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RTL vor dem Mega-Crash! Brüssel könnte den Sky-Deal sprengen – und die Formel 1-Rückkehr gleich mit vernichten

Die letzte Zitterwoche für RTL!
Platzt der Sky-Deal in Brüssel – und mit ihm die Rückkehr der Formel 1 ins Free-TV?

© IMAGO / HMB-Media / Getty Images / Red Bull

Für RTL Deutschland beginnt nun womöglich die finale Zitterpartie. Es geht nicht einfach nur um „irgendeine“ Übernahme, sondern um das wohl bislang größte Vorhaben in der RTL/Bertelsmann-Geschichte: Sky Deutschland soll geschluckt werden.

Mit einer möglichen Übernahme, so heißt es, würde insbesondere der Streamer RTL+ massiv an Abonnenten dazugewinnen. Von bislang sechs auf bis zu 11,5 Millionen Abonnenten könnte sich die Sky-Übernahme auswirken. Daneben würde sich die RTL Gruppe massiv mit (weiteren) Sportrechten aufwerten – darunter zählt neben Fußball, auch die Königsklasse des Motorsports, die Formel 1.

Comcast hatte Sky 2018 übernommen | © IMAGO / ZUMA Press Wire

150 Millionen Euro will die Bertelsmann-Tochter dafür Comcast auf den Tisch legen. Dazu käme noch ein möglicher „Earn Out“-Deal, so dass sich bei einer entsprechenden Entwicklung des Aktienskurses der RTL Group der zu zahlende Wert auf bis zu 377 Millionen Euro erhöhen könnte.

© IMAGO / Hanno Bode

Rückt RTL mit Sky auf Platz 3 der größten Streamer?

Das geplante Vorhaben ist groß. Denn wird der Übernahme durch die EU grünes Licht erteilt, dann könnte RTL damit direkt auf Platz drei der größten Player, hinter Netflix und Prime Video vorstoßen. Viele – darunter selbstredend auch RTL – hoffen auf jene Freigabe, denn so könnte es nicht nur einfach nur den deutschen Markt nachhaltig verändern, sondern auch die Formel 1 wieder ins Free-TV zurückkehren.

Archivbild: RTL mit Florian König & Kai Ebel beim Spanien-GP 2025 | © IMAGO / Eibner

Formel 1-Quoten bei RTL bislang überschaubar

Denn seit sich RTL nach der Saison 2020 von der Königsklasse lossagte, liefen seither – mit der Ausnahme im Jahr 2023 – jeweils nur vier, respektive seit 2024 sieben Rennen im frei empfangbaren Fernsehen. Dazu kamen noch ein paar vereinzelte Qualifyings und Sprints, wo man allerdings teilweise auch schlicht nur das Sky-Signal 1:1 übernahm. Die Quoten waren in all der Zeit, seit RTL mit dem Pay-Riese einen Content-Vertrag abschloss, gelinde gesagt, mehr als überschaubar. An frühere Spitzenwerte von teilweise vier Millionen aufwärts, ist längst nicht mehr zu denken. Keines der vergangenen übertragenen Formel 1-Grand-Prix erreichte mehr als zwei Millionen Zuschauer. Angesichts der Summen, die RTL bislang an Sky überwies (geschätzt rund 1 Million Euro pro Rennen), gleicht das eher einem finanziellen Desaster.

Archivbild: Stephan Schmitter 2025 bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreis | © IMAGO / Horst Galuschka

Wir haben in den vergangenen Wochen gut, offen und konstruktiv mit der Kommission zusammengearbeitet und warten positiv angespannt auf die nächsten Schritte des Verfahrens – egal wann und auf welchem Wege uns die Reaktion erreichen wird. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir den Kauf von Sky im ersten Halbjahr 2026 zu einem guten Abschluss bringen. (Stephan Schmitter im DWDL-Interview am 30.03.2026)

