Adrian Sutil hatte eine durchwachsene Formel-1-Karriere und hält einen unrühmlichen Rekord.
Nach seiner Karriere blieb er vor allem durch unrühmliche Schlagzeilen weiterhin in der Öffentlichkeit. Ist die einstige Formel-1-Hoffnung jetzt ein Verbrecher?
Sutil erhielt bei Spyker sein erstes Formel-1-Cockpit. © IMAGO / ZUMA Press WireJapan verhilft Sutil in die Formel 1
So richtig auf sich aufmerksam machte Adrian Sutil 2006 in der japanischen Formel‑3‑Serie. Mit dem dortigen Gesamtsieg sorgte er dafür, dass er auch für die Formel 1 interessant wurde.
Im gleichen Jahr war er schon für Midland, das nach der Saison zu Spyker wurde, als Testfahrer unterwegs. 2007 erhielt er ein festes Cockpit, hatte aber mit dem schlechtesten Auto des Feldes zu kämpfen. In Japan konnte er allerdings im drittletzten Rennen Platz 8 und damit seinen ersten Formel-1-Punkt feiern.
Da er viel aus dem wirklich schlechten Material holte, bekam er auch 2008 einen festen Sitz, als das Team in Force India umbenannt wurde. In den Folgejahren hatte das Team weiterhin große Probleme, bis es 2010 endlich bergauf ging, nachdem er Ende 2009 mit Platz vier sein bestes Formel-1-Ergebnis erzielte.
Sutil musste seinen Platz mehrmals für Nico Hülkenberg räumen. © IMAGO / Roger ParkerUnrühmlicher Rekord – Probleme neben der Strecke
Plötzlich war Sutil Stammgast in den Top 10 und wurde in der Saison 2011 sogar WM-Neunter. Nach der Saison wurde er allerdings von einem anderen Deutschen ersetzt – Nico Hülkenberg.
2011 sorgte Sutil allerdings neben der Strecke für Negativ-Schlagzeilen. Nach dem Großen Preis von China soll er mit Eric Lux, dem Besitzer vom Renault-Team, aneinandergeraten sein. In einer Disco soll Sutil ihn mit einem Glas am Hals verletzt haben und er musste am Ende eine Freiheitsstrafe auf Bewährung und 200.000 Euro Strafe über sich ergehen lassen.
Nach einem Jahr Pause kehrte er zurück, da Nico Hülkenberg zu Sauber wechselte. Für das Jahr 2014 tauschten beide Fahrer allerdings ihre Cockpits und Sutil ging für Sauber an den Start. Nach einem miesen Jahr wurde er Testfahrer bei Williams und beendete nach der Saison 2015 seine Motorsport-Karriere.
Da Nico Hülkenberg im letzten Jahr sein erstes Formel-1-Podium feiern durfte, hält Sutil nun wieder einen Rekord. Er ist der Fahrer mit den meisten Rennen, ohne je einen Podiumsplatz erreicht zu haben.
Ist Adrian Sutil ein Betrüger? © IMAGO / Roger ParkerLuxusautos werden Sutil zum Verhängnis
Nach seiner aktiven Motorsportkarriere war Sutil vor allem als Händler für Luxusautos unterwegs. Im November 2025 wurde der Deutsche plötzlich festgenommen.
Die Vorwürfe: Er soll als Luxusautohändler Fahrzeuge mehrfach als Sicherheit genutzt haben. Bis heute bestreitet er allerdings die Vorwürfe, sitzt aber weiterhin in der JVA Stuttgart in Stammheim in U-Haft.
Die Insolvenz der DS Motoren GmbH und des Unternehmens Nürnberger Leasing soll wohl im direkten Zusammenhang mit den Vorwürfen stehen. Insolvenzverwalter Alexander Kubusch machte kürzlich gegenüber der SZ klar, dass einiges nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint.
„Es hat den Anschein, dass einige der sehr teuren Fahrzeuge offenbar mehrfach verkauft oder durch neue Leasingverträge eingedeckt wurden.“
Weiterhin ist der Fall allerdings ziemlich undurchsichtig und es ist noch vollkommen unklar, in welche Richtung sich der Wirtschaftskrimi entwickeln wird und ob Adrian Sutil am Ende wirklich ein Verbrecher ist.































