Die CHAMP1 NEWS starten an diesem Freitag mit einer Breaking News: Das Internationale Berufungsgericht der FIA hat im Streit um das Monaco-Ergebnis zugunsten von Red Bull und McLaren entschieden. Die beiden Fünf-Sekunden-Strafen gegen Pierre Gasly werden wieder eingesetzt. Der Alpine-Pilot fällt damit von Rang drei auf Platz sieben zurück – und Isack Hadjar erhält nachträglich sein erstes Podium für Red Bull zugesprochen.
Sportlich muss der Franzose allerdings weiter zuschauen. Nach Zandvoort verpasst Hadjar auch den Italien-Grand-Prix in Monza. Gleichzeitig steht hinter seinem Einsatz beim neuen Madrid-Grand-Prix weiterhin ein Fragezeichen.
Dazu geht es in Ausgabe Nr. 810 um kürzere Grand Prix ab 2027, neue Unruhe beim Formel-1-Neuling Cadillac, mehrere offene Fahrerfragen und das aktivierte Hitzeprotokoll in Monza.
Hadjar bekommt Monaco-Podium – und verpasst auch Monza
Der FIA-Fall rund um Pierre Gasly und das Monaco-Ergebnis ist entschieden. Red Bull und McLaren waren gegen die nachträgliche Aufhebung von Gaslys beiden Zeitstrafen vorgegangen – mit Erfolg.
Damit verliert Gasly seinen dritten Platz. Isack Hadjar rückt auf Rang drei vor und erhält nachträglich sein erstes Podium für Red Bull. Oscar Piastri wird Vierter, Liam Lawson Fünfter und Arvid Lindblad Sechster.
Hintergrund war ein Fehler bei der offiziellen Vermessung der Boxengasse. Alpine hatte daraufhin erfolgreich eine erneute Prüfung beantragt, wodurch Gaslys Strafen zunächst gestrichen worden waren. Das Berufungsgericht kassierte diese Entscheidung nun wieder.
Für Hadjar ist die sportliche Lage trotzdem schwierig. Nach seinem verletzungsbedingten Ausfall in Zandvoort muss er auch in Monza pausieren. Liam Lawson übernimmt erneut das Red-Bull-Cockpit.
Nach Informationen von „L’Équipe“ ist zudem offen, ob Hadjar bereits beim Madrid-Grand-Prix wieder einsatzbereit sein wird. Red Bull beobachtet die Rehabilitation weiter genau und will bei der Rückkehr kein Risiko eingehen.
©XPB ImagesFormel 1 plant ab 2027 kürzere Rennen
Ab 2027 sollen die Grand Prix der Formel 1 etwas kürzer werden.
Nach übereinstimmenden Medienberichten haben sich die elf Teams in Monza darauf verständigt, die Renndistanz von bislang rund 305 auf überwiegend etwa 290 Kilometer zu reduzieren.
Je nach Strecke könnten dadurch zwei bis vier Runden wegfallen. Hintergrund ist das veränderte Motorenreglement. Durch die geplante stärkere Rolle des Verbrennungsmotors steigt auch der Kraftstoffverbrauch.
Größere Tanks würden tiefgreifende Änderungen an den bereits weit fortgeschrittenen Fahrzeugkonzepten für 2027 erforderlich machen. Die Verkürzung gilt deshalb als pragmatische Lösung.
Formell muss die Änderung allerdings noch von der Formel-1-Kommission und dem Motorsport-Weltrat bestätigt werden.
©IMAGO / ZUMA Press WireErmittlungen setzen Cadillac-Investor unter Druck
Beim Formel-1-Neuling Cadillac gibt es auch abseits der Strecke neue Unruhe.
Nach Berichten von „Bild“ und „Wall Street Journal“ steht Mark Walter, einer der wichtigsten Investoren hinter dem Projekt, in den USA unter finanziellem und juristischem Druck.
Im Umfeld seiner Unternehmen sollen Versicherungs-Investitionen im Volumen von rund 20 Milliarden US-Dollar untersucht werden. Im Raum steht laut den Berichten der Verdacht des Betrugs.
Walter hält über seine Firmen rund 70 Prozent am Cadillac-Formel-1-Team.
Ob das Team selbst von den Ermittlungen oder dem möglichen Finanzierungsdruck betroffen ist, ist derzeit nicht bekannt. Auch ein Verkauf ist nicht bestätigt.
Die Frage könnte dennoch relevant werden, sollte Walter künftig größere Vermögenswerte veräußern müssen. Für Cadillac käme zusätzliche Unruhe zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt – sportlich wartet das Team weiterhin auf die ersten WM-Punkte.
©IMAGO / SOPA ImagesLeclerc spricht über Alternativen – Alonso lässt Zukunft offen
Auch auf dem Fahrermarkt bleibt Bewegung.
Charles Leclerc bestätigte, dass sich sein Management vor seiner Ferrari-Verlängerung auch über andere Möglichkeiten im Fahrerlager informiert hatte. Konkrete Verhandlungen führte Leclerc nach eigener Aussage allerdings nicht.
Am Ende entschied sich der Monegasse bewusst für Ferrari. Sein großes Ziel bleibe unverändert: mit der Scuderia Weltmeister zu werden.
Deutlich offener ist die Situation bei Fernando Alonso. Der Spanier hat weiterhin nicht entschieden, ob er 2027 für Aston Martin in der Formel 1 fährt.
Für Alonso hängt die Entscheidung nach eigener Aussage weniger von der aktuellen Performance des Autos als von der zukünftigen technischen und sportlichen Ausrichtung der Formel 1 ab. Aston Martin wartet deshalb weiter auf Klarheit.
Ralf Schumacher wird unterdessen trotz seiner Schulter-Operation in Monza für Sky im Einsatz sein. Nachträglich kritisierte der frühere Formel-1-Pilot Aussagen von Laura Wontorra nach seinem Jetski-Unfall und bezeichnete deren Umgang mit seiner Verletzung als unpassend.
©XPB ImagesHitzeprotokoll in Monza – Norris gründet Nachwuchsteam
Der Italien-Grand-Prix wird für Fahrer und Teams auch körperlich zur Herausforderung. Die FIA hat aufgrund der erwarteten Temperaturen von deutlich über 30 Grad das Hitzeprotokoll aktiviert.
Damit dürfen die Fahrer im Rennen spezielle Kühlwesten tragen. Entscheiden sie sich dafür, wird das vorgeschriebene Mindestgewicht des Autos entsprechend angepasst.
Für Monza werden am gesamten Wochenende Temperaturen von bis zu 35 Grad erwartet.
Abseits der Formel 1 startet Lando Norris gleichzeitig ein eigenes Nachwuchsprojekt. Der amtierende Weltmeister ist Mitgründer des neuen Rennstalls „LN4 Fusion“.
Das Team soll künftig in mehreren Nachwuchsserien antreten – darunter die italienische Formel 4, die Formula Regional und die Formel 3. Perspektivisch ist auch der Einstieg in die Formel 2 geplant.
Zusätzlich hat Norris das vollständig finanzierte „LN4 Legacy Programme“ ins Leben gerufen, das jungen Fahrern Chancen ermöglichen soll, die ohne finanzielle Unterstützung möglicherweise nicht in den Formelsport gelangen würden.
Die komplette Ausgabe Nr. 810 der CHAMP1 NEWS mit allen Hintergründen und Einordnungen gibt es im Video.































