Der Streit zwischen Christian Horner und Helmut Marko eskaliert weiter: Marko widerspricht den schweren Vorwürfen seines früheren Weggefährten und präsentiert sogar eine Kondolenznachricht als möglichen Gegenbeweis. Bei Ferrari warnt Ralf Schumacher vor einem möglichen Rücktritt von Fred Vasseur. Gleichzeitig wachsen unter den Fahrern die Zweifel am Saisonfinale in Katar und Abu Dhabi – während Max Verstappen den Zustand der Strecke in Austin scharf kritisiert. Die Themen der CHAMP1 NEWS vom Freitag.
Kurz vor dem Großen Preis der USA sorgt die Formel 1 auch abseits der Strecke für reichlich Schlagzeilen. Besonders der inzwischen öffentlich ausgetragene Konflikt zwischen Christian Horner und Helmut Marko erreicht eine neue Eskalationsstufe.
Dazu kommen neue Spekulationen rund um Ferrari, politische Unsicherheit über das Saisonfinale und deutliche Kritik der Fahrer am Circuit of the Americas.
©Getty Images / Red BullMarko widerspricht Horner – und zeigt Kondolenznachricht
Helmut Marko reagiert mit ungewöhnlich deutlichen Worten auf die Vorwürfe von Christian Horner.
Der frühere Red-Bull-Teamchef hatte behauptet, Marko habe nicht einmal kondoliert, nachdem Horners frühere Partnerin Beverly Allen, die Mutter seiner Tochter Olivia, verstorben war. Gleichzeitig warf Horner seinem langjährigen Weggefährten vor, in dieser persönlich schwierigen Phase an seiner Entlassung gearbeitet zu haben.
Marko widerspricht dieser Darstellung nun ausdrücklich.
Gegenüber der „Kronen Zeitung“ soll der 83-Jährige dem Reporter eine Textnachricht gezeigt haben, die er Horner nach dem Todesfall geschickt habe. Darin soll Marko sein Beileid ausgesprochen haben. Damit steht zumindest dieser Teil von Horners Darstellung infrage.
Auch darüber hinaus wird Marko deutlich. Horners neues Buch „Drive“ hatte er bereits als eine „Summe von Unwahrheiten“ bezeichnet. Besonders kritisch sieht er nun auch das Veröffentlichungsdatum: Die Biografie erschien ausgerechnet am 22. Oktober – exakt vier Jahre nach dem Tod von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz.
Marko nennt das eine „Peinlichkeit“. Ob das Datum bewusst gewählt wurde, ist allerdings nicht geklärt.
Zudem verweist Marko auf Horners offenbar hohe Abfindung nach dessen Entlassung und erklärt, angesichts dessen hätte er mehr Loyalität gegenüber dem früheren Arbeitgeber erwartet.
Eine persönliche Aussprache lehnt Marko derzeit ab. Damit scheint eine Versöhnung der beiden Männer, die zwei Jahrzehnte lang gemeinsam Red Bulls Formel-1-Projekt geprägt haben, vorerst ausgeschlossen.
©XPB ImagesSchumacher fürchtet freiwilligen Vasseur-Rücktritt
Auch bei Ferrari gibt es trotz sportlicher Fortschritte weiter Unruhe.
Ralf Schumacher sieht vor allem das interne Duell zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc kritisch. Nach seiner Einschätzung konzentrieren sich beide Piloten derzeit zu stark aufeinander, statt gemeinsam daran zu arbeiten, Ferrari wieder regelmäßig zum Sieg zu führen.
„Charles und Lewis kämpfen im Moment nur gegen sich.“
Schumacher sieht deshalb auch Teamchef Fred Vasseur in der Pflicht, die Interessen des Rennstalls stärker über die des internen Fahrerduells zu stellen.
Noch brisanter ist allerdings seine Einschätzung zu Vasseurs persönlicher Zukunft.
Schumacher hält es für möglich, dass der Franzose am Saisonende freiwillig zurücktritt. Hintergrund seien der enorme Druck und mögliche gesundheitliche Belastungen. Schumacher sprach unter anderem von einem erheblichen Gewichtsverlust Vasseurs und gesundheitlichen Problemen während eines Aufenthalts in Monaco.
Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben liegt allerdings nicht vor. Ebenso gibt es bislang keinerlei Rücktrittsankündigung des Ferrari-Teamchefs.
Zuletzt hatte sich Ferrari öffentlich klar hinter Vasseur gestellt. Auch Christian Horner relativierte seine früheren Aussagen zur Scuderia und erklärte, er habe mit seinen Äußerungen keine Ablösung des Franzosen anstoßen wollen.
