Surer erkennt klare Rollenverteilung bei McLaren
Nach dem Doppelsieg in Ungarn richtet sich der Blick vor allem auf McLaren. Für Marc Surer ist spätestens nach Budapest klar, dass sich die Hierarchie innerhalb des Teams verändert hat.
Seiner Einschätzung nach ist Oscar Piastri inzwischen eindeutig die Nummer zwei hinter Lando Norris. Zwar habe McLaren den Australier lange an der Spitze fahren lassen, dennoch sei deutlich geworden, dass Norris im Rennen das höhere Tempo hatte und vom Team zunehmend als erster Sieganwärter behandelt werde.
Für Surer ist Norris derzeit schlicht der schnellere McLaren-Pilot – sowohl im Qualifying als auch über die Renndistanz.
©Sky Sport F1Blaue Flaggen sorgen für heftige Diskussionen
Ausführlich beschäftigen sich beide Experten mit den umstrittenen Szenen um Carlos Sainz und Gabriel Bortoleto. Während Sainz nach der Kollision mit Oscar Piastri eine Zeitstrafe erhielt, blieb Bortoleto trotz ähnlicher Diskussionen ohne Untersuchung.
Niels Wittich erklärt, weshalb sich beide Fälle aus Sicht der Stewards unterscheiden und warum die Probleme mit dem Flaggensystem das Rennwochenende zusätzlich erschwerten.
Marc Surer wiederum kritisiert vor allem die heutige Abhängigkeit der Fahrer von ihren Renningenieuren. Sein deutliches Fazit:
„Die heutigen Fahrer haben doppelt so große Rückspiegel – und trotzdem verlangen sie, dass der Ingenieur alles erledigt.“
Für den ehemaligen Formel-1-Piloten müsse der Fahrer selbst die Verantwortung übernehmen und sich nicht ausschließlich auf den Funk verlassen.
©Mercedes AMG F1Antonelli überzeugt – Ferrari verschenkt erneut ein Top-Ergebnis
Auch Kimi Antonellis Qualifying-Strafe wird ausführlich analysiert. Während Niels Wittich die Unterschiede zum viel diskutierten Fall von George Russell erklärt, lobt Marc Surer erneut die Reife des WM-Führenden.
Der 19-Jährige fahre inzwischen mit der Ruhe und Übersicht eines erfahrenen Spitzenfahrers und habe selbst nach seiner Strafversetzung wieder ein starkes Rennen gezeigt.
Deutlich kritischer fällt dagegen die Analyse von Ferrari aus. Nach Ansicht der beiden Experten summierten sich mehrere kleine Fehler – von der Qualifying-Strafe gegen Lewis Hamilton über strategische Entscheidungen bis hin zur Boxengassenstrafe im Rennen. Obwohl Ferrari über weite Strecken eines der schnellsten Autos besessen habe, blieb erneut ein mögliches Spitzenergebnis aus.
©Getty Images / Red BullVerstappen, Red Bull und das große Halbzeitzeugnis
Natürlich werfen Surer und Wittich auch einen Blick auf Max Verstappen. Trotz eines schwierigen Wochenendes fuhr der Weltmeister erneut auf das Podium. Surer vermutet, dass Red Bull die aerodynamischen Probleme nach dem Qualifying noch rechtzeitig identifizieren und beheben konnte.
Zum Abschluss ziehen beide Experten ihr großes Halbzeitfazit. Mercedes bleibt für Marc Surer bislang das Maß der Dinge, während Aston Martin für ihn die größte Enttäuschung der Saison darstellt. Niels Wittich hebt dagegen besonders hervor, wie eng das Feld inzwischen zusammengerückt ist und wie viele Teams sich im Verlauf der Saison deutlich gesteigert haben.
Außerdem sprechen beide über die Rückkehr der Formel 1 nach Malaysia, die Entwicklung von Cadillac sowie ihre Erwartungen für die zweite Saisonhälfte. Die vollständige Analyse der 12. Ausgabe von RACE CONTROL gibt es im Video.































