Das kam völlig überraschend.
Mario Isola, seit Jahren das vertraute Gesicht von Pirelli in der Formel 1, verlässt den Reifenhersteller im Sommer. Nach fast drei Jahrzehnten im Unternehmen – und seit 2017 als Motorsportchef – endet eine Ära.
Ab dem 1. März übernimmt Dario Marrafuschi seine Aufgaben als neuer Rennleiter. Isola selbst bleibt noch bis zum 1. Juli im Unternehmen, um den Übergang zu begleiten – dann ist endgültig Schluss.
Der scheidende Pirelli-Motorsportchef mit Charles Leclerc nach dem Ungarn-Qualifying 2025 | © IMAGO / EibnerDas Gesicht der Formel 1 verschwindet
Wenn es in den vergangenen Jahren Diskussionen um Reifenmischungen, Stintlängen oder Safety-Car-Neustarts gab, stand meist ein Mann im Mittelpunkt: Mario Isola.
Die neuen Pirelli-Reifen bei den Testfahrten in Bahrain | © IMAGO / PsnewZSeit Pirelli 2011 alleiniger Reifenlieferant der Formel 1 wurde, war Isola eines der prägendsten Gesichter im Fahrerlager. Ruhig, diplomatisch, stets präsent.
Er hatte 1996 bei Pirelli begonnen, arbeitete sich durch verschiedene Funktionen nach oben – und übernahm 2017 die Motorsportleitung als Nachfolger von Paul Hembery.
Dass er nun „um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen“ geht, wie es offiziell heißt, kommt überraschend – zumal er selbst in der Pressemitteilung nicht zu Wort kommt.
Marrafuschi soll der Nachfolger von Isola werden | © Instagram/fondazione_pirelliNeuer Mann aus den eigenen Reihen
Sein Nachfolger Dario Marrafuschi ist kein Unbekannter.
Der Italiener arbeitet seit 2008 für Pirelli, war zuvor knapp sieben Jahre bei Ferrari tätig und bringt umfangreiche Erfahrung im Bereich Forschung und Entwicklung mit. In den vergangenen Jahren leitete er die Entwicklung der Straßenreifen des Konzerns.
Pirelli setzt also auf eine interne Lösung – Kontinuität statt externer Revolution.
Während einer Übergangsphase soll Marrafuschi von Isolas Erfahrung profitieren. Ab 1. März übernimmt er offiziell das Kommando.
© http://scuolafederale.acisport.it/Wechsel zum Automobilverband?
In Italien kursieren bereits konkrete Gerüchte über Isolas nächsten Karriereschritt.
Nach Informationen von Motorsport-Total.com soll der 56-Jährige künftig Geschäftsführer von ACI Sport werden – dem Motorsport-Zweig des italienischen Automobilclubs. Dort würde er Marco Rogano ersetzen.
Ein Schritt weg vom Reifenlieferanten – aber nicht weg vom Motorsport.
© IMAGO / NurPhotoBedeutet das einen Kurswechsel?
Pirelli ist noch bis mindestens Ende 2027 exklusiver Reifenlieferant der Formel 1. Der Vertrag wurde 2023 verlängert und beinhaltet eine Option auf ein weiteres Jahr.
Ob der personelle Wechsel Auswirkungen auf die strategische Ausrichtung im Motorsport hat, ist offen. Offiziell spricht Pirelli von einem „reibungslosen und effektiven Übergang“.
Doch klar ist auch:
Mit Mario Isola verliert die Formel 1 eine Konstante – einen Mann, der in hitzigen Debatten oft als Vermittler zwischen Teams, FIA und Reifenhersteller fungierte.
Die Saison 2026 beginnt also nicht nur mit neuen Autos und neuen Regeln – sondern auch mit einem neuen Gesicht an der Spitze des wichtigsten technischen Partners der Königsklasse.
Und das mitten im größten Reglement-Umbruch seit Jahren.





