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„Noch nie erlebt“: Surer und Wittich reagieren auf Kieselstein-Aus von Hülkenberg

Das gab es in der Formel 1 noch nie! Ein fliegender Kieselstein beendete Nico Hülkenbergs Rennen in Barcelona frühzeitig. Selbst Ex-Formel 1 Pilot Marc Surer und der ehemalige Rennleiter Niels Wittich sind überrascht davon.

© Audi F1 Team / x.com / CHAMP1

Das Wochenende in Barcelona hätte nicht besser laufen können für Audipiloten Nico Hülkenberg. Zum ersten Mal diese Saison schaffte er es im Qualifying ins Q3 und fuhr während des Rennens konstant in den Top 10 mit. Punkte wären sicher drin gewesen, wäre es alles so geblieben wie es war. Doch diesmal war Hülkenbergs Endgegner nicht sein eigenes Auto, sondern ein Kieselstein.

Kieselstein trifft Not-Aus-Schalter von Hülkenberg

Racing Bulls-Pilot Liam Lawson wirbelte in Kurve 12 Steine auf. Nico Hülkenberg, der direkt dahinter war, bekam die Ladung ab. Plötzlich schaltete sich der Audi ab und Hülkenberg konnte nur noch kopfschüttelnd in die Box rollen. Zu dem Zeitpunkt wusste er noch nicht, dass ein Kieselstein den Not-Aus-Schalter bzw. Safety-Pull trafen und für den Ausfall sorgte.

Die Kraft des Steines

Ex-Formel 1 Fahrer Marc Surer hat einen solchen Fall in seiner Karriere noch nie erlebt. Nichtsdestotrotz kann er nachvollziehen, dass ein Stein bei solchen Geschwindigkeiten zu einem Geschoss werden kann, das großen Schaden anrichten kann. Surer erklärt:

Wenn ein Auto damit 300 fährt, ist so ein Stein, hat ein Wahnsinnsgewicht. Das ist kinetische Energie, und das hat ja schon zu schlimmen Unfällen geführt. Aber in dem Fall war es wirklich kurios, dass es genau dieses Teil trifft. Also es ist unglaublich.

„Das ist so wuchtig, wenn die Autos so schnell fahren, ist halt auch ein leichtes Teil, wird dann durch die kinetische Energie […] und dann wird das tonnenschwer,“ fügt Surer hinzu.

Hier ziehen die Streckenposten eigentlich daran, um den Feuerlöscher auszulösen | © Nico Hülkenberg auf Instagram

Wittich: Mit fliegenden Steinen muss ein Team jederzeit rechnen

Dass Steine aufgewirbelt werden und auch mal ein Auto getroffen wird, ist in der Formel 1 keine Neuheit und Überraschung. „Das ist Teil des Sports. Damit muss ein Team jederzeit rechnen,“ sagt der ehemalige Rennleiter Niels Wittich.

Es wurde jedoch ein richtiges Loch in die Nase des Audis gerissen. Kann sich da überhaupt ein Notschalter befinden? „[Es gibt] ganz klar Vorgaben [für die Zugänglichkeit der Notschalter]. Ich finde es ein bisschen kurios, dass sie da einen Kieselstein für auserkoren haben, weil das vorne an der Nase, da ist kein Knopf. Also wenn es dadurch ausgegangen ist, fände ich sehr kurios“, erklärt Wittich.

Der Kieselstein riss unter anderem auch ein Loch in die Nase des Autos. | © Nico Hülkenberg auf Instagram

“Außer dass da offensichtlich die Nase beschädigt ist, wüsste ich jetzt nicht, wie man es da aus kriegt. Und hinten, das ist eigentlich der Feuerlöscher. Den Knopf, der vor dem Halo ist, den muss man schon tief eindrücken,“ versucht Wittich zu erklären.

Ich kann mir nur vorstellen, dass da irgendein Kabel innen drin quasi dann dafür gesorgt hat, dass das System gesagt hat: ‘Okay, dann hören wir mal auf’.

Folgen für die Platzierung der Schalter

Niels Wittich schließt ganz klar aus, dass die FIA deswegen eine Überarbeitung der Schalterplatzierung anordnen wird: „Nur weil ein Kiesel angeblich jetzt das Fahrzeug ausgeschaltet hat, wenn man deswegen jetzt die Palastrevolution ausruft und sagt, wir müssen alles umarbeiten, das wäre etwas zu kurz geschossen für mich.“


Wenn du jetzt den Knopf woanders hinlegst, dann passiert nächstes Mal wieder was anderes.

Der ehemalige Rennleiter macht deutlich: „Da gibt es wesentlich wichtigere Themen, die anzugreifen sind, als dass man sagt: Okay, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass das genau nochmal passiert? Und dann muss man das Thema, glaube ich, unter One-Hit-Wonder abtun und sagen, ist halt mal passiert.“

„Und ich sage mal, der Audi ist auch so schon stehengeblieben aus anderen Gründen, ob das jetzt ein Kieselstein war oder nicht,“ kommentiert Wittich abschließend.

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Laura Schanz
Laura Schanz ist seit Juni Teil des CHAMP1.NEWS-Teams. Ursprünglich kommt sie aus dem Bildungswesen, doch ihre Begeisterung für die Formel 1 entwickelte sich schnell von einem Hobby zu einer echten Leidenschaft. Heute verfolgt sie zwei klare Missionen: Zum einen möchte sie alle Strecken des aktuellen Formel-1-Kalenders persönlich besuchen — sechs davon konnte sie bereits abhaken. Zum anderen will sie mit dem hartnäckigen Vorurteil aufräumen, dass Frauen in der Formel 1 keinen Platz hätten. Für Laura ist die Königsklasse weit mehr als schnelle Autos, laute Motoren und der Geruch von verbranntem Gummi. Mit analytischem Blick begleitet sie Rennwochenenden, ordnet aktuelle F1-News und Entwicklungen ein und schreibt klare, verständliche Artikel rund um das Geschehen auf und neben der Strecke. Darüber hinaus ist sie als Social-Media-Host für CHAMP1 aktiv und gehört bei den Live-Sendungen an den Rennwochenenden neben Chantal und David zum On-Air-Team. Ihr Anspruch: die Formel 1 greifbarer, verständlicher und zugänglicher zu machen — für eingefleischte Fans genauso wie für alle, die gerade erst in diesen Sport eintauchen.
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