Jetzt ist es offiziell.
Wird die Regeländerung Mercedes zum Verhängnis? | © IMAGO / Marco CanonieroDer wochenlang schwelende Motorenstreit um das Verdichtungsverhältnis in der neuen 2026er-Formel 1 ist entschieden. Der Motorsport-Weltrat der FIA hat am Samstag per E-Vote einstimmig Änderungen am Technischen Reglement verabschiedet. Auch die Motorenhersteller stimmten den Anpassungen zu.
CHAMP1 hatte bereits in der Sendung vom gestrigen Freitag (27.02.) ausführlich über die bevorstehende Entscheidung berichtet und die möglichen Szenarien eingeordnet. Nun liegt die offizielle Bestätigung des Weltverbands vor.
Worum es im Kern ging
Im Zentrum der Kontroverse stand das erlaubte Verdichtungsverhältnis im Verbrennungsmotor.
So sehen die Formel 1-Motoren 2026 aus | © Formula1.comDas Reglement schreibt einen Maximalwert von 16:1 vor – bislang gemessen im kalten Zustand bei Umgebungstemperatur. Genau diese Messmethode hatte für Diskussionen gesorgt.
Mehrere Hersteller warfen Mercedes vor, eine technische Lösung gefunden zu haben, die im Rennbetrieb – durch thermische Effekte – effektiv höhere Werte ermögliche. Intern war von bis zu 18:1 die Rede. Ein solcher Unterschied hätte direkte Auswirkungen auf Effizienz und Leistungsentfaltung.
Mercedes selbst spielte den möglichen Vorteil herunter.
Ob sich der Automobil-Weltverband mit ihrer Regeländerungen nur Freunde gemacht hat? | © IMAGO / ANPDer Kompromiss der FIA
Die FIA hat nun einen Mittelweg gewählt:
1.) Für die ersten Saisonrennen bleibt das bisherige Prüfverfahren bestehen.
2.) Ab dem 1. Juni 2026 wird das Verdichtungsverhältnis sowohl im kalten als auch im warmen Zustand überwacht.
3.) Ab 2027 erfolgt die Kontrolle ausschließlich unter realistischen Betriebsbedingungen bei 130 Grad Celsius.
Die Bahrain-Testwochen sorgten auch abseits der Rennstrecke für ordentlich Diskussion | © IMAGO / justpictures.chIn ihrem Statement erklärte die FIA, die Anpassungen seien das Ergebnis intensiver Analysen der Vorsaison-Tests in Barcelona und Bahrain sowie umfangreichen Feedbacks von Teams, Fahrern und Herstellern.
Damit ist die akute Regelkontroverse formal beendet.
Was bedeutet das sportlich?
Fakt ist: Sollte ein technischer Vorteil existieren, bleibt er in den ersten Saisonmonaten unangetastet. Erst ab Juni greift die erweiterte Kontrolle.
Die Entscheidung ist damit nicht nur technisch, sondern auch politisch: Sie schafft kurzfristig Stabilität vor dem Saisonstart – verschiebt die vollständige Umsetzung jedoch in die laufende Meisterschaft.
Ob der Monaco-GP in diesem Jahr spannender wird? | © IMAGO / Action PlusWeitere beschlossene Änderungen
Neben der Motorenfrage wurden weitere Anpassungen bestätigt:
1.) Die verpflichtende Zwei-Stopp-Regel in Monaco entfällt 2026 wieder.
2.) Der dritte Qualifying-Abschnitt (Q3) wird künftig 13 statt 12 Minuten dauern – insbesondere aufgrund des neuen elften Teams Cadillac.
3.) Der Große Preis von Monaco findet erstmals Anfang Juni (07.06.2026) bekannt (Anm. d. R.: bereits seit der offiziellen Rennkalender-Mitteilung im vergangenen Jahr bekannt)
Darüber hinaus laufen laut FIA weiterhin technische Überprüfungen im Bereich Energie-Management – ein Thema, das bereits während der Testwochen intensiv diskutiert wurde.
Saisonstart unter neuen Vorzeichen
Mit den beschlossenen Anpassungen geht die Formel 1 nun in eine Saison, die ohnehin als eine der größten Reglement-Umstellungen der jüngeren Geschichte gilt.
Neue Hybrid-Antriebe.
Veränderter Elektro-Anteil.
Neues Prüfverfahren.
Der Motoren-Zoff ist vorerst beigelegt.
Doch die Frage, wer das neue System am besten beherrscht, wird sich erst auf der Strecke beantworten.
Und vielleicht auch am Prüfstand.





