Winward Racing setzt ein Ausrufezeichen – und im Hintergrund formiert sich ein GT3-Projekt mit Strahlkraft.
Viele positive Ereignisse in einer anderen Serie zu Gunsten einer bestimmten Person. | ©IMAGO / Gruppe C Heimspiel mit Haltung: Auer liefert ab
Es gibt Wochenenden, die definieren eine Saison – und dieses in Spielberg hatte genau diesen Charakter. Lucas Auer nutzte die Bühne seines Heimrennens mit bemerkenswerter Reife: Platz zwei am Samstag, Platz drei am Sonntag. Kein Ausreißer, sondern ein Muster.
„Ich bin mega zufrieden. Riesiger Dank an das Team, die Atmosphäre war toll. Es war ein Traum-Start – und das daheim. Besser geht es nicht.“
Selbst eine zerbrechende Trophäe konnte diese Bilanz nicht trüben: „Die Qualität ist überschaubar“, witzelte er trocken.
Was bleibt, ist Substanz. Auer agiert nicht spektakulär um jeden Preis, sondern kalkuliert, effizient, fehlerarm – ein Profil, das gerade in Langstreckenformaten Gold wert ist. Rang zwei in der Gesamtwertung nach dem Auftakt unterstreicht: Hier wächst ein Titelkandidat heran, nicht nur ein Podiumsgast.
Winward Racing: Präzision als Prinzip
Während Auer fahrerisch überzeugt, liefert Winward Racing die technische Blaupause für Erfolg. Der Sonntag geriet zur Machtdemonstration: Sieg durch Maro Engel, Platz vier durch Jules Gounon. Ein Doppelschlag mit Ansage.
Engels Triumph kam nicht durch Zufall zustande, sondern durch strategische Exzellenz. Der entscheidende Moment: die Übernahme der Führung beim ersten Pflichtboxenstopp. Sauber exekutiert, ohne Zeitverlust, ohne Risiko. Genau diese operative Klarheit macht Winward aktuell zu einem Referenzteam in der DTM.
Die Kombination aus Performance des Mercedes-AMG GT3, taktischer Disziplin und eingespielten Abläufen erzeugt ein Gesamtpaket, das in Richtung Langstrecke skaliert werden kann. Anders formuliert: Was hier in 60 Minuten funktioniert, trägt auch über 24 Stunden.
Verstappen als Katalysator: GT-Sport im Aufwind
Und genau hier schließt sich der Kreis zu Max Verstappen. Der vierfache Formel-1-Weltmeister wird beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring ausgerechnet für Winward Racing antreten – gemeinsam mit Jules Gounon und Lucas Auer.
Dass am Sonntag Gerüchte über seine Ankunft in Spielberg kursierten, passt ins Bild. Sein Privatjet landete tatsächlich in Zeltweg – an Bord jedoch nur sein Manager Raymond Vermeulen. Verstappen selbst blieb fern, seine Präsenz aber war spürbar.
DTM-Chef Thomas Voss bringt es auf den Punkt:
„Die Leute, die Verstappen über die Formel 1 begleitet haben, sehen auf einmal: Da gibt’s ja noch andere Rennautos.“
Der Effekt ist messbar: mehr Aufmerksamkeit, mehr Reichweite, mehr Relevanz für den GT-Sport.
Doch entscheidender als der Hype ist die sportliche Perspektive. Verstappen steigt nicht in ein beliebiges Projekt ein – sondern in eines, das funktioniert. Winward liefert Resultate, Auer liefert Konstanz. Das ist keine Marketinggeschichte, sondern eine ernstzunehmende sportliche Allianz.
Archivbild März 2025: Vorfreude auf das erste 24 Stunden Rennen des Holländers. | ©IMAGO / DeFodi ImagesMehr als nur ein Nebenschauplatz
Wenn sich im Mai die Tore zum Nürburgring öffnen, wird dieses Trio genauer beobachtet werden als viele etablierte Langstrecken-Teams. Die Zutaten stimmen: ein dominantes Team, formstarke Fahrer – und ein Weltstar, der beweisen will, dass seine Klasse nicht an die Formel 1 gebunden ist.
Der DTM-Auftakt war damit mehr als ein Saisonstart. Er war ein Fingerzeig. Einer, der zeigt, wie eng Sprint- und Langstreckenwelt inzwischen miteinander verwoben sind – und wie aus einem starken Wochenende eine große Geschichte entstehen kann.
































