Nach dem Crash von Charles Leclerc versuchte Lewis Hamilton, die Ehre von Ferrari beim Heimrennen zu retten.
Doch am Ende reichte es nur zu einem enttäuschenden sechsten Platz. Das hat nicht nur mit dem enttäuschenden Auto, sondern auch mit der nächsten Strategie-Kontroverse zu tun.
Lewis Hamilton erlebte ein schweres Rennen. © Price / XPB ImagesSurer kritisiert Ferrari-Strategie wiederholt
In der Phase des VSC, die es in der Mitte des Rennens gab, wechselten Antonelli und Verstappen, ihre Reifen. Hamilton, der auf Mediums unterwegs war, blieb allerdings draußen und hatte am Ende nicht mehr die Pace, um mit den anderen Autos mitzuhalten.
Auch in Race Control, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende, wurde über diese Entscheidung gesprochen. Kommentatorenlegende Marc Surer hat für den verpassten Boxenstopp kein Verständnis.
„Ist das nicht eine Frage, die wir schon öfter gestellt haben? Die Strategie bei Ferrari ist immer ein bisschen seltsam. (…) Ja, man hat vorher schon gesehen, dass der Hamilton nicht mehr richtig mithalten kann. Und dann muss ich doch sagen: ‚Okay, jetzt nutzen wir die Chance.’“
Für den Schweizer sei es eine „typische Ferrari-Entscheidung“ gewesen. Man habe gemerkt, wie leicht Max Verstappen an den McLaren-Fahrern vorbeigezogen war, wie wichtig der Reifenvorteil gewesen sei.
Muss Vasseur um seinen Job fürchten? © Rew / XPB ImagesVasseur unter Druck?
Surer gab der Scuderia einen Tipp mit auf den Weg, was man mit den Gazetten nach dem Wochenende machen solle. „Alle verbrennen“, machte der Schweizer klar. Für ihn hätte Hamilton am Ende trotzdem keine Chance auf einen Platz auf dem Podium gehabt.
„Der Max war so stark im Rennen und die beiden Mercedes kann man eh nicht schlagen. Also dann wäre der 4. Platz logisch gewesen.“
Doch auch dieser Platz wäre für die Scuderia besser gewesen, als am Ende das schlechteste Top-Team beim Heimrennen zu werden. Der Rennstall steht nun jedenfalls gehörig unter Druck.
Und laut einem Bericht von „The Race“ könnten bald sogar Köpfe rollen. Nach der enttäuschenden Performance von Monza schwindet so langsam das Vertrauen in Teamchef Fred Vasseur.
Nachfolgekandidaten sind Ferraris Chef der FIA‑Langstrecken-Weltmeisterschaft, Antonello Coletta, und sogar Ex-Red-Bull-Teamchef Christian Horner, bei dem immer noch nicht klar ist, wann und in welcher Position er in die Formel 1 zurückkommt.
Die kommenden Wochen beim italienischen Rennstall könnten spannend werden. Die Scuderia wird wie immer zu einem Pulverfass – also wie nahezu jedes Jahr.































