren.
Bei den anhaltenden Spekulationen um Max Verstappen bleibt Bayer dagegen bewusst zurückhaltend. Entscheidungen über die Zukunft des Weltmeisters seien Sache von Red Bull Racing – er selbst wolle sich daran nicht beteiligen und keine Spekulationen anheizen.
Blick auf die zweite Saisonhälfte
Zum Abschluss spricht Bayer über die unsichere Zukunft der Nahost-Rennen sowie die langfristige Strategie der Racing Bulls. Ziel sei es, junge Fans authentisch anzusprechen und dem Team eine eigenständige Identität innerhalb der Formel 1 zu geben.
Dabei wird deutlich: Die Racing Bulls verstehen sich längst nicht mehr nur als Nachwuchsteam für Red Bull Racing. Bayer sieht sein Team als eigenständige Marke mit klarer sportlicher Ausrichtung – und mit dem Anspruch, dauerhaft um die Spitzenplätze im Mittelfeld zu kämpfen.
Alle Hintergründe und Einschätzungen des Racing-Bulls-CEO im großen CHAMP1-Exklusiv-Interview.




































