Aston Martin wollte 2026 angreifen.
Stattdessen herrscht Krisenmodus.
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— Aston Martin Aramco F1 Team (@AstonMartinF1) February 12, 2026
Nach einem ernüchternden Test-Auftakt in Barcelona und Bahrain scheint der ambitionierte Rennstall aktuell eher am Ende der Nahrungskette zu stehen als an deren Spitze. Und nun sorgt ausgerechnet Teamchef Adrian Newey intern für Klartext.
Aston Martin blickt auf eine katastrophale erste Bahrain-Woche | © IMAGO / IPA SportVier Sekunden Rückstand – und kein klares Problem
Die nackten Zahlen sind brutal. Lance Stroll sprach zuletzt von einem Rückstand von bis zu viereinhalb Sekunden auf die Spitze. Ein Abstand, der in der modernen Formel 1 einem sportlichen Erdrutsch gleichkommt.
Doch das eigentliche Problem ist offenbar nicht nur das Tempo – sondern die Ursachenforschung.
© IMAGO / PsnewZWie Sky Sports-Reporter Ted Kravitz berichtet, habe Newey beim Test in Bahrain ein internes Debrief-Meeting einberufen – und dabei kein Blatt vor den Mund genommen.
„Es ist ein bisschen was von allem“
Laut Kravitz sei der Brite dabei „sehr direkt und auch positiv“ gewesen. Und er habe offen eingeräumt, dass das aktuelle Paket schlicht nicht funktioniere.
„Ich weiß, dass es im Moment nicht funktioniert. Teilweise liegt es am Honda-Motor, ein bisschen ist es die Gearbox, ein bisschen ist es die Aerodynamik, ein bisschen sind es die Reifen. Es ist ein bisschen was von allem.“
Ein Satz, der tief blicken lässt.
Denn er zeigt: Es gibt kein einzelnes Bauteil, das alles erklärt. Kein klarer Defekt. Kein einfacher Hebel. Sondern ein komplexes Zusammenspiel aus Motor, Getriebe, Aero und Reifennutzung, das aktuell nicht harmoniert.
Aston Martin fährt 2026 erstmals mit Honda-Motoren | © IMAGO / Alessio de MarcoHonda-Motor im Fokus
Besonders brisant ist dabei der Hinweis auf den neuen Honda-Werksmotor. Schon während der Tests fiel auf, dass Aston Martin bei den Topspeeds deutlich hinterherhinkt. Der Antrieb wirkte heruntergedreht, offenbar aus Vorsicht vor möglichen Schäden.
Ob reine Vorsichtsmaßnahme oder strukturelles Leistungsproblem – klar ist: Die Performance reicht derzeit nicht aus.
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— Aston Martin Aramco F1 Team (@AstonMartinF1) February 14, 2026
„Aston Martin steckt in einem Loch“
Kravitz bringt die Lage drastisch auf den Punkt:
„Im Moment steckt Aston Martin in einem Loch.“
In der inoffiziellen Hierarchie könnte das Team aktuell sogar hinter Audi liegen – und nur knapp vor Neuling Cadillac rangieren. Platz zehn statt Podiumsträume.
Ein bitterer Realitätscheck.
Bekommt der neue Teamchef die Probleme bis Melbourne in den Griff?© Aston Martin F1 TeamUnd jetzt?
Trotz aller Offenheit soll Newey intern Zuversicht ausgestrahlt haben. Laut Kravitz sei der Teamchef überzeugt, einen Weg aus der Misere zu finden.
„Aber Newey hat einen Plan!“
Ob dieser Plan greift, wird sich schon in der zweiten Bahrain-Testwoche zeigen. Denn viel Zeit bleibt nicht: Der Saisonauftakt in Australien rückt unaufhaltsam näher.
Fest steht:
Aston Martin wollte 2026 ein Zeichen setzen.
Stattdessen steht das Projekt nach wenigen Testtagen unter massivem Druck.
Und diesmal kann niemand sagen, man habe die Probleme nicht klar benannt.





