Pierre Gasly kann endlich wieder strahlen. Nach schwierigen Jahren mit einem unzureichenden Renault-Motor darf der Franzose in dieser Saison mit Mercedes-Power über die Strecke fahren.
Und nach anfänglichen Problemen scheint der Wechsel bisher Früchte zu tragen. Der Alpine hat sich zu einem sicheren Punktekandidaten entwickelt – zumindest mit Gasly am Steuer.
Nach einem zehnten Platz in Melbourne konnte Gasly zweimal in Folge Siebter werden – ein großer Erfolg für das Team, das sich schon lange in einer Findungsphase befindet.
Pierre Gasyl freut sich über die Qualität seines Autos. © IMAGO / Action PlusGasly schwärmt von seinem Alpine
Der Franzose kam nach dem Suzuka-Rennen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.
„Es war ein positives Wochenende für das Team, und wir sind nicht allzu weit von einigen der schnelleren Teams vor uns entfernt. Das Auto hat eine solide Basis, daher müssen wir motiviert bleiben und weiter hart arbeiten, um die Führenden einzuholen.“
Noch deutlicher machte er seine Meinung in einem Interview mit Canal+. Dort sagte er, dass es „das beste Auto“ sei, das er in seiner Karriere gefahren habe. Nur den AlphaTauri von 2021 sehe er auf diesem Niveau.
Alpine befindet sich auf dem Vormarsch. © IMAGO / ZUMA PressMacht Alpine Jagd auf die Topteams?
Eigentlich könnte Gasly erst einmal mit dem zufrieden sein, was sein Rennstall gerade leistet, doch der 30-Jährige will mehr.
„Wir konnten einen guten Vorsprung auf Liam Lawson herausfahren, der 18 Sekunden hinter uns ins Ziel kam, und wir liegen sieben Sekunden hinter dem Ferrari. Wenn wir also weiter nach vorne fahren können, hoffe ich, dass wir mit der Spitzengruppe mithalten können.“
Könnte Alpine sogar bald um ein Podium mitfahren? Der Franzose wirkt jedenfalls so selbstbewusst wie lange nicht. Doch auch die Top-Teams werden weiter an ihren Autos arbeiten.
Max Verstappen (l.) sieht gegen Pierre Gasly (r.) zurzeit alt aus. © Bearne / XPB ImagesGasly schlägt Verstappen auf der Strecke – und kontert seine Kritik
Für Gasly gibt es dieser Tage noch einen Zustand, der sich für ihn wie Genugtuung anfühlen wird – er performt im Qualifying und im Rennen derzeit besser als der Red Bull und Max Verstappen.
Nachdem der Ex-Red-Bull-Pilot 2019 beim österreichischen Team krachend gescheitert war, musste er sich jahrelang anschauen, wie die Bullen ihm auf der Strecke davonfuhren. Zurzeit scheinen beide Autos auf einem ähnlichen Niveau zu sein.
Sein Ex-Teamkollege gilt auch als einer der größten Kritiker des neuen Reglements. Können die Fahrer wirklich nicht mehr ihre individuelle Qualität auf die Strecke bringen? Gasly machte gegenüber Sky deutlich, dass ihm das zu einfach ist.
„Für mich ist das alles ein wenig zu negativ, und das gefällt mir nicht. Bei allem Batterie-Management, man muss noch immer am Limit des verfügbaren Grips fahren.“
Trotzdem machte der Franzose klar, dass auch er für Änderungen am Reglement plädiert.
„Klar fühle ich am Lenkrad das Gleiche wie meine Kollegen. Ich denke, wir sind uns da alle einig. Wir sehen dieselben Dinge.“
Gasly glaube allerdings, „dass in der Zeit vor dem Miami-GP jeder sein Bestes geben wird, um die Formel 1 in eine bessere Verfassung zu bringen.“ Noch ist vollkommen unklar, wie eine solche Änderung aussehen wird. Alpine wird jedenfalls hoffen, dass man davon profitiert und nicht wieder einen Rückschlag hinnehmen muss.



























