Zum Abschluss der ersten Bahrain-Testwoche hat Mercedes ein Ausrufezeichen gesetzt.
Grande Kimi! 👏
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The fastest time of the week goes to Kimi Antonelli, setting a 1:33.669 ⏱️#F1 #F1Testing pic.twitter.com/QGtEerxt23
Nachdem technische Probleme die Silberpfeile am Donnerstag noch eingebremst hatten, drehte das Team am Freitag auf – und wie: Kimi Antonelli fuhr in 1:33,669 Minuten die schnellste Zeit der gesamten Testwoche. Teamkollege George Russell komplettierte die Doppelführung.
Und noch bemerkenswerter:
Nur Mercedes blieb unter der Marke von 1:34,00 Minuten.
Ein Signal? Vielleicht. Eine endgültige Standortbestimmung? Sicher nicht.
© IMAGO / ANPMercedes mit Comeback – aber nur 282 Runden insgesamt
Die nackte Bestzeit erzählt nämlich nicht die ganze Geschichte.
Während Antonelli und Russell am letzten Tag dominierten, liegt Mercedes im Gesamtrunden-Ranking des Tests nur auf Platz 10 – mit 282 Umläufen. Zum Vergleich: McLaren und Williams kamen jeweils auf 422 Runden.
Das zeigt: Die Pace ist da. Die Datenbasis ist dünner.
Wie wir bereits heute in unserer News-Sendung zur Vormittags-Session berichtet haben, hatte Russell selbst noch Zweifel an der tatsächlichen Performance und sprach bei Sky Sport F1 davon, dass Mercedes „bei weitem nicht unseren Erwartungen entsprochen“ habe. Ob das Tiefstapelei oder echte Sorge ist, bleibt offen – die Analyse dazu haben wir ebenfalls heute ausführlich eingeordnet.
Ferrari schnell – dann rote Flagge
Lewis Hamilton mischte ebenfalls vorne mit. Platz drei für den Ferrari – mit 1:34,209 Minuten klar „bei der Musik“.
Final laps in the bag 🙌 ⏰ First Bahrain test is now complete! pic.twitter.com/eWDDFuZC3U
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Doch kurz vor Ende dann der Dämpfer: Der Brite stellte seinen Wagen im zweiten Sektor ab. Eine rote Flagge beendete seine Ausfahrt. Zuvor hatten Onboard-Aufnahmen bereits Warnsignale auf dem Lenkrad gezeigt. Der Motor klang unauffällig – doch Maranello dürfte die Analyse-Nacht lang werden.
Lewis Hamilton stopped out on track at Turn 8, bringing his day of running to a close! 😧#F1 #F1Testing pic.twitter.com/luVehCUTG5
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Oscar Piastri überzeugte im McLaren mit starker Rennsimulation und 153 Runden – Bestwert des Tages. Verstappen blieb im Red Bull solide in Schlagdistanz.
Audi: Keine Show, aber Stabilität
© IMAGO / Gregoire TruchetWährend Cadillac weiter mit Kinderkrankheiten kämpft und Aston Martin sichtbar mit dem neuen Honda-Werksmotor hadert, wirkt Audi bisher strukturiert.
Nico Hülkenberg spulte unauffällig sein Programm ab, sammelte Daten, brachte 49 Runden ins Ziel. Im Gesamtranking steht Audi mit 354 Umläufen auf Rang fünf – vor Red Bull, Cadillac und Alpine.
Für ein neues Werksteam ist das zumindest kein Fehlstart.
Aston Martin: Alarmstufe Rot?
Ganz anders die Lage in Silverstone.
© IMAGO / Every Second MediaWie wir bereits heute in unserer News-Sendung berichtet haben, sorgt insbesondere die schonungslose Analyse von Lance Stroll intern für Stirnrunzeln. Der Kanadier spricht von vier bis viereinhalb Sekunden Rückstand, die aufgeholt werden müssten.
Hinzu kommt: Der neue Honda-Motor wirkt massiv heruntergedreht. Top-Speed-Werte knapp über 310 km/h stehen im Kontrast zu Teams, die bereits jenseits der 340 km/h unterwegs sind.
Dunkle Erinnerungen an 2015 werden wach.
„Formel E auf Steroiden“ – Verstappen teilt aus
Sportlich brisant ist aber nicht nur die Frage nach der Pace – sondern nach dem Fahrgefühl.
© IMAGO / PsnewZMax Verstappen schoss am Rande der Tests scharf gegen die neue Generation der GP-Autos:
„Es fühlt sich nicht mehr wie Formel 1 an, eher wie Formel E auf Steroiden.“
Die Hybrid-Power sei aggressiver, das Energie-Management dominanter, das „Vollfahren“ kaum noch möglich. Er sprach sogar von „Anti-Racing“.
Wie wir in unserer heutigen Freitags-Sendung ausführlich berichtet haben, bekam der Weltmeister prominente Unterstützung.
© x.com / AstonMartinF1Fernando Alonso erklärte:
„Die Rolle des Fahrers stirbt aus.“
Auch Charles Leclerc erwartet beim Saisonauftakt Chaos – vor allem wegen der komplizierten Startprozeduren und schwierigen Überholmöglichkeiten. Isack Hadjar geht sogar so weit zu sagen: „Keiner wird beim Saisonauftakt hundertprozentig bereit sein.“
Die komplette Einordnung dieser Fahrer-Kritik haben wir heute separat analysiert – entsprechende Verlinkung findet ihr hier im Artikel.
Chaos beim Finale – und ein Fast-Crash
Lewis Hamilton stopped out on track at Turn 8, bringing his day of running to a close! 😧#F1 #F1Testing pic.twitter.com/luVehCUTG5
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Ganz ohne Drama ging es zum Abschluss nicht:
Franco Colapinto verlor beim Reifenaufwärmen beinahe die Kontrolle und hätte fast die Bande geküsst.
F1 2026 BAHRAIN
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FRANKO COLAPINTO DOING A RACING START
OH MY GOD 🤦♂️ pic.twitter.com/gGEbK69fgs
Lewis Hamilton fing einen heftigen Powerslide ab. Isack Hadjar verirrte sich in der Boxengasse – und steuerte zunächst versehentlich die Mercedes-Box an.
Looks like we left the door Hadjar for him 😆 pic.twitter.com/MB9zX89grw
— Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team (@MercedesAMGF1) February 13, 2026
Der perfekte Sinnbild für diesen Test:
Viel Tempo. Viele Fragezeichen. Und noch keine klare Hierarchie.
Was heißt das für Melbourne?
Noch sind es nur Tests. Noch wird mit unterschiedlichen Programmen, Benzinmengen und Motor-Modi gefahren. Doch eines ist klar:
Mercedes hat zum richtigen Zeitpunkt ein Zeichen gesetzt.
Ferrari ist in Schlagdistanz.
McLaren wirkt konstant.
Red Bull bleibt gefährlich.
Audi sammelt strukturiert Kilometer.
Und Aston Martin hat Arbeit vor sich.
In der kommenden Woche stehen in Bahrain noch einmal drei Testtage an (18.–20. Februar), bevor es am 8. März in Australien ernst wird.
Das Warmlaufen ist in diesem Jahr wichtiger denn je – denn das neue Reglement mit halbiertem Verbrenner-Anteil, massiver Hybrid-Power und neuem Energie-Management verlangt den Teams und Fahrern alles ab.
Die Zeitenjagd ist eröffnet.
Aber die wahre Hierarchie kennen wir erst, wenn die Ampeln ausgehen.





