Nach seinem Abschied von Red Bull steht Craig Skinner offenbar vor einem Wechsel zu Cadillac. George Russell bekommt derweil in Silverstone seine eigene Tribüne – und bei Ferrari könnte der Ärger zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc Konsequenzen haben. Die Themen der CHAMP1 NEWS vom Mittwoch.
Kurz vor der Formel-1-Premiere auf dem Madring beschäftigen die Königsklasse nicht nur die sportlichen Fragen zum kommenden Rennwochenende. Auch abseits der Strecke gibt es Bewegung: Cadillac arbeitet offenbar an einem prominenten Zugang, George Russell erhält eine besondere Auszeichnung bei seinem Heimrennen – und Ferrari muss entscheiden, wie frei Lewis Hamilton und Charles Leclerc künftig noch gegeneinander fahren dürfen.
©Getty Images / Red BullEx-Red-Bull-Chefdesigner vor Wechsel zu Cadillac
Craig Skinner könnte nach seinem bereits feststehenden Abschied von Red Bull Racing bei Cadillac eine neue Aufgabe finden. Der langjährige Ingenieur und frühere Chef-Designer des Teams aus Milton Keynes hat seine sogenannte Gardening-Leave-Phase inzwischen offenbar beendet.
Nach Informationen von GPblog befindet sich Skinner bereits in fortgeschrittenen Gesprächen mit Cadillac. Der Formel-1-Neueinsteiger sucht nach seinem schwierigen ersten Jahr und weiterhin ausbleibenden WM-Punkten vor allem im technischen Bereich nach zusätzlicher Erfahrung.
Skinner wäre dafür ein hochkarätiger Zugang: Der Brite arbeitete mehr als 20 Jahre für Red Bull, unter anderem als Aerodynamik-Chef, und wurde 2022 zum Chef-Designer befördert. In dieser Funktion war er auch an der Entwicklung des extrem erfolgreichen RB19 beteiligt.
Sein Abschied aus Milton Keynes war bereits im Februar bekanntgegeben worden. Offen ist nun nur noch, wo Skinner seine Karriere fortsetzt. Neben Cadillac soll sich auch Alpine um den erfahrenen Techniker bemüht haben. Die derzeit heißeste Spur führt allerdings zum US-Rennstall.
Für Red Bull reiht sich Skinners bereits erfolgter Abgang in eine längere Serie personeller Veränderungen ein. Mit Adrian Newey, Jonathan Wheatley und Rob Marshall haben bereits mehrere Schlüsselfiguren der erfolgreichen vergangenen Jahre das Team verlassen, Gianpiero Lambiase wechselt 2028 zu McLaren.
©instagram.com/silverstonecircuitSilverstone benennt Tribüne nach George Russell
Für George Russell gibt es dagegen erfreuliche Nachrichten. Der Mercedes-Pilot erhält ab dem Großbritannien-Grand-Prix 2027 eine eigene Tribüne in Silverstone.
Die neue „George-Russell-Tribüne“ soll unmittelbar nach dem Ausgang der ersten Kurve entstehen und einen Blick auf die ersten vier Kurven der Strecke ermöglichen. Russell selbst bezeichnete den Standort als einen der besten Plätze am gesamten Kurs.
Die Ehrung folgt auf Russells bislang bestes Heimrennen: In diesem Jahr wurde er hinter Charles Leclerc Zweiter und stand damit erstmals beim Großbritannien-GP auf dem Podium. Ein Heimsieg fehlt dem inzwischen siebenmaligen Grand-Prix-Sieger allerdings weiterhin.
©IMAGO / NurPhotoFerrari diskutiert Stallorder für Hamilton und Leclerc
Deutlich komplizierter ist die Lage bei Ferrari. Nach dem erneuten Ärger zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc in Monza steht die Scuderia vor der Frage, ob die beiden Piloten künftig weiterhin völlig frei gegeneinander fahren dürfen.
Beim Start des Italien-GP kamen sich Hamilton und Leclerc in Kurve zwei in die Quere. Hamilton musste ausweichen, verlor Positionen und widersprach später auch Leclercs Darstellung, wonach beide Fahrer gleichermaßen Anteil an der Situation gehabt hätten. Teamchef Fred Vasseur räumte ein, dass die Szene aus Ferrari-Sicht nicht gut gewesen sei.
Eine klare Nummer eins wollte Vasseur bislang dennoch nicht bestimmen. Er verwies dabei auf McLaren und die vergangene Saison: Eine zu frühe Festlegung auf einen Fahrer könne sich im weiteren Verlauf einer Weltmeisterschaft rächen. Gleichzeitig zeigen die jüngsten Rennen aber, dass Ferrari bei direkten Duellen zwischen Hamilton und Leclerc zunehmend vor Problemen steht.
Zusätzliche Kritik kommt von Ralf Schumacher. Er sieht bei Ferrari ein grundsätzliches Problem beim Zusammenhalt und verweist auf öffentliche Schuldzuweisungen, Funksprüche und Strategiediskussionen. Im Vergleich zur erfolgreichen Ära um Michael Schumacher, Ross Brawn und Jean Todt würden interne Probleme heute deutlich stärker nach außen getragen. Genau diese Unterschiede zur damaligen Ferrari-Struktur hatten wir zuletzt auch in RACE CONTROL mit Marc Surer thematisiert.
Vor dem Madrid-GP muss Vasseur deshalb eine Balance finden: Hamilton und Leclerc sollen weiter ihre Chancen bekommen, gleichzeitig darf Ferrari nicht riskieren, dass sich beide gegenseitig Punkte wegnehmen. Ob daraus tatsächlich eine klassische Stallorder oder zunächst nur klarere Regeln für direkte Duelle entstehen, könnte sich schon auf dem Madring zeigen.
Alle Hintergründe zu Skinners möglichem Cadillac-Wechsel, Russells besonderer Silverstone-Ehrung und der schwierigen Fahrerfrage bei Ferrari gibt es in der vollständigen Ausgabe der CHAMP1 NEWS im Video.