Schumachers Szenario bleibt damit ausdrücklich eine persönliche Einschätzung.
©XPB ImagesFahrer zweifeln am Saisonfinale im Nahen Osten
Unsicherheit herrscht auch über die letzten Rennen der Saison.
Während FIA und Formel 1 weiterhin davon ausgehen, dass Katar am 29. November und Abu Dhabi am 6. Dezember wie geplant stattfinden können, zeigen sich die Fahrer zunehmend skeptisch.
Carlos Sainz erklärte in Austin, es falle ihm schwer, die Zuversicht der Verantwortlichen vollständig zu teilen.
„Die Verantwortlichen scheinen sehr überzeugt davon zu sein, dass die Rennen wie geplant stattfinden werden. Mir fällt es momentan schwer, ebenso überzeugt zu sein.“
Besonders unberechenbar sei die weitere Entwicklung des Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran.
Zusätzlich rücken die US-Zwischenwahlen am 3. November in den Fokus. Danach könnte sich die amerikanische Politik in der Region verändern. Belastbare Hinweise darauf, dass Präsident Donald Trump bereits eine Entscheidung getroffen hätte, die unmittelbar zu einer Absage der Rennen führen würde, gibt es allerdings nicht.
Für die Formel 1 geht es gleichzeitig um erhebliche wirtschaftliche Interessen. Nach einem Bericht von BILD könnten bei einer Absage beider Rennen mindestens 160 Millionen Euro an Einnahmen auf dem Spiel stehen.
Als Alternative bleibt offenbar Imola im Gespräch. Die Strecke soll sich auf ein mögliches Ersatzfinale am 6. Dezember vorbereiten. Eine offizielle Verlegung gibt es bislang jedoch nicht.
©XPB ImagesVerstappen: Austin-Bodenwellen „inakzeptabel“
Unmittelbar vor dem USA-Grand-Prix sorgt Max Verstappen derweil mit heftiger Kritik am Circuit of the Americas für Aufsehen.
Obwohl der Niederländer Austin grundsätzlich zu seinen Lieblingsstrecken zählt, hält er den aktuellen Zustand des Asphalts für problematisch.
„Die Unebenheiten, die es hier gibt, sind inakzeptabel.“
Verstappen fordert grundlegende Arbeiten am Untergrund. Die bisherigen Reparaturen seien lediglich kurzfristige Maßnahmen, während die eigentliche Ursache tiefer liege.
Besonders deutlich wird er bei der körperlichen Belastung. Mit Blick auf seine Wirbelsäule freue er sich unter den aktuellen Bedingungen nicht auf das Rennen.
Auch Lando Norris kritisiert die Strecke. Nach seiner Einschätzung würden Fahrer durch die Bodenwellen teilweise derart durchgeschüttelt, dass ihre Köpfe gegen die Kopfstützen schlagen.
Sportlich könnte Austin gleichzeitig ein entscheidendes Wochenende werden: Kimi Antonelli besitzt bereits theoretische Chancen auf den vorzeitigen WM-Titel.
©XPB ImagesPérez denkt bereits über Karriereende nach
Auch Sergio Pérez beschäftigt sich trotz seiner erst in diesem Jahr erfolgten Formel-1-Rückkehr bereits mit der Frage, wann endgültig Schluss sein könnte.
Der Cadillac-Pilot betont zwar, dass ihm das Rennfahren wieder große Freude bereite und er körperlich problemlos noch viele Jahre fahren könne.
„Ich könnte ohne Probleme noch weitere zehn Jahre in der Formel 1 bleiben, aber ich habe große Lust auf andere Dinge jenseits der Formel 1.“
Entscheidend könnte für den Mexikaner vor allem seine Familie werden.
Seine Kinder erreichten inzwischen ein Alter, in dem er möglichst viel Zeit mit ihnen verbringen wolle. Die vielen Reisen und langen Abwesenheiten seien eine Belastung, die sich nicht beliebig nachholen lasse.
Ein kurzfristiger Rücktritt steht allerdings nicht bevor. Pérez besitzt bei Cadillac noch einen Vertrag bis einschließlich 2027 und möchte die Entwicklung des neuen Teams weiter begleiten.
Alle Hintergründe zum eskalierenden Streit zwischen Helmut Marko und Christian Horner, Ralf Schumachers Sorgen um Fred Vasseur, den Zweifeln am Formel-1-Finale im Nahen Osten, Verstappens Austin-Kritik und Sergio Pérez’ Zukunft gibt es in der vollständigen Ausgabe der CHAMP1 NEWS im Video.
Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt.































