Während sich die Formel 1 sportlich auf Melbourne vorbereitet, richtet sich der Blick hinter den Kulissen auf eine ganz andere Entwicklung.
Am Samstag begannen die USA zusammen mit Israel den Angriff auf den Iran | © IMAGO / Anadolu AgencyDie militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran sorgt für erhöhte Aufmerksamkeit – auch im Fahrerlager.
Offiziell stehen sowohl der Bahrain-Grand-Prix (12. April) als auch das Rennen in Saudi-Arabien weiterhin im Kalender. Doch FIA und Formula One Management beobachten die Lage intensiv.
Einschläge in der Region – Rennen unter Beobachtung
Nach iranischen Raketenangriffen auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion – darunter auch Einrichtungen in Bahrain – ist die Sicherheitslage angespannt.
Betroffen war unter anderem eine Einrichtung im Raum Manama – jenem Gebiet, in dem sich während eines Rennwochenendes ein Großteil des Formel-1-Fahrerlagerpersonals aufhält.
Die FOM beobachtet zusammen mit der FIA die aktuellen Entwicklungen im nahen Osten | © IMAGO / NurPhotoNach Informationen von PlanetF1 stehen sowohl FIA als auch FOM in engem Austausch mit lokalen Behörden und analysieren die Lage fortlaufend.
Ein offizieller Kalenderwechsel ist derzeit nicht vorgesehen.
McLaren und Mercedes haben geplante Pirelli-Reifentests in Bahrain angesichts der aktuellen Lage abgesagt | © IMAGO / HochZwei/SyndicationErste Auswirkungen im Hintergrund
Ganz folgenlos bleibt die Situation jedoch nicht.
McLaren und Mercedes hatten geplante Pirelli-Reifentests in Bahrain angesetzt. Diese wurden inzwischen abgesagt. Personal vor Ort bemüht sich laut Berichten um alternative Reiserouten oder frühzeitige Rückreisen nach Europa beziehungsweise direkte Weiterreisen nach Australien.
Hinzu kommen temporäre Luftraumsperrungen in der Region. Bereits im Vorfeld der Testfahrten kam es zu Umleitungen und Verzögerungen im internationalen Flugverkehr.
Noch ist das kein Renn-Aus.
Aber es ist eine spürbare Unsicherheit.
Die Formel 1 kennt diese Situation
Es wäre nicht das erste Mal, dass die Königsklasse mit geopolitischen Spannungen konfrontiert wird.
Archivbild (2011): Proteste in Bahrain während des Arabischen Frühlings. Der damalige Grand Prix wurde abgesagt. | © IMAGO / Pond5 Images2011 erreichten die Proteste des sogenannten „Arabischen Frühlings“ auch Bahrain. Zehntausende Menschen gingen gegen die Monarchie auf die Straße, das Land versank in schweren Unruhen. Der geplante Bahrain-Grand-Prix wurde damals abgesagt, ebenso ein Lauf der asiatischen GP2-Serie auf dem Bahrain International Circuit.
Archivbild (2022): Raketenangriff nahe einer Aramco-Anlage während des Saudi-Arabien-Grand-Prix in Dschidda. Das Rennen wurde nach Sicherheitszusicherungen durchgeführt. | © IMAGO / HochZwei2022 schlug während des Saudi-Arabien-Wochenendes eine Rakete nahe einer Aramco-Anlage in Dschidda ein, während die Formel 1 bereits vor Ort war. Nach Sicherheitszusicherungen wurde das Rennen dennoch durchgeführt.
Auch in den vergangenen Jahren kam es in der Region immer wieder zu militärischen Spannungen, ohne dass Rennen kurzfristig abgesagt wurden.
Die Formel 1 hat in der Vergangenheit meist am Kalender festgehalten – solange Sicherheitsbehörden keine unmittelbare Gefahr sahen.
Noch kein Alarm – aber erhöhte Wachsamkeit
Die nächsten drei Rennen finden außerhalb der Golfregion statt: Australien, China, Japan. Zeitlich bleibt also ein gewisser Puffer.
Doch je näher der April rückt, desto genauer wird die Sicherheitslage bewertet werden müssen.
Die Saison 2026 startet mit neuen Regeln, neuen Autos und sportlichen Kontroversen. Parallel dazu läuft eine zweite Ebene – eine, die nichts mit Aerodynamik oder Energie-Management zu tun hat.
Ob Bahrain und Saudi-Arabien im April ohne Einschränkungen stattfinden, wird nicht im Cockpit entschieden.
Sondern außerhalb der Rennstrecke.
Und genau deshalb steht die Lage unter Beobachtung.





