Der Saisonauftakt in Melbourne lieferte ein wildes, unberechenbares Rennen voller Zwischenfälle, Strategiefehler und Positionskämpfen. George Russell setzte sich zum Schluss in einem turbulenten Großen Preis von Australien durch und führte Mercedes zu einem Doppelsieg vor Andrea Kimi Antonelli.
Drama schon vor Rennstart: Piastri crasht
Schon vor dem eigentlichen Rennstart begann das Chaos. Lokalmatador Oscar Piastri crashte schon vor Rennbeginn und konnte nicht antreten. Auch der Deutsche Nico Hülkenberg musste wegen technischen Problemen in der Box bleiben. Gegenüber Sky Deutschland erklärte Teamchef Jonathan Wheatley, dass man selber noch nicht wisse, was das Problem ist.
Als die Ampeln schließlich ausgingen, erlebten beide Mercedes-Piloten einen schwierigen Start. Beide Silberpfeile kamen nicht wirklich gut von der Stelle, während die Ferrari-Piloten aggressiv nach vorne schossen und Charles Leclerc die Rennführung übernahm.
„Der Start war alles andere als ideal“ erklärte Russell später. „Ich musste sofort verteidigen und wusste, dass wir im ersten Stint kämpfen müssen.“
Ein weiterer Schockmoment: Liam Lawson kommt beim Start nicht von der Stelle und Franco Colapinto fährt im fast frontal ins Heck. Er schaffte es, in letzter Sekunde auszuweichen und einen schweren Unfall zu verhindern.
Russell, Leclerc und Hamilton liefern sich frühen Schlagabtausch
In den ersten Runden des Rennens entwickelte sich vor allem zwischen Charles Leclerc und George Russel ein intensiver Kampf um die Führung. Besonders in Runde neun wurde es heikel: Russells Reifen blieben stehen, wodurch Leclerc die Chance bekam die Führung wieder zu übernehmen.
Der Ferrari-Pilot kam Russell gefährlich nahe und hatte kurzzeitig sogar einen Moment, in dem es so aussah als würde das Manöver in einem Crash enden. Währenddessen mischte sich dann auch Lewis Hamilton in das Duell ein und setzte beide Fahrer kurzzeitig unter Druck.
„Ich habe gesehen, dass George Probleme mit den Reifen hatte“, sagte Leclerc. „Ich habe versucht, die Gelegenheit zu nutzen – vielleicht ein bisschen zu sehr.“
Frühe Ausfälle erschüttern das Fahrerfeld
Schon in der Anfangsphase verlor das Rennen bereits mehrere Teilnehmer.
In Runde 12 der erste Ausfall: Isack Hadjar erlitt ein Hydraulik-Problem und musste seinen Wagen rauchend auf dem Gras abstellen. Nur drei Runden später folgte wie bereits von Aston Martin angekündigt – Fernando Alonso. Beim Rennstart konnte er sich bis auf Platz zehn vorkämpfen, wurde allerdings schnell wieder ans Ende des Feldes durchgereicht.
Der nächste auf der Abschussliste war Valtteri Bottas. Der Finne scheidet in Runde 19 aus und beendet sein Rennen nach einem bereits durchwachsenen Wochenende frühzeitig.
Runde 37: Lance Stroll fährt in die Box und kommt nicht mehr heraus. Mit 37 Runden ist er mehr als die doppelte Rundenanzahl gefahren, als erwartet. In Runde 51 kam er dann schließlich noch einmal auf die Strecke, um weitere Tests für das Team zu absolvieren.
Ein bekanntes Szenario – Ferrari verzockt sich
Durch das Virtual Safety Car, dass durch den Ausfall von Isack Hadjar verursacht wurde, gab es die Chance auf ein frühzeitigen Boxenstopp. Mercedes nutze diese Gelegenheit und holte gleich beide Piloten in die Box und entschied sich für eine Ein-Stopp-Strategie.
Ferrari hielt das wohl für keine gute Idee und ließ beide Fahrer draußen. Da kam auch schon ein Radio von Lewis Hamilton: „Ihr hättet mindestens einen von uns reinholen sollen“. Beim zweiten Virtual Safety Car nach dem Ausfall von Bottas, erwog Ferrari wohl einen Boxenstopp, aber bevor der Stopp stattfinden konnte, wurde das Rennen wieder freigegeben. So mussten beide Scuderia-Piloten im Rennen stoppen und verloren die Doppelführung an die Mercedes. Ein Rennsieg, der verschenkt wurde?
Verstappen kämpft – für Norris reicht es dann nicht mehr
Max Verstappen arbeitete sich im Verlauf des Rennens von P20 auf P6 vor. Doch am Weltmeister Lando Norris, der selber Probleme hatte die Pace vorne mitzugehen, kam er nicht vorbei.
Rookie Arvid Lindblad liefert ab – Audi als stabiles Mittelfeldteam
Besonders positiv fällt Rookie Arvid Lindblad auf: Der jüngste Fahrer im Feld fuhr in seinem Debut-Rennen auf P8 und holte vier Punkte für die Racing Bulls. Damit sendet er ein klares Zeichen an das Team, dass er der richtige Fahrer für das freigewordene Cockpit ist. Sein etwas erfahrener Teamkollege Liam Lawson beendete das Rennen nur auf P13.
Auch Audi darf sich freuen: Nachdem nur Gabriel Bortoleto an den Start gehen konnte, machte fuhr er auf dem hohen Niveau von gestern weiter. Auf Platz neun holte immerhin zwei Zähler für das neue Team.
Das Rennergebnis im Überblick
| Position | Fahrer |
|---|---|
| 1 | George Russell (Mercedes) |
| 2 | Andrea Kimi Antonelli (Mercedes) |
| 3 | Charles Leclerc (Ferrari) |
| 4 | Lewis Hamilton (Ferrari) |
| 5 | Lando Norris (McLaren) |
| 6 | Max Verstappen (Red Bull) |
| 7 | Oliver Bearman (Haas) |
| 8 | Arvid Lindblad (Racing Bulls) |
| 9 | Gabriel Bortoleto (Audi) |
| 10 | Pierre Gasly (Alpine) |
| 11 | Esteban Ocon (Haas) |
| 12 | Alexander Albon (Williams) |
| 13 | Liam Lawson (Racing Bulls) |
| 14 | Franco Colapinto (Alpine) |
| 15 | Carlos Sainz (Williams) |
| 16 | Sergio Pérez (Cadillac) |
| 17 | Lance Stroll (Aston Martin) |
| DNF | Fernando Alonso (Aston Martin) |
| DNF | Valtteri Bottas (Cadillac) |
| DNF | Isack Hadjar (Red Bull) |
| DNS | Nico Hülkenberg (Audi) |
| DNS | Oscar Piastri (McLaren) |
Quelle: Formula 1








