Sebastian Vettel war einer der erfolgreichsten Fahrer aller Zeiten. Der Deutsche war der erste Beweis dafür, wie ambitioniert Red Bull in der Formel 1 ist. Nach seinen unglaublichen Erfolgen folgte allerdings viel Tristesse.
Genau vor vier Jahren entschied er sich, seine Formel-1-Karriere zum Ende des Jahres 2022 zu beenden. Warum sieht man ihn seitdem kaum in der Öffentlichkeit?
2007 kam der junge Sebastian Vettel als Test- und Ersatzfahrer zum BMW-Sauber in die Formel 1. Da freitags kein drittes Auto im Training mehr erlaubt war, musste entweder Nick Heidfeld oder Robert Kubica sein Cockpit an den Deutschen abgeben.
Nach Protesten der beiden Betroffenen musste Vettel dann aber sein Freitagscockpit bereits ab dem dritten Rennwochenende wieder abgeben. Nach dem schweren Unfall von Kubica durfte Vettel immerhin in Indianapolis starten und konnte Platz acht und damit direkt seinen ersten WM-Punkt erreichen.
Zur Mitte der Saison gab Toro Rosso dem Deutschen das Cockpit von Scott Speed. Doch auch hier musste Vettel erst einmal warten, da es keine Freigabe gab. In Ungarn saß der Deutsche im Auto, ohne es einmal vorher gefahren zu haben.
Sebastian Vettel galt als Formel-1-Wunderkind. © Batchelor / xpb.ccUnglaubliche Red-Bull-Zeit für Vettel
Nachdem Vettel 2008 im Toro Rosso in Monza als damals jüngster Pole-Sitter und jüngster Sieger der Formel-1-Geschichte brillieren konnte, durfte er ab 2009 neben Mark Webber im Red Bull sitzen.
Nach einer Vizeweltmeisterschaft 2009 aufgrund des dominanten Brawn-GP-Boliden von Jenson Button, wurde er zum bis heute jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte. Danach sollten noch drei weitere Titel folgen.
Danach lief es aber nicht mehr so gut. Die dominanten Mercedes-Fahrer machten Red Bull einen Strich durch die Rechnung und Vettel verlor das teaminterne Duell gegen Daniel Ricciardo. Also entschied er sich dafür, sich seinen Ferrari-Traum im Jahr 2015 zu erfüllen.
Bei Aston Martin erlebte Vettel eine enttäuschende Zeit. © Bearne / XPB ImagesVerpasste Chancen mit Ferrari und Aston-Martin-Enttäuschung
Seine Zeit bei Ferrari war vor allem von verpassten Chancen geprägt. Immer wieder konnte der Deutsche Lewis Hamilton Paroli bieten, am Ende unterlag er aber mehrmals, auch aufgrund seines unzuverlässigen Autos und viel Pech.
2019 bekam er mit Charles Leclerc einen neuen Teamkollegen. Gegen den Monegassen machte Vettel vor allem 2020 keinen Stich. Bereits vor der Saison verkündeten das Team und der Ferrari-Star, dass der Deutsche den Rennstall verlassen würde.
Vettel erhielt den Sitz bei Aston Martin, der eigentlich Sergio Pérez versprochen worden war. Beim neuen Team ging allerdings nichts mehr und 2022 entschied er sich, seine Formel-1-Karriere am Ende des Jahres zu beenden.
Sebastian Vettel kämpft für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. © IMAGO / Michael PottsVettel kritisiert Reglement
Seit seinem Karriereende genießt Vettel sein Familienleben, wie er im Podcast Beyond The Grid am Anfang des Jahres erzählte.
„Ich habe mich bisher auf nichts festgelegt. Abgesehen davon mache ich viele verschiedene Dinge, lerne neue Leute kennen, lerne neue Sachen, verbringe Zeit zu Hause – mit den Kindern ist das natürlich eine Priorität. Und das genieße ich.“
Zurzeit habe er ein Hofprojekt, an dem er viel Freude habe. Nicht so große Freude hat er allerdings am aktuellen Reglement. In der Vergangenheit setzte er sich zwar immer wieder für Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein, findet den Weg, den die Formel 1 geht, allerdings falsch, wie er im Interview mit Jonas Falk verriet. Für ihn würden Dinge wie Motorenlärm und Verbrennungsmotoren dazugehören.
„Deshalb fände ich persönlich es schon schade, wenn diese Komponente ganz ausstirbt. Gleichzeitig sollten wir uns Gedanken machen, dass wir eine sinnvolle Lösung für das Problem finden. Einfach weiter am Verbrenner festzuhalten, weil er sich schön anhört, ist nicht gut genug. Synthetische Kraftstoffe sind eine Lösung, vorausgesetzt, wir nehmen die richtigen.“
Generell lobt er allerdings die Entwicklung der Elektromobilität und hält diese für eine „Bereicherung“.
Formel-1-Comeback für Vettel ausgeschlossen
Auch wenn er immer wieder Gefallen an der Formel 1 fände und das Rennfahren vermissen würde, schließt Vettel ein Comeback eigentlich aus.
„Was ich jetzt wirklich wertschätze, und das habe ich nicht super bewusst entschieden, es ist eher unterbewusst passiert, ist, dass ich ein Leben außerhalb der Formel 1 aufgebaut habe. Wahrscheinlich das Beste, das mir passiert ist: Ich habe sehr früh meine Frau kennengelernt, und wir haben zusammen ein Leben aufgebaut.“
Vettel wird immer eine der größten deutschen Legenden der Formel 1 bleiben, doch er hat das geschafft, was viele vor ihm nicht wirklich konnten – den Absprung zum richtigen Zeitpunkt schaffen.


































