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„Logische Konsequenz“: Wolff erklärt Mercedes-Teamorder

Der Platzwechsel zwischen Russell und Antonelli sorgte für reichlich Diskussionen. Toto Wolff erklärte, warum für Mercedes die Teamorder nötig war.

© IMAGO / Every Second Media

Noch vor der Sommerpause behauptete man bei Mercedes, dass es so schnell keine Teamorder geben wird. Im ersten Rennen nach der Sommerpause gab es dann doch eine. Team-CEO Toto Wolff erklärte auch, wieso man sich dafür entschied.

Kimi Antonelli und George Russell feiern Platz 2 und 3 in ZandvoortAntonelli und Russell feiern ihr Podium | © Moy / XPB Images

Russell soll Antonelli vorbeilassen

Als man Russell funkte, er soll Antonelli vorbeilassen, fragte dieser erstmal nach, ob Antonelli überhaupt eine Chance auf den Sieg habe. Es war bereits Runde 66 von 72, der Abstand zu dem Führenden Lando Norris war über elf Sekunden.

Russell ließ Antonelli passieren, doch einholen konnte er Norris nicht im Geringsten. Nun hatte Russell noch Hamilton im Nacken sitzen und verlor beinahe selbst noch seinen dritten Platz. Für viele war die Anweisung, Plätze zu tauschen völlig unverständlich. Hat man Russell mit dieser Ansage nun zur klaren Nummer 2 gemacht? Setzt man nun alles bei Mercedes auf Antonelli und sorgt dafür, ihn so viele Punkte wie möglich sammeln zu lassen?

Schließlich ist George Russell gemeinsam mit Teamkollege Kimi Antonelli im WM-Kampf. Vor dem Rennen lag der Brite auf Platz 3 der Tabelle. Aktuell ist er Punktgleich mit Lewis Hamilton und liegt auf Platz 2. Spricht man hier nun von Silver Arrow Rules?

Toto Wolff hat jedoch eine ganz einfache Erklärung für die Teamorder.

George Russell und Kimi AntonelliHier lag Russell noch vor Antonelli | © Bearne / XPB Images

Wolff erklärt die Teamorder

Gleich nach dem Rennen sprach Toto Wolff mit Sky Deutschland. Dort erklärte er: „Ich denke nicht, dass Norris noch zu schnappen war. Es ging einfach darum, die sicherste Situation zu schaffen, um Punkte zu holen.“ In der Theorie hätte das Team auch ohne Teamorder jedoch die gleiche Anzahl an Punkten geholt – der einzige Unterschied wäre, dass Russell mehr Punkte geholt hätte als Antonelli. Insgesamt sei es eine schwierige Entscheidung gewesen, räumte Wolff ein, aber das sei so, „wenn man um den Konstrukteurstitel kämpfen will.“ Aber das sei kein Einzelkampf, und das wisse jeder Mitarbeiter im Team. So arbeite man bei Mercedes schon seit 15 Jahren.

Trotzdem stellte der Österreicher klar, dass die interne Anweisung des Platztausches nichts mit der Fahrer-WM-Führung zu tun habe.

Wir haben sehr oft darüber diskutiert. Wir werden keine Zeit damit verlieren, gegeneinander zu kämpfen, wenn uns zwei Ferrari auf die Pelle rücken. Das hat auch nichts damit zu tun, wer in der WM führt, wäre die Situation andersrum gewesen, dann hätten wir genau das Gleiche gemacht. Es ging einfach darum, die bestmöglichen Positionen zu schützen.

Kimi Antonelli und George RussellIst Russell jetzt die Nummer 2 im Team? | © Price / XPB Images

Russell zeigt Verständnis

George Russell stellte nach dem Rennen die Entscheidung des Teams überhaupt nicht in Frage. Für ihn stellte sich die Frage gar nicht, sich dem Team zu widersetzen. Nach dem Rennen gab der Brite zu:

Kimi lag ohnehin vor mir, also hatte er es verdient, vor mir ins Ziel zu kommen.

Er unterstützte Wolffs These, dass man nicht teamintern kämpfen soll, wenn man von hinten Gefahr durch beide Ferraris droht. Insgesamt hat die Teamorder Russells Stimmung nicht getrübt. Er sei trotzdem zufrieden mit seiner Leistung und beschreibt die Performance in Zandvoort als eine seiner besten.

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Laura Schanz
Laura Schanz ist seit Juni Teil des CHAMP1.NEWS-Teams. Ursprünglich kommt sie aus dem Bildungswesen, doch ihre Begeisterung für die Formel 1 entwickelte sich schnell von einem Hobby zu einer echten Leidenschaft. Heute verfolgt sie zwei klare Missionen: Zum einen möchte sie alle Strecken des aktuellen Formel-1-Kalenders persönlich besuchen — sechs davon konnte sie bereits abhaken. Zum anderen will sie mit dem hartnäckigen Vorurteil aufräumen, dass Frauen in der Formel 1 keinen Platz hätten. Für Laura ist die Königsklasse weit mehr als schnelle Autos, laute Motoren und der Geruch von verbranntem Gummi. Mit analytischem Blick begleitet sie Rennwochenenden, ordnet aktuelle F1-News und Entwicklungen ein und schreibt klare, verständliche Artikel rund um das Geschehen auf und neben der Strecke. Darüber hinaus ist sie als Social-Media-Host für CHAMP1 aktiv und gehört bei den Live-Sendungen an den Rennwochenenden neben Chantal und David zum On-Air-Team. Ihr Anspruch: die Formel 1 greifbarer, verständlicher und zugänglicher zu machen — für eingefleischte Fans genauso wie für alle, die gerade erst in diesen Sport eintauchen.
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