Ein dramatisches Qualifying beim Großen Preis von China endet mit einem historischen Moment: Kimi Antonelli sichert sich in Shanghai seine erste Pole-Position und bricht damit einen Rekord von Sebastian Vettel. Teamkollege George Russell wird hingegen von einem Technikproblem gestoppt.
Historischer Moment: Antonelli holt Pole
Das Qualifying zum Großen Preis von China 2026 auf dem Shanghai International Circuit brachte einen historischen Moment hervor.
Kimi Antonelli sicherte sich die Pole-Position und wurde damit zum jüngsten Polesetter der Formel-1-Geschichte. Der Mercedes-Rookie bricht damit den bisherigen Rekord von Sebastian Vettel, der 2008 in Monza seine erste Pole erzielt hatte.
Antonelli setzte seine entscheidende Runde im finalen Abschnitt von Q3 und profitierte dabei auch von einem technischen Problem seines Teamkollegen.
Technikdrama stoppt Russell
Während Antonelli um die Bestzeit kämpfte, endete das Qualifying für George Russell abrupt.
Zunächst musste sein Frontflügel wegen defekter Aerodynamik repariert werden. Dann blieb der Mercedes-Pilot auch noch in Q3 plötzlich auf der Strecke stehen. Ursache war offenbar ein defekter Sensor, der dazu führte, dass sich der Motor automatisch abschaltete. Russell war nicht in der Lage, die Gänge zu wechseln.
Im Funk war die Situation unmittelbar zu hören:
„Ich kann nicht schalten.“
Er konnte seine schnelle Runde dadurch nicht mehr beenden und musste sich mit einer hinteren Startposition im finalen Qualifying-Segment zufriedengeben. Trotz dieses Einschnitts zeigte er sich zufrieden und freute sich für seinen Teamkollegen: „Es ist Schadensbegrenzung. Natürlich schade, aber ich freue mich für Kimi.“
Zusätzlich zu den technischen Herausforderungen machten Windböen den Fahrern zu schaffen. | ©Charniaux / XPB ImagesWind sorgt für schwierige Bedingungen
Mehrere Fahrer klagten während der Session und auch schon bereits in den vergangenen Sprints über starke Windböen, die besonders in den schnellen Kurven des Shanghai-Kurses für Balanceprobleme sorgten. Diese Bedingungen machten es für viele Piloten schwierig, eine perfekte Runde zusammenzubringen.
Das Bild an der Spitze änderte sich kurzfristig, hinten heraus gewohnte Mitspieler der bisherigen Saison. | ©IMAGO / justpictures.chQ1: Hinterbänkler unter sich – Ferrari setzt frühe Bestzeit
Der erste Qualifying-Abschnitt zeigte zunächst ein ähnliches Bild wie bereits im Sprint-Qualifying am Freitag. Die beiden Williams, beide Aston Martin und beide Cadillac schieden bereits in Q1 aus.
Williams konnte sich dabei immerhin klar vom restlichen Feld im hinteren Bereich absetzen, lag aber dennoch rund zwei Zehntel hinter dem Einzug in Q2. Kurzzeitig hoffte das Team noch auf eine Chance, nachdem Lindblad wegen eines Problems an die Box gerufen worden war. Der Racing-Bulls-Rookie konnte jedoch noch einmal auf die Strecke gehen und seine Zeit verbessern.
Unter den Hinterbänklern sorgte Valtteri Bottas im Cadillac für eine kleine Überraschung: Der Finne lag deutlich vor Lance Stroll und hielt den Abstand zu Fernando Alonso vergleichsweise gering. Für Sergio Pérez lief es im zweiten Cadillac dagegen besonders schlecht – er landete mit rund 1,5 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen klar am Ende des Feldes.
An der Spitze setzte erstmals Ferrari ein Ausrufezeichen: Charles Leclerc übernahm mit 1:33,175 Minuten die Bestzeit und war damit knapp schneller als die beiden Mercedes.
Q2: Hülkenberg scheitert hauchdünn – Drama um Bortoleto
Der zweite Qualifying-Abschnitt entwickelte sich zu einem echten Krimi im Kampf um die Top-10.
Besonders bitter verlief Q2 erneut für Nico Hülkenberg. Der Audi-Pilot verpasste den Einzug in Q3 um nur 0,002 Sekunden – erneut auf Platz elf, nachdem er bereits in Melbourne und im Sprint-Qualifying an der gleichen Position gescheitert war.
Trotz des Ausscheidens nach Q2 zeigte sich Hülkenberg anschließend vergleichsweise gelassen:
„Joa, knappes Höschen.“
Noch knapper dahinter landete Franco Colapinto im Alpine. Ihm fehlten lediglich 0,003 Sekunden auf Hülkenberg, insgesamt also nur 0,005 Sekunden auf Q3.
Für Aufregung sorgte außerdem Gabriel Bortoleto. Der Audi-Pilot verlor in der letzten Kurve die Kontrolle, drehte sich ins Kiesbett und berührte leicht die Streckenbegrenzung. Gelbe Flaggen wurden geschwenkt, doch Bortoleto konnte das Auto aus eigener Kraft zurück an die Box bringen.
Verstappen am Rande der Verzweiflung. „Jede Runde ist ein Überlebenskampf.“ | ©IMAGO / ANPQ3: Mercedes jubelt – Red Bull sucht weiter nach Antworten
Im finalen Abschnitt entwickelte sich zunächst ein enger Kampf um die Pole zwischen Mercedes und Ferrari. Doch während Antonelli seine historische Runde setzte, erlebte Russell sein Technikdrama.
Ferrari blieb mit Leclerc und Hamilton in Schlagdistanz, während McLaren ebenfalls konstant in den Topzeiten mitmischte.
Derweil sucht Red Bull weiterhin nach Antworten. Im Team herrscht spürbare Unzufriedenheit über die aktuelle Performance des Autos. Max Verstappen beschrieb jede Runde in Shanghai zuletzt als „Überlebenskampf“, während das Team weiterhin versucht, die Balance- und Technikprobleme des RB zu verstehen.
Ergebnis – Qualifying Shanghai
Das Feld scheint insgesamt enger zusammenzurücken, insbesondere zwischen Mercedes, Ferrari und McLaren.
Lewis feiert gemeinsam mit Kimi seine Pole. Dennoch bleiben sie Konkurrenten, welche um den Weltmeistertitel fahren. | ©Moy / XPB ImagesMercedes bestätigt starke Form des Wochenendes
Nach dem Sprint-Sieg von George Russell und einer insgesamt starken Performance im Training setzt Mercedes damit ein weiteres Ausrufezeichen an diesem Wochenende. Ferrari wirkt jedoch näher dran als noch zu Saisonbeginn, während Red Bull weiterhin mit technischen Problemen kämpft.
Doch die wichtigste Frage bleibt: Kann der jüngste Polesetter der Geschichte seinen historischen Samstag auch am Sonntag krönen?
Die eigentliche Geschichte dieses Wochenendes könnte erst morgen geschrieben werden. Wenn die Lichter am Shanghai International Circuit ausgehen, startet ein 19-jähriger Rookie von ganz vorne – und die Formel-1-Welt wird gespannt beobachten, ob Kimi Antonelli seinen historischen Samstag in einen legendären Sonntag verwandeln kann.









