Keiner möchte die zweite Geige im eigenen Team spielen. Gerade Valtteri Bottas kann davon ein Lied singen. Zu Mercedes-Zeiten neben Lewis Hamilton war deutlich, wer die klare Nummer 1 bei den Silberpfeilen war. Droht George Russell nun das selbe Schicksal? Der ehemalige Haas-Teamchef Günther Steiner hat da eine klare Antwort zu.
In Zandvoort musste Russell Antonelli per Teamorder vorbeilassen | © Price / XPB ImagesPlatztausch war mehr als deutlich
Zu Beginn in die neue Saison startete Russell mit einem Sieg. Man dachte, als Erfahrenerer neben einem Teamkollegen im zweiten Jahr, hätte Russell die Position als Teamleader inne. Doch da hatte er die Rechnung nicht mit Kimi Antonelli gemacht. Nach dem Saisonauftakt gewann der junge Italiener gleich fünf Rennen in Folge. Von insgesamt 12 Rennen konnte Antonelli sechs für sich entscheiden, George Russell im Gegensatz dazu nur zwei.
Antonelli führt die WM aktuell mit 242 Punkten. Russell liegt mit einem Rückstand von 59 Punkten auf dem zweiten Platz. Er ist mit 183 Punkten gleich auf mit Lewis Hamilton.
In Zandvoort ordnete man bei Mercedes per Teamorder einen Platztausch zwischen Russell und Antonelli an. Russell ließ Antonelli vorbei, obwohl dieser am Ende eigentlich keine realistischen Chancen auf den Sieg hatte.
Im The Red Flags Podcast stellte man dem ehemaligen Haas-Teamchef die Frage, ob George Russell nun das gleiche Schicksal wie damals Valtteri Bottas blühen würde.
Steiner: Russell muss sich entscheiden
Zunächst zögerte der Südtiroler mit seiner Antwort. „Das ist eine schwierige Frage“, gab er erst zu. Nach kurzem Überlegen legte er sich schließlich fest: „Mal schauen wie er reagiert [wenn man ihn zur Nummer 2 macht].“
Es sieht ganz danach aus. Ich weiß nicht, ob es wirklich so sein wird – aber es deutet aktuell alles darauf hin.
Trotzdem findet Steiner, dass die Situation schwierig zu bewerten ist. Schließlich sei es in Russells eigener Kontrolle, ob er sich zur Nummer 2 machen lässt oder nicht. Bottas war zufrieden damit nur die Nummer 2 zu sein, behauptete der Ex-F1-Teamchef. „Wenn George damit nicht zufrieden ist, dann muss er etwas dagegen tun“, meinte Steiner schlichtweg. Konkret meinte der Südtiroler den Wechsel des Teams. Für 2027 stehen die Chancen schlecht, aber vielleicht kann sich 2028 eine neue Tür öffnen.
Russell sollte an sich selbst den Anspruch haben, nicht der neue Valtteri Bottas bei Mercedes zu werden. Diese Entscheidung liegt allerdings bei ihm selbst und nicht bei dem Team. Wenn Russell bei Mercedes bleibt und sich nichts ändern wird, wird er ultimativ zur Nummer 2 gemacht machen, glaubt Günther Steiner.































