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Motor-Ranking nach Miami: Erhält Ferrari die „ADUO“-Aufholhilfe?

Nach den ersten Saisonrennen wird abgerechnet. Während Mercedes der Maßstab ist, kämpfen Ferrari, Audi und Co. um die offizielle Genehmigung für zusätzliche Upgrades außerhalb des Budget-Caps. Warum Ferrari auf das Maximum hofft und weshalb ausgerechnet Red Bull um seine Entwicklungs-Freigabe zittern muss.

©IMAGO / NurPhoto

In der Formel 1 Saison 2026 deutet sich ein technisches Beben an. Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass die Motorenhersteller Ferrari, Audi und Honda kurz davor stehen, von der FIA die Genehmigung für das sogenannte ADUO-Verfahren zu erhalten. Auch Red Bull Powertrains hat einen entsprechenden Antrag gestellt, zittert jedoch noch um die Zulassung.

Was ist ADUO? Kampf gegen die jahrelange Dominanz

Das Kürzel ADUO steht für Additional Development and Upgrade Opportunities (Zusätzliche Entwicklungs- und Verbesserungsmöglichkeiten). Diese Regelung wurde eingeführt, um zu verhindern, dass ein Hersteller mit einem massiven Vorsprung über Jahre hinweg die Meisterschaft dominiert, während die Konkurrenz aufgrund der Motoreneinfrierung machtlos zusehen muss.

Das System ist in Etappen geplant:

  • – Alle sechs Rennen erstellt die FIA ein Leistungs-Ranking der Verbrennungsmotoren (ICE)
  • – Aufgrund der Streichung der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien erfolgt die erste Bewertung bereits nach dem vierten Lauf in Miami (Anfang Mai).
  • – Teams, die zugelassen werden, dürfen mehr Stunden auf dem Prüfstand erbringen und zusätzliches Geld investieren. Besonders wichtig: Dieses Extra-Budget fällt nicht unter den regulären Budget-Cap

Die zwei Stufen der Aufholjagd

Die FIA unterscheidet bei der Genehmigung zwischen zwei Schweregraden des Leistungsrückstands: ADUO 1 bedeutet einen Rückstand von mehr als 2% auf die Spitze (bei aktuellen Werten etwa 11 PS), ADUO 2 liegt dann vor, wenn es einen Rückstand von mehr als 4% gibt (ca. 22 PS).

Ferrari: Maranello hofft auf Maximal-Stufe

Obwohl die offizielle Bestätigung der FIA noch aussteht, arbeitet man in Maranello bereits unter Hochdruck an den entsprechenden Updates. Die Erwartungen sind hoch: Da der Rückstand des Ferrari-Triebwerks auf den Referenz-Motor von Mercedes derzeit auf 20 bis 25 PS geschätzt wird, könnte die Scuderia sogar in die Kategorie ADUO 2 fallen.

Politisch ist das Thema ebenfalls brisant: Es gibt Gerüchte, dass Mercedes seine volle Leistung in den ersten Rennen bewusst kaschiert hat („Sandbagging“), um die Konkurrenz nicht zu früh in den Genuss der ADUO-Vorteile kommen zu lassen.

Red Bull muss zittern, Audi und Honda hoffen

Während Ferrari fast sicher mit der Hilfe planen kann, gilt Red Bull Powertrains (Ford) als Wackelkandidat. Es wird vermutet, dass der Ford-Antrieb eigentlich konkurrenzfähig ist und die mangelnde Performance eher dem Aero-Paket zugrunde liegt. Sollte die FIA keinen signifikanten Leistungsrückstand messen, bleibt Red Bull die Freigabe verwehrt.

Der Motor von Audi gilt als solide Basis mit viel Potenzial, benötigt aber mehr Entwicklungszeit auf dem Prüfstand.

Für Honda könnte ADUO der nötige Befreiungsschlag sein: Hier ist die Lage kritisch. Nach massiven Zuverlässigkeitsproblemen in den ersten drei Rennen sind Upgrades an der Hybrid-Einheit und der Batterie überlebenswichtig, um überhaupt wieder konkurrenzfähig zu werden.

Wann kommen die neuen Motoren?

Die FIA-Analyse erfolgt nach dem Miami-GP im Mai. Die bürokratische Umsetzung wird voraussichtlich bis zum GP von Monaco (7. Juni) dauern. Realistisch betrachtet werden die Fans die verbesserten Antriebe aber erst beim Großen Preis von Österreich am 28. Juni auf der Strecke sehen, da die Produktion der neuen Teile und die Abstimmung Zeit benötigen.

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Chantal Reinhard
Chantal Reinhard ist Redakteurin und Interviewerin bei CHAMP1. Sie studiert Journalismus und Public Relations und berichtet für CHAMP1 NEWS über aktuelle Entwicklungen in der Formel 1. Ihr Fokus liegt auf Recherche, internationaler Presseschau und der journalistischen Aufbereitung komplexer Themen – präzise, verständlich und faktenbasiert.
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