Tag sechs – und damit der letzte Testtag am Bahrain International Circuit ist vorbei, und wir haben wieder einiges gelernt. Ferrari scheint ganz vorne mitzumischen und setzt ein echtes Ausrufezeichen. Charles Leclerc verbesserte sich immer wieder und keiner der anderen Fahrer im Feld konnte ihm was Wasser reichen. Bei Aston Martin läuft weiterhin nichts und es wirkt fast so, als hätten sie bereits aufgegeben. Aber auch bei anderen Teams lief es nicht ganz rund.
Charles Leclerc fährt allen davon
Bereits am Morgen setzte Charles Leclerc ein positives Zeichen im Hinblick auf die kommende Saison. Besonders in der Qualifyingsimulation kam kein anderer an ihn heran. Auch bei den Probestarts schlug der Monegasse sich wirklich gut. Durch den kleineren Turbo, der beim Start notwendig ist, kommt er wesentlich schneller von der Stelle als so manch anderer.
Mit 1:31.992 fuhr er die deutlich schnellste Zeit der gesamten Tests. Der Zweitschnellste, Lando Norris, war ganze 0,879 Sekunden langsamer. Ein beachtlicher Unterschied. Dazu spulte Leclerc 132 Runden ab – ein guter Wert.
Was war bei McLaren los?
Bei McLaren dauerte es ziemlich genau zwei Stunden bis sie am Nachmittag zum ersten Mal auf der Strecke waren. Für das Team, das bisher mit wenigen Problemen zu kämpfen hatte, ist das ungewöhnlich lang.
Laut F1TV entdeckte McLaren während der Pause ein Problem am Auto. Die Daten waren nicht zufriedenstellend und aus reiner Vorsicht tauschte man die Teile anschließend aus. Immerhin brachte Norris es in den verbleibenden zwei Stunden noch auf 47 Runden.
Lando Norris während des Sonnenuntergangs in Bahrain. | ©IMAGO / Italy Photo PressInsgesamt kann McLaren mit den Tests durchaus zufrieden sein. Man fuhr mit die meisten Runden im Feld, konnte vorne mitmischen und konnte sich nur wenig über Probleme beklagen. Ein gutes Omen für die kommende Saison? Das bleibt abzuwarten.
Wie groß sind die Probleme bei Cadillac?
Es klingt wie eine Geschichte, die niemals endet. Cadillac konnte erneut keine Session ohne Probleme zu Ende bringen. Zumindest war man dieses Mal einigermaßen pünktlich auf der Strecke. Doch lange hielt das nicht an: Nach 22 Runden fährt Bottas in die Box und taucht erst mal nicht mehr auf. Scheinbar hatte das Team Elektroprobleme in der Box. Denn zeitweise arbeitete keiner der Mechaniker am Auto.
Nachdem die Probleme dann aber behoben waren, konnte Bottas nochmal 12 Runden drehen, bevor dann Schluss für den Tag war. Aber auch die Rundenzeiten überzeugen nicht wirklich. Der bisherige Trend zeigt beide Cadillac-Piloten kontinuierlich am Ende der Zeitenliste. Da ist definitiv noch Luft nach oben für das Newcomer-Team.
Wie geht es bei Aston Martin weiter?
Dass sowohl der Shakedown in Barcelona als auch die Tests in Bahrain nicht gerade positiv liefen, ist kein Geheimnis mehr. Sowohl das Team als auch die Fahrer ließen bisher nicht wirklich Positives verlauten.
Der Trend zog sich dann nach alter Manier auch durch den Nachmittag. Entgegen der Erwartung war man allerdings direkt zu Beginn der Session auf der Strecke. Nach ein paar Ausritten von Lance Stroll in die Auslaufzonen und ins Kiesbett war dann nach vier Runden am Nachmittag Schluss. Gegen 15 Uhr deutscher Zeit, also zwei Stunden vor Ende der Tests, packte Aston Martin seine Sachen und beendete sein Programm. Zufrieden ist man sicherlich nicht.
Chief Technical Officer Enrico Cardile sieht nicht zufrieden aus. | ©IMAGO / ABACAPRESSDamit brachte es Stroll heute gerade mal auf sechs Runden. Grund dafür sind laut Honda Batterieprobleme und auch der Mangel an Ersatzteilen. Kein Wunder, bei so vielen Problemen. Auf das Team kommt vor Australien wohl noch harte Arbeit zu.
Mercedes schneller wieder da als gedacht
Nachdem Kimi Antonelli am Morgen auf der Strecke stehenblieb und Mercedes einen Motorentausch ankündigte, war es nicht zu erwarten, George Russell am Nachmittag wieder so schnell auf der Strecke zu sehen.
Tolle Bilder während der „Golden Hour“ in Bahrain. | ©IMAGO / PsnewZAber wir wurden überrascht: nur etwa eine halbe Stunde nach Beginn der Session fuhr Russell mit dem W17 schon über die Strecke. Und er schaffte es sogar, sich immerhin noch auf P4 in der Zeitenliste einzureihen. Ob Russell nicht am Limit operierte oder der Ferrari schlicht nicht einzuholen war, ist unklar.
Rookie Arvid Lindblad – der Fleißigste des Tages
Ein Fahrer, der bisher noch gar nicht so richtig aufgefallen ist: Arvid Lindblad. Der einzige Rookie in der Saison 2026 spulte heute 165 Runden ab. Das sind drei Renndistanzen. Und auch an anderen Tagen fuhr er stets Runde um Runde für die Racing Bulls. Kein schlechter Einstand für den jungen Fahrer.
Ein langer – aber guter Tag für den Rookie. | ©IMAGO / Alessio de MarcoDie Rundenzeiten von Tag 6
| Fahrer | Abstand zum Schnellsten | Runden |
|---|---|---|
| Charles Leclerc (Ferrari) | 1:31.992 | 132 |
| Lando Norris (McLaren) | +0.879 | 47 |
| Max Verstappen (Red Bull) | +1.117 | 65 |
| George Russell (Mercedes) | +1.205 | 82 |
| Pierre Gasly (Alpine) | +1.429 | 118 |
| Oliver Bearman (Haas) | +1.495 | 88 |
| Gabriel Bortoleto (Audi) | +1.763 | 71 |
| Kimi Antonelli (Mercedes) | +1.924 | 49 |
| Arvid Lindblad (Racing Bulls) | +2.157 | 165 |
| Carlos Sainz (Williams) | +2.350 | 141 |
| Oscar Piastri (McLaren) | +2.360 | 66 |
| Esteban Ocon (Haas) | +2.502 | 82 |
| Isack Hadjar (Red Bull) | +2.519 | 59 |
| Valtteri Bottas (Cadillac) | +3.298 | 38 |
| Nico Hülkenberg (Audi) | +4.027 | 64 |
| Sergio Pérez (Cadillac) | +8.850 | 61 |
| Lance Stroll (Aston Martin) | – | 6 |
| Fernando Alonso (Aston Martin) | – | – |
| Alexander Albon (Williams) | – | – |
| Liam Lawson (Racing Bulls) | – | – |
| Franco Colapinto (Alpine) | – | – |
| Lewis Hamilton (Ferrari) | – | – |
Damit kommen die Testfahrten in Bahrain zu ihrem Ende. Für die Teams heißt es jetzt noch: die letzten Vorbereitungen treffen, vor dem Australien GP in knapp zwei Wochen.





