Während in der Formel 1 über das derzeitige Reglement heiß diskutiert wird, schaut der ein oder andere schon in die Zukunft. Denn in wenigen Jahren kommt bereits wieder ein neues Reglement, das die Königsklasse des Motorsports durcheinanderwirbeln könnte.
Im Hintergrund wird schon seit Monaten darüber diskutiert, wie die neuen Regeln aussehen dürften. Vor allem ein Aspekt steht dabei im Vordergrund: die mögliche Rückkehr eines V8-Motors.
Wird der V8-Motor am Ende durchgedrückt? © IMAGO / PsnewZWill Ben Sulayem die Macht der FIA bei der Formel 1 ausnutzen?
FIA-Boss Mohammed Ben Sulayem hat in einem Interview mit Reuters klargemacht, dass er ein großer Freund des V8-Motors ist.
„Er wird kommen. Letztlich ist es nur eine Frage der Zeit. Im Jahr 2031 wird die FIA die Befugnis haben, dies durchzusetzen, ohne dass eine Abstimmung der PUMs erforderlich ist. Die FIA braucht keine Abstimmung.“
Eigentlich wollte er den V8-Motor schon 2030 in der Formel 1 sehen, doch scheinbar kann die FIA das Reglement ab 2031 ohne Zustimmung der Hersteller bestimmen. Das wäre eine nie dagewesene Machtdemonstration.
Doch, eine ganz große Frage: Will die FIA das überhaupt? Denn sollten wichtige Motorenhersteller abspringen, dann ist das nicht gut für die Formel 1. Niels Wittich machte in Race Control, der Champ1-Analyseshow, klar, dass er nicht glaube, dass sich die FIA einfach so über die Hersteller hinwegsetzen würde.
„Das glaube ich nicht, dass das passiert.“
Marc Surer würde sich über eine V8-Rückkehr freuen. © IMAGO / Beautiful SportsSurer und Wittich plädieren für V8-Lösung
Generell zeigte sich der ehemalige Rennleiter allerdings begeistert von einer möglichen Rückkehr des V8-Motors. Für ihn sei das „definitiv eine Lösung“. Doch er glaube, dass die Hybridkomponente dann trotzdem erhalten bleibe, damit das Überholen vereinfacht werden würde.
Auch Ex-Formel-1-Fahrer Marc Surer würde eine V8-Rückkehr begrüßen und glaubt auch, dass die Fans davon begeistert wären.
„Das Wichtigste für die Fans war immer der Sound, und der Sound ist zwar ein wenig besser geworden dieses Jahr, aber grundsätzlich ist der Sound immer noch nicht so, dass es dich jetzt vom Sitz reißt. Deswegen kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man zu V8 zurückgeht, vor allem jetzt, wo man mit CO₂-neutralem Benzin fährt. Man muss kein schlechtes Gewissen mehr haben.“
Bereits für das nächste Jahr glaubt Marc Surer an neue Autos, in denen das Verhältnis von Batterie und Verbrenner besser sei als in diesem Jahr. Vielleicht schon eine Weichenstellung für die Zukunft?
Auch Toto Wolff zeigt sich offen für eine Rückkehr des V8-Motors. © Batchelor / XPB ImagesMercedes vorsichtig optimistisch – Red Bull hält sich bedeckt
Doch wie sehen es die Teams, die von einem neuen Reglement ja am meisten betroffen sind? Ein klares Nein zum V8-Motor klingt auf jeden Fall anders.
In einer Medienrunde wurde Mercedes-Teamchef Toto Wolff sogar ein wenig sentimental.
„Wir lieben V8-Motoren, sie wecken großartige Erinnerungen. Es ist ein echter Mercedes-Motor: hochdrehend und emotional. Aber wir dürfen den Bezug zur Realität nicht verlieren.“
Klingt so, als stünde einer V8-Rückkehr nichts im Wege, wenn man ein vernünftiges Reglement um den Motor entwickeln würde. Bei Red Bull ist man zwar noch etwas zurückhaltend, doch Laurent Mekies blockte zumindest nichts ab: „Wir sehen das ziemlich entspannt.“
Einen wirklichen Gegensprecher des V8-Motors gibt es nicht. Wenn sich die schlausten Köpfe zusammenstecken und ein vernünftiges Reglement auf die Beine stellen, werden die V8-Träume schon bald Wirklichkeit werden. Vielleicht findet sich dort dann die richtige Mischung aus Tradition und Moderne.




































