Der Istanbul Park Circuit kehrt in den Formel-1-Kalender zurück. Von 2005 bis 2011 war die Strecke in der Türkei fester Bestandteil des Rennkalenders, 2020 und 2021 gab es ein kurzes Comeback aufgrund der Corona-Pandemie.
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— César Olmedo (@medicenolmedo) October 10, 2021
Die 5,338 Kilometer lange Strecke gehörte schon immer zu den beliebtesten Rennen bei Fahrern und Fans. Das hochklassige Duell zwischen Lewis Hamilton und Sergio Perez im Jahr 2021 ist vielen bis heute im Kopf geblieben.
Bernie Ecclestone (2.v.l.) war vom Türkei GP anscheinend enttäuscht. © IMAGO / HochZweiFinanzielle Forderungen brachen Istanbul GP das Genick
Auch in den 0er-Jahren war der Große Preis der Türkei unglaublich beliebt. Doch 2011 folgte die Schock-Nachricht. Das Rennen flog aus dem Kalender. Und das hatte vor allem einen Grund: Geld.
Denn Bernie Ecclestone verdoppelte das Antrittsgeld von 13 auf 26 Millionen Euro. Murat Yalcintas von der Wirtschaftskammer des Landes, machte klar, dass die Türkei diese Forderungen nicht erfüllen wolle.
„Das Finanzministerium will eine solche Zahlung nicht leisten. Das ist der Grund, warum das Rennen im nächsten Jahr nicht stattfinden wird.“
Auch die geringen Zuschauerzahlen waren vor allem für Ecclestone ein Dorn im Auge. Im folgenden Jahr machte die Formel 1 dann erstmals Halt in Austin, was den damaligen Formel-1-Kalender füllte. Die Türkei flog also raus.
Toprak Razgatlıoğlu zählt zu den begnadetsten Motorrad-Fahrern der Welt. © IMAGO / Anadolu AgencyPlötzlich boomt der Motorsport in der Türkei
Ziemlich lang sah es danach aus, als würde der Türkei ein ähnliches Schicksal wie Deutschland drohen. Eine tolle, beliebte Strecke, die aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen allerdings nicht mit anderen Veranstaltern mithalten kann.
Doch, mittlerweile ist der Formel-1-Sport nicht nur deutlich rentabler für die meisten Veranstalter geworden, sondern in der Türkei ist das Motorsport-Fieber ausgebrochen.
Toprak Razgatlıoğlu, der in den letzten Jahren dreimal die Superbike-WM gewinnen konnte und in diesem Jahr in der Moto-GP startet, macht den Motorsport im Land deutlich populärer. Auch der amtierende DTM-Champion Ayhancan Güven sorgt für mehr Euphorie.
Will Erdogan durch den Türkei GP die eigene Haut retten? © IMAGO / Anadolu AgencyRegierung steht hinter dem Formel-1-Plan
Und dann gibt es da noch einen gewissen Recep Tayyip Erdogan, der mittlerweile richtig Lust auf die Formel 1 hat. Zwar muss die Strecke auf den neusten Stand gebracht worden sein, doch mittlerweile gibt es die finanzielle Rückendeckung des Staats. Der Präsident war bei der offiziellen Verkündung euphorisch.
„Die Formel 1 zählt zu den weltweit führenden Sportveranstaltungen und zeichnet sich durch ihre Spektakularität, ihre junge Fangemeinde und ihre Vorreiterrolle in der Automobiltechnologie aus. Auch in unserem Land erfreut sich die Formel 1 einer breiten Anhängerschaft in allen Altersgruppen – insbesondere bei der Jugend – und verfügt über eine wahrhaft leidenschaftliche Fangemeinde.“
Doch, dahinter steckt wohl nicht nur der Traum, großes Geld zu verdienen. Der türkische Präsident wird im eigenen Land zunehmend kritisch gesehen und muss auch an seiner eigenen Popularität arbeiten.
Genau wie einige Länder im Nahen Osten könnte Erdogan den Großen Preis der Türkei nutzen, um eine Art Greenwashing zu betreiben und von den Problemen (Armut, Menschenrechte etc.) abzulenken.
Auch für die Formel 1 ist die Rückkehr lukrativ, denn Stefano Domenicali machte unlängst klar, dass nach den vielen Stadtkursen auch klassische Strecken wieder zurückkehren sollen. Istanbul kehrt zurück, doch wie und wo der Kurs in den Rennkalender passt, ist bislang unklar.
































