Kurz vor dem Großen Preis von Italien laufen bei mehreren Teams die Planungen für die kommenden Jahre auf Hochtouren. Red Bull bestätigt mit Tom McCullough einen wichtigen Neuzugang für 2027, Ferrari erinnert beim Heimrennen in Monza mit einer besonderen Aktion an Michael Schumacher und auf dem Fahrermarkt geraten mehrere etablierte Fahrer unter Druck. Gleichzeitig bleibt das Saisonfinale in Katar und Abu Dhabi unsicher – und Nike könnte vor einem größeren Einstieg in die Formel 1 stehen.
Die Themen der 809. Ausgabe am Mittwoch (02.09.2026):
©XPB ImagesMcCullough wechselt 2027 zu Red Bull
Red Bull hat die Verpflichtung von Tom McCullough offiziell bestätigt. Der langjährige Aston-Martin-Ingenieur übernimmt Anfang 2027 die neu geschaffene beziehungsweise neu geordnete Rolle als Head of Racing.
McCullough gehört seit vielen Jahren zum Formel-1-Fahrerlager und arbeitete zuvor unter anderem für Williams, Sauber sowie die späteren Force-India-, Racing-Point- und Aston-Martin-Strukturen.
Für Red Bull ist die Personalie auch mit Blick auf Gianpiero Lambiase wichtig. Der langjährige Renningenieur von Max Verstappen und aktuelle Head of Race Engineering wird das Team spätestens 2028 in Richtung McLaren verlassen.
McCullough soll deshalb einen wichtigen Teil der zukünftigen Strecken- und Führungsstruktur übernehmen. Nach mehreren prominenten Abgängen versucht Red Bull damit, hinter den Kulissen wieder mehr Stabilität zu schaffen.
©FerrariFerrari ehrt Schumacher mit besonderer Monza-Hommage
Ferrari erinnert beim Heimrennen in Monza an Michael Schumachers erste Saison für die Scuderia vor 30 Jahren.
Der SF-26 von Lewis Hamilton und Charles Leclerc erhält dafür eine Sonderlackierung, die an den Ferrari F310 aus dem Jahr 1996 angelehnt ist. Dazu kommen spezielle Rennoveralls, Teamkleidung und eine limitierte Kollektion.
Auch Schumachers frühere Autos werden in Monza eine Rolle spielen. Unter anderem wird der F2002 ausgestellt und auch auf der Strecke zu sehen sein.
Rubens Barrichello fährt damit am Samstag eine Ehrenrunde, am Sonntag übernimmt Sebastian Vettel den Wagen.
Für Ferrari wird das Wochenende damit auch zu einer Erinnerung an die erfolgreichste Ära der Teamgeschichte. Schumacher gewann mit der Scuderia von 2000 bis 2004 fünf Fahrer-Weltmeisterschaften in Folge.
©XPB ImagesOcon wackelt bei Haas – Red Bull will Hadjar halten
Auf dem Fahrermarkt bleiben mehrere Cockpits offen. Bei Cadillac steht vor allem die Zukunft von Valtteri Bottas im Fokus. Der Finne zeigt sich trotz des Teamchefwechsels zu Marcin Budkowski gelassen, räumt aber ein, dass sich beim neuen US-Team etwas verändern müsse.
Deutlich unsicherer erscheint die Lage von Esteban Ocon bei Haas. Nach einem Bericht von „Auto Sport Web“ soll das Team gleich sechs mögliche Nachfolger prüfen.
Zu den genannten Kandidaten gehören Rafael Câmara, Leonardo Fornaroli, Ryo Hirakawa und Jack Doohan. Auch Liam Lawson und Yuki Tsunoda werden mit Haas in Verbindung gebracht.
Ganz anders sieht es bei Isack Hadjar aus. Red Bull soll langfristig mit dem Franzosen planen und eine Vertragsverlängerung vorbereiten. Hadjar hat sich in seiner ersten Saison neben Max Verstappen stark präsentiert und gilt intern offenbar als wichtiger Bestandteil der Zukunft.
Offen bleibt allerdings noch, ob er nach seiner Handgelenksverletzung bereits beim Italien-Grand-Prix wieder ins Cockpit zurückkehren kann.
©XPB ImagesKatar hält an Formel-1-Rennen fest
Weiter offen ist auch, wo die Formel-1-Saison 2026 tatsächlich endet.
Die Rennen in Katar und Abu Dhabi stehen wegen der unsicheren Lage im Nahen Osten weiterhin unter Vorbehalt. Die Organisatoren in Katar betonen jedoch, dass die Vorbereitungen für den Grand Prix unverändert weiterlaufen.
Streckenpräsident Abdul Rahman bin Abdullatif Al Mannai erklärte, Stand jetzt stehe alles auf Grün. Gleichzeitig räumte er ein, dass sich die Lage jederzeit verändern könne.
Formel-1-Chef Stefano Domenicali hatte bereits angekündigt, bis Mitte September eine Entscheidung treffen zu wollen.
Sollten Katar und Abu Dhabi nicht stattfinden können, wäre ein kurzfristiges Saisonfinale in Europa möglich. Imola und Portimão gelten weiterhin als mögliche Alternativen.
©IMAGO / Nexpher ImagesNike führt Gespräche über Formel-1-Einstieg
Auch wirtschaftlich könnte sich in der Formel 1 ein weiterer großer Deal anbahnen.
Nach Informationen des „Sports Business Journal“ führt Nike konkrete Gespräche mit dem Formel-1-Management über eine Zusammenarbeit.
Für den US-Sportartikelhersteller wäre es das erste größere offizielle Engagement in der Königsklasse seit mehr als zwei Jahrzehnten. Hochrangige Nike-Vertreter sollen bereits beim Miami-Grand-Prix Gespräche geführt haben.
Unklar ist bislang, ob es um eine direkte Partnerschaft mit der Formel 1, ein Engagement bei Cadillac oder eine Kombination aus mehreren Bereichen geht.
Ein Einstieg wäre vor allem mit Blick auf den stark wachsenden Lifestyle- und Merchandising-Markt interessant. Adidas, Puma, Castore und weitere Marken sind dort bereits aktiv.
Eine Vereinbarung ist noch nicht abgeschlossen. Die Gespräche zeigen aber, welchen Stellenwert die Formel 1 inzwischen auch für große internationale Marken außerhalb des klassischen Motorsports erreicht hat.
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