In der Sommerpause der Formel 1 gab es bislang nicht die Hammer-Meldung, die viele prophezeit hatten. Diese Woche überraschte zumindest Cadillac mit einem radikalen Personalwechsel.
Ansonsten bestimmten wieder viele Gerüchte und der Umbau bei Red Bull die Schlagzeilen der Königsklasse des Motorsports. Der Wochenrückblick.
Marcin Budkowski ist neuer Teamchef bei Cadillac. © Moy / XPB ImagesÜberraschender Teamchef-Hammer bei Cadillac
Die größte Meldung der Woche war ganz klar der überraschende Teamchefwechsel bei Cadillac. Graeme Lowdon, der vor der Sommerpause noch optimistisch klang, wurde vor die Tür gesetzt und wird nun von Marcin Budkowski ersetzt.
Budkowski bringt massig Formel-1-Erfahrung mit und soll die Entwicklung des Teams schneller vorantreiben, als es Lowdon geplant hatte. Pikant: Der Ex-Teamchef bekam erst am Tag seiner Entlassung die Mitteilung. Das bestätigte CEO Dan Towriss und erklärte die schnelle Entscheidung, damit, dass die Presse sonst etwas erfahren haben könnte.
„An diesem Punkt wird es destabilisierend, und deshalb ist es wichtig, die Sichtweise der damals bestehenden Führung zu respektieren. Es komprimiert also die Entscheidungsfindung, den Zeitplan und wie diese Dinge zusammenkommen. Das lässt es abrupter wirken, als es sonst wäre.“
Cadillac geht damit ein hohes Risiko ein. Jetzt sind noch viel mehr Augen auf das Team gerichtet, und das Team muss abliefern, sonst könnte es schnell wieder unruhig werden.
Tom McCullough wechselt zu Red Bull. © Price / XPB ImagesVerstappen bekommt neuen Vertrauten
Bei Red Bull geht die Personalrochade weiter. Nachdem man in den vergangenen Monaten mehrere hochkarätige Abgänge verzeichnen musste, konnte man mit Gwen Lagrue in letzter Zeit einen echten Coup landen.
Und jetzt folgt wohl der nächste. Denn laut übereinstimmenden Medienberichten hat der Rennstall einen neuen leitenden Renningenieur an Land gezogen. Tom McCullough soll von Aston Martin zu Red Bull wechseln. Der neue Mann soll Gianpiero Lambiase ersetzen, der zuletzt eine Doppelrolle inne hatte.
Eine Zwangspause muss er wohl auch nicht einlegen, weil er für Aston Martin bereits länger nicht mehr in der Formel 1 aktiv war, sondern andere Rennserien betreute. Für Red Bull ist das der nächste erfahrene Topmann, den man innerhalb kürzester Zeit bekommen könnte.
Günther Steiner ist zurzeit als Experte im Formel-1-Kosmos unterwegs. © Moy / XPB ImagesKehrt Günther Steiner in die Formel 1 zurück?
Günther Steiner gehört zu den kontroversesten Figuren der Formel 1 im deutschsprachigen Raum. Vor allem sein Umgang mit Mick Schumacher wird immer wieder kritisch gesehen.
Im Podcast Up to Speed sprach er nun offen über eine Rückkehr in die Formel 1. Und die könnte er sich durchaus vorstellen. Doch, er machte gleich klar, dass es sich um ein Projekt und keinen reinen Job handeln müsse.
Das bedeutet, dass Steiner auch die Macht haben will, um etwas innerhalb des Teams zu bewirken. Er habe derzeit zu viele aufregende Dinge im Leben, um einfach wieder in die Formel 1 zurückzukehren. Doch derzeit gibt es wohl kein Team, bei dem Platz für den Italiener wäre.
Zwischen Mark Webber und Oscar Piastri scheint das Verhältnis kühl zu sein. © Coates / XPB ImagesTischtuch zwischen Webber und Piastri zerschnitten?
Zwischen Oscar Piastri und seinem Manager Mark Webber soll derzeit wohl nicht die beste Stimmung herrschen. Der Ex-Red-Bull-Star und sein Team scheinen selten auf einen Nenner zu kommen.
Nun ist Webber dem Rennstall auf Instagram entfolgt und hat auch noch seine ganzen gemeinsamen Bilder mit seinem Klienten Piastri gelöscht. Gibt es da bald wohl eine Trennung?
Mal sehen, ob wir beide Protagonisten noch gemeinsam an der Strecke sehen werden. Zurzeit sieht alles danach aus, als wenn es eine echte Krise geben könnte. Auch die Piastri-Zukunft ist damit weiterhin unsicher, auch, weil er bei seinem Rennstall unter Druck ist.
Nicholas Tombazis gibt Schwächen der ADUO-Regelung zu. © Moy / XPB ImagesWird das ADUO in der Formel 1 angepasst?
Und dann gibt es da noch die anhaltenden Diskussionen, um die ADUO-Regelung und vor allem um die FIA-Entscheidung, dass Red Bull den besten Motor hat und Mercedes deshalb Upgrades bringen darf.
FIA-Sportchef Nicholas Tombazis hat nun in einem Interview mit motorsport.com über das ADUO gesprochen. Erst einmal machte er klar, dass die Messungen sehr genau gewesen seien und die Entscheidung damit in erster Instanz die korrekte gewesen sei.
Allerdings gab er auch zu, dass es Schwächen an der Regelung gebe, die man in Zukunft optimieren wolle. Konkrete Maßnahmen wollte er allerdings nicht nennen. Eine Möglichkeit wäre, die Messungen auf den gesamten Motor auszuweiten. Bisher wird nämlich nur der Verbrenner für die Entscheidung genutzt.

































