Der Große Preis von Belgien liegt hinter uns und bot ein aufregendes Rennen, mit viel Pech und starkem Strategien. Am Ende krönte Kimi Antonelli seine dominante Form mit dem sechsten Saisonsieg – doch der Weg dahin war nicht ganz einfach.
Turbulente Startphase und frühes Safety Car
Die erste Hiobsbotschaft gab es schon vor dem Erlöschen der Startamppel: Das Williams Team musste vor dem Rennen die Leistungselektronik an Carlos Sainz‘ Auto austauschen. Somit startete der Spanier nicht mehr von Platz 14, sondern von Platz 19.
Der Start in Spa lieferte hier sofort, was er versprach. In der Eau Rouge schnappte sich Max Verstappen kurzzeitig die Führung, musste sie aber direkt wieder an Kimi Antonelli abtreten. Dahinter krachte es in Kurve 6: Lewis Hamilton und George Russell berührten sich. Russell drehte sich ins Kiesbett und das Rennen war für Russell vorbei – ein weiterer Dämpfer im WM-Kampf. Da sein Bolide feststecke, rückte das Safety Car aus. Hamilton kassierte dafür eine 5-Sekunden-Strafe, die selbst der geschädigte Russell als „zu hart“ bezeichnete.
Auch Esteban Ocon schaffte es nicht unbeschadet aus der Startphase. Zuerst fuhr Carlos Sainz Ocon in der ersten Runde leicht hinten rein, kurz darauf berührte ihn ausgerechnet sein eigener Teamkollege: Oliver Bearman versetzte Ocon einen leichten Schaden am Auto.
Derweil erwischte Oscar Piastri einen starken Start – bis zur Kollision mit Charles Leclerc. Im engen Rad-an-Rad-Duell flogen sogar Teile, doch die Stewards werteten den Vorfall als normalen Rennunfall ohne Strafe.
Bei Charles Leclerc und Oscar Piastri flogen wortwörtlich die Fetzen im Kampf um P3. | ©IMAGO / ANPStrategiekämpfe und Boxenstopp-Drama
Für Cadillac gab es wieder einmal einen Dämpfer. Zum zweiten Mal in dieser Saison brach Sergio Pérez die Radaufhängung. Der Mexikaner musste so in Runde 14 das Auto vorzeitig abstellen.
Ganz anders lief es für Lando Norris, dessen alternative Strategie voll aufging. Gestartet von P13 mit harten Reifen aufgrund einer Startplatzstrafe, konnte er sich bis Runde 17 auf P6 vorkämpfen und klopfte bei seinem Teamkollegen an, der aktuell ohnehin in einer schwächeren Form steckt. In Runde 20 zieht Norris vorbei an seinem Teamkollegen vorbei.
Die beiden McLaren kämpften hart miteinander. | ©Patching / XPB ImagesAn der Spitze konnte sich Kimi Antonelli trotz komfortabler Führung nie ganz von Max Verstappen lösen. In Runde 18 setzte der Niederlände auf den Undercut und holte sich vor Antonelli die harten Reifen, aber ohne Erfolg – Antonelli blieb vorne.
Ein Virtual Safety Car in Runde 21 spülte dann Charles Leclerc an die Spitze, der die Phase für den Stopp nutze. Dahinter folgte direkt im Anschluss Lewis Hamilton, der noch seine Strafe absitzen musste. Er bekam ebenfalls harte Reifen. Als er bei grün losfahren wollte, trat ein Mechaniker noch einmal vor den Wagen und wurde prompt angefahren. Das Team gab schnell Entwarnung: Dem Mechaniker geht es gut.
Die Entscheidung in den Schlussrunden
Für Aston Martin lief es mal wieder gar nicht rund, mal wieder fuhr man abseits des restlichen Feldes und mal wieder machte der Wagen schlapp: Lance Stroll musste in Runde 27 aufgrund eines Kupplungsproblems abstellen.
Antonelli holte sich die Führung in Runde 34 zurück, Charles Leclerc blieb zwar über lange Wege an Antonelli dran, verlor dann aber zum Ende des Rennens den Anschluss. Somit bringt junge Italiener seinen sechsten Sieg in dieser Saison nach Hause und kann seine Führung auf Lewis Hamilton und George Russell noch einmal ausbauen. Leclerc beendete das Rennen auf P2, Max Verstappen komplettierte das Podium auf P3.
Charles Leclerc und Max Verstappen dürften etwas enttäuscht sein. | ©Bearne / XPB ImagesStarke Aufholjagden im Mittelfeld
Im Mittelfeld glänzten die Aufholjäger: Norris machte insgesamt sieben Plätze gut. Isack Hadjar pflügte mit einer strategischen Meisterleistung sogar um 16 Positionen nach vorne. Auch Audi hatte Grund zum jubeln: Gabriel Bortoleto sicherte dem deutschen Rennstall zum zweiten Mal in Folge Punkte.
Bortoleto ist bisher der einzige Audi-Pilot mit Punkten auf dem Konto. | ©IMAGO / Anadolu AgencyDer Deutsche Nico Hülkenberg blieb einmal mehr punktlos. Die Top 10 komplettierten Arvid Lindblad auf P9 und Franco Colapinto mit dem letzten Zähler auf Platz 10.
Das Rennergebnis im Überblick
| Position | Fahrer | Team | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Andrea Kimi Antonelli | Mercedes | 1:24:42.000 |
| 2 | Charles Leclerc | Ferrari | +0:01.952 |
| 3 | Max Verstappen | Red Bull | +0:11.586 |
| 4 | Lewis Hamilton | Ferrari | +0:17.245 |
| 5 | Oscar Piastri | McLaren | +0:18.988 |
| 6 | Isack Hadjar | Red Bull | +0:23.307 |
| 7 | Lando Norris | McLaren | +0:24.014 |
| 8 | Gabriel Bortoleto | Audi | +0:49.140 |
| 9 | Arvid Lindblad | Racing Bulls | +0:50.406 |
| 10 | Franco Colapinto | Alpine | +1:16.037 |
| 11 | Pierre Gasly | Alpine | +1:16.037 |
| 12 | Liam Lawson | Racing Bulls | +1:17.523 |
| 13 | Nico Hülkenberg | Audi | +1:18.348 |
| 14 | Oliver Bearman | Haas | +1:34.465 |
| 15 | Alexander Albon | Williams | +1:44.684 |
| 16 | Carlos Sainz Jr. | Williams | +1:45.856 |
| 17 | Esteban Ocon | Haas | +1:50.925 |
| 18 | Valtteri Bottas | Cadillac | +1 Lap |
| 19 | Fernando Alonso | Aston Martin | +1 Lap |
| 20 | Lance Stroll | Aston Martin | DNF |
| 21 | Sergio Pérez | Cadillac | DNF |
| 22 | George Russell | Mercedes | DNF |




































