Ferrari führt ein zerfahrenes erstes Training an, doch Aussagekraft bleibt begrenzt.
Hitze, Upgrades und begrenzte Zeit
Knapp 30 Grad Luft- und über 50 Grad Asphalttemperatur. Das erste freie Training auf dem Miami International Autodrome wurde zur Hitzeschlacht. Durch das Sprint-Format auf 90 Minuten verlängert, lag der Fokus klar auf Datenarbeit: neue Upgrade-Pakete, Aerodynamik-Checks mit Flow-Vis-Farbe und Longruns auf den harten Reifen bestimmten das Bild.
Frühe Bestzeiten von Lando Norris und Kimi Antonelli hatten entsprechend wenig Aussagekraft. Erst in der Schlussphase, als die Soft-Reifen ins Spiel kamen, nahm das Klassement Konturen an.
Leclerc kontert – Konkurrenz bleibt dran
In dieser entscheidenden Phase setzte Charles Leclerc die Benchmark: Mit einer 1:29.310 distanzierte er die Konkurrenz um knapp drei Zehntel. Max Verstappen näherte sich zwischenzeitlich an, musste sich letztlich aber geschlagen geben. Dahinter reihte sich Oscar Piastri als Dritter ein.
Doch das Bild trügt. Verkehr verhinderte bei Norris eine schnellere Runde, während bei Mercedes-AMG Petronas Formula One Team keine repräsentativen Soft-Zeiten zustande kamen. Besonders George Russell blieb deutlich unter den Erwartungen, während Rookie Antonelli trotz fehlender Soft-Runde stark auf Platz fünf lag, ehe ein Problem an der Power Unit weitere Runs verhinderte.
Fehler, Verkehr und Technik prägen die Session
Das Training war geprägt von Unruhe: Verbremser in Kurve 1 zogen sich durch das gesamte Feld, mehrfach kam es zu brenzligen Situationen, unter anderem zwischen Lewis Hamilton und Nico Hülkenberg.
Technische Probleme häuften sich ebenfalls. Antonelli musste frühzeitig abstellen, Aston Martin F1 Team verlor wertvolle Zeit durch ein Stromproblem in der Garage, und auch bei Oscar Piastri sorgte Rauchentwicklung im Cockpit kurzzeitig für Sorge.
Im Mittelfeld setzte Pierre Gasly ein solides Ausrufezeichen, während Nico Hülkenberg im Audi mit Rang 15 hinter den Erwartungen blieb.
Ein Training voller Unbekannter
Die Kombination aus Longruns, Verkehr und technischen Einschränkungen macht eine klare Einordnung schwierig. Viele Topfahrer konnten ihr Potenzial nicht abrufen, andere überraschten unter speziellen Bedingungen.
Qualifying unter Hochspannung
Mit Blick auf das anstehende Sprint-Qualifying bleibt vor allem eines: Unsicherheit. Ferrari scheint gut vorbereitet, Red Bull zeigt aufsteigende Form, und McLaren hat noch Reserven im Köcher. Mercedes hingegen reist mit offenen Fragen in die nächste Session.
Das erste Training war damit weniger Standortbestimmung als vielmehr ein Fingerzeig und der deutet auf ein enges, unberechenbares Kräfteverhältnis hin.


































