Das neue Reglement der Formel 1 ist ein großer Streitpunkt. Zahlreiche Fahrer wie Max Verstappen oder Carlos Sainz beschwerten sich in den vergangenen Tagen und Wochen über die neuen Autos.
Nach dem Bearman-Crash wurde der Druck auf die FIA zu groß. Schon in Miami wird es aller Voraussicht nach einige Regeländerungen geben. Auch viele Fans gehen mittlerweile auf die Barrikaden und haben wenig Verständnis für Batteriemanagement und Superclipping.
Jean Alesi war unter anderem für Ferrari und Sauber aktiv. © Bearne / XPB ImagesJean Alesi von den Rennen in dieser Saison begeistert
Der Franzose Jean Alesi, der von 1989 bis 2001 in der Formel 1 unterwegs war, kann den Frust der Kritiker nicht nachvollziehen, wie er im Gespräch mit „RacingNews365“ verdeutlichte.
„Während der Testfahrten sind viele technische Probleme aufgetreten, da die Bedienung des Systems sehr kompliziert ist, aber die Rennen sind einfach unglaublich.“
„Nach allem, was ich gelesen hatte, und all den Kommentaren der Fahrer dachte ich: ‚Okay, das wird eine Katastrophe‘, aber als ich es zum ersten Mal im Fernsehen aus Australien sah, war das Gegenteil der Fall“, führte der Franzose fort.
Die fehlende Zuverlässigkeit einiger Autos wundert den Ex-Ferrari-Fahrer nicht.
„Wir haben gar nicht mehr an die Zuverlässigkeit gedacht. In den vergangenen zwei Jahren sind die Autos also gestartet und ins Ziel gekommen, außer wenn es zu Unfällen kam. Jetzt hatten wir ein paar Autos, die nicht zuverlässig waren, weil das System, wie ich schon sagte, im Moment noch sehr neu ist. Ich schaue mir die Formel 1 gerne an und bin mir sicher, dass sie einen Weg finden werden, es wieder so zu machen wie früher, also sehr zuverlässig.“
John Alesi glaubt nicht an einen Spaziergang für Toto Wolff und Co. © Batchelor / XPB ImagesEx-Ferrari-Pilot glaubt an spannenden WM-Kampf
Durch den überragenden Motor und ein funktionierendes Chassis sieht es zurzeit so aus, als würde Mercedes die Nase auch am Ende der Saison vorn haben. Doch Alesi glaubt nicht an eine Spazierfahrt der Silberpfeile zum Titel.
„Im Moment ist es so, aber das wird sich ändern. Derzeit sieht es so aus, als sei das Qualifying nicht ganz so wichtig wie das Rennen.“ Vor allem in den Startphasen hatten die Mercedes Probleme mit Ferrari und McLaren und verloren so wiederholt ihre guten Qualifying-Positionen.
„In China zum Beispiel sagten wir nach dem Qualifying: ‚Morgen, während des Rennens, werden die Mercedes verschwinden.‘ Sie haben gewonnen, aber es war ein Kampf. An einem bestimmten Punkt des Rennens sagte George über Funk: ‚Sie sind schneller, das ist ein Problem für mich.‘ Am Ende war es also ein Kampf.“
Alesi scheint mit der neuen Formel 1 zufrieden zu sein. © IMAGO / NurPhoto„Ich liebe Formel 1“: Alesi schmettert Kritik ab
Alesi macht klar, dass er nicht in der Lage sei, ein Formel-1-Auto der heutigen Generation zu steuern: „Ich würde nicht mal zwei Runden hinbekommen.“
„Das ist nicht unsere Generation. Es ist immer noch unsere Leidenschaft, und als Formel-1-Fan liebe ich die Formel 1, so wie sie jetzt ist. Wenn ihr mich fragt, ob ich dieses Auto gerne hätte, weiß ich es nicht. Aber was ich weiß, ist, dass es die neueste Technologie ist. Was ich also weiß, ist: Als ich Rennen fuhr, wollte ich immer die neueste Technologie in meinem Auto haben.“
Ist die Kritik von Fahrern wie Max Verstappen, denen das „richtige Racing“ fehlt, zu hart? Alesi jedenfalls scheint kein allzu großes Problem mit dem neuen Reglement zu haben. Mal schauen, wie sich die diesjährige Saison noch entwickelt.






















