Das Saisonauftakt-Wochenende in Australien liefert ein klares Kraftverhältnis an der Spitze, einen Rookie im Rampenlicht, heftige Teamkritik an der FIA und spannende Fragen vor den ersten Rennstarts des neuen Reglements.
Große Freude bei Mercedes nach dem Doppelsieg ©IMAGO / justpictures.chMercedes dominierte das Qualifying und setzte Maßstäbe
Das Wochenende in Melbourne offenbarte Mercedes als unangefochtene Benchmark: George Russell dominierte jedes Training und holte mit 1:18.518 Minuten die erste Pole der neuen Ära, dicht gefolgt von Teamkollege Kimi Antonelli auf P2. Internationale Berichte wie GPFans und The Race hoben hervor, dass die Silberpfeile über alle Sessions die Klasse des Feldes setzten, mit Red Bulls Isack Hadjar (P3) und Ferraris Charles Leclerc (P4) klar abgeschlagen. Dieses konstante Übergewicht auf der anspruchsvollen Albert-Park-Strecke bestätigte die Überlegenheit des 2026er-Pakets und verschaffte Mercedes strategische Vorteile, während Konkurrenten Upgrades vorantreiben mussten.
Das ist mentale Stärke: Trotz der Rückschläge im FP3 sowie im Qualifying stand Antonelli nach dem Rennen auf dem Podium. ©IMAGO / justpictures.chAntonellis Debüt: Vom Crash zur Front-Row-Leistung
Kimi Antonellis Debütwochenende markierte ihn als aufstrebenden Faktor: Trotz eines schweren FP3-Crashs und eines Qualifying-Fehlers im Kiesbett steuerte er den zweiten Mercedes auf P2 und komplettierte die erste Reihe. PlanetF1 und The Race schilderten, wie der Rookie sich im Verlauf des Wochenendes stabilisierte und direkt unter Top-Druck performte. Eine Entwicklung, die ihn trotz Risiken zur potenziellen Doppelspitze mit Russell machte. Seine Vorsaison-Worte zu den Starts unterstrichen die rasante Lernkurve dieses Wochenendes.
Max Verstappen crasht beim ersten Qualifying in Melbourne ©Charniaux / XPB ImagesMax Verstappen: Frustrierender Ausstieg in Q1
Red Bulls Max Verstappen erlebte ein katastrophales Qualifying in Melbourne und scheiterte bereits in Q1 mit einem Crash an der ersten Kurve. Auf seiner ersten fliegenden Runde blockierten die Hinterräder beim Bremsen in Turn 1, was zu einem Highspeed-Dreher und einer Kollision mit der Reifenbarriere führte. Verstappen meldete per Funk „rear locking“. Das löste eine Rote Flagge aus und eliminierte ihn ohne Zeit, sodass er vom letzten Startfeld ins Rennen geht, ähnlich wie Williams Carlos Sainz und Aston Martins Lance Stroll. Trotz P6 in FP3 unterstreicht der Vorfall die anfänglichen Herausforderungen mit dem neuen Red-Bull-Paket auf dieser Strecke; Verstappen war sichtlich frustriert, wie Videos von Formula1.com zeigen. Für Red Bull bedeutet dies hohen Druck auf Teamkollege Hadjar und ein Comeback über die Distanz als einzige Chance auf Punkte.
©Bearne / XPB ImagesFerrari lauert mit Startstärke – neue Prozeduren im Test
Ferrari und Red Bull blieben also hinter Mercedes zurück, doch das Wochenende sandte Hinweise auf Startpotenzial: Leclerc landete auf P4, Hamilton auf P7, während Sky Sports Ferraris Übungsstarts lobte – kontrastierend zu Russells Klage über „schlechtere Starts als je zuvor“. Die neuen Prozeduren mit Pre-Start-Phase testeten die 2026er-Triebwerke und deuteten an, dass Ferrari durch starke Launches aufholen konnte, was Red Bull mit Hadjars solidem, aber abgeschlagenem P3 noch nicht voll ausspielte. Das Wochenende offenbarte Schwierigkeiten bei Red Bull im Qualifying-Kampf gegen Mercedes.
Archievbild: ©IMAGO / ABACAPRESSPaddock-Revolte gegen FIA: „Drakonischer“ Eingriff zurückgenommen
Ein kurzfristiger FIA-Eingriff zur Streichung der Straight-Mode-Zone zwischen Kurve 8 und 9 löste heftige Kritik aus, da Teams erst Stunden vor FP3 informiert wurden. Autosport berichtet, dass FIA-Direktor Tombazis den Plan als „rather draconian solution“ begründete, Teams aber kollektiv protestierten und die Maßnahme kurzfristig zurückgezogen wurde. Der Konflikt um Sicherheit versus Fairness zeigt die Sensibilität des neuen Reglements; langfristig drängt er auf bessere Einbindung der Teams bei Änderungen.
Ausblick: Shanghai als nächste Bewährungsprobe
Mit Mercedes an der Spitze, startstarkem Ferrari, einem talentierten Red-Bull-Rookie und FIA-Kritik reist die Formel 1 nach Shanghai, wo eine andere Strecke das Kräfteverhältnis prüft. Ob Starts über Siege entscheiden, FIA aus Fehlern lernt und das Reglement Spannung ohne Sicherheitsrisiken liefert: China wird die offenen Fragen klären und die Ära 2026 neu definieren.