Mit einer möglichen Sky-Übernahme sollen wieder mehr Qualifyings und Rennen den Weg ins Free-TV finden, wenngleich RTL-Chef Stephan Schmitter bereits in der Vergangenheit durchsickern ließ, dass es nicht mehr alle sein werden, wie noch in der Vergangenheit. Denn letztlich soll ja schließlich auch der hauseigene Streamer RTL+ (weiter) gepusht werden. Dennoch erhofft man sich dadurch auch eine Steigerung der Quoten, wenn mehr Qualifyings, Sprints und Rennen frei übertragen werden. In der Folge könnte der Zuschauer- und Marktanteil dadurch steigen, was den Verkauf von Werbezeiten – zumindest etwas – erleichtern würde.

RTL selbst ging bislang davon aus und so predigte man es auch in fast allen Interviews und Statements, dass die Übernahme innerhalb des ersten Halbjahres 2026 über die Bühne gehen würde. Geschäftsführer Stephan Schmitter zeigte sich gar im Interview mit dem Medienmagazin DWDL.de Ende März diesen Jahres gar noch hoffnungsvoller, dass das „Go“ bereits bis Ende April vorliegt.

Doch so einfach wird es offenbar für RTL nicht.

© IMAGO / Martin Bertrand

Wie viele Zugeständnisse muss RTL machen?

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete bereits vor kurzem, dass RTL der EU-Kommission Zugeständnisse machen müsste, um eine Übernahme doch noch genehmigt zu bekommen. Eines der möglichen Zugeständnissen sei die Auslagerung der Werbevermarktung an Dritte. Denn mit der Übernahme von Sky, würde auch der Vermarkter Sky Media in die Hände von RTL fallen. Ad Alliance, die RTL-Vermarktungstochter würde dann noch weiter gestärkt werden. Hier geht es also um Marktmacht. Das insbesondere hier kritischer hingesehen wird, zeigte sich bereits 2024, als das gegenüber dem deutschen Bundeskartellamt angezeigte Vorhaben RTLzwei künftig von Ad Alliance, statt von El Cartel Media vermarkten zu lassen, nach einem ewig langen Prozess am Ende untersagt wurde.

© Ad Alliance / RTL

Um diesen Umstand weiß natürlich RTL und bietet nun mehr oder weniger freiwillig gegenüber der EU-Kommission an, dass Sky dann nicht von Ad Alliance vermarktet wird, sondern von noch nicht bekannten Dritten. Ob das allerdings der EU-Kommission, bei dem RTL die Übernahme – allerdings auch erst am 27. Februar 2026 – angezeigt hatte, in der Hoffnung, dass anders als das Bundeskartellamt, das so ziemlich jedes RTL-Vorhaben bislang untersagte, genügt, darf durchaus bezweifelt werden.

Denn wie das Medienmagazin DWDL am heutigen Mittwoch berichtete, ist eine erste vorläufige Frist, die sog. „Provisional Deadline“ verstrichen worden. Diese Frist endete bereits in der vergangenen Woche am 8. April. Heißt: Ursprünglich hätte die EU-Kommission bis dahin eine Entscheidung treffen müssen. Doch, so heißt es nun im neuesten DWDL-Bericht:

Aufgrund eines zwischenzeitlichen Austauschs zwischen RTL und EU-Kommission wurde die Deadline automatisch um 14 Tage verlängert – bis zum 22. April.

Auffällig zurückhaltend

Bemerkenswert wird es allerdings, dass sich weder RTL, noch die EU-Kommission dazu derzeit äußern wollen. All das zusammengenommen, klingt ein „reibungsloses“ Verfahren doch anders.

Jetzt müsste man annehmen, dass die EU-Kommission bis zum 22. April eine Reaktion zeigen müsse. Doch auch dem ist nicht so.

Im von DWDL zitierten „Worst Case“ heißt es demnach wörtlich:

Worst Case Szenario für RTL Deutschland wie Bertelsmann: Die EU-Kommission sieht mehr Klärungsbedarf als die verlängerte Frist ermöglicht. Damit würde eine Entscheidung jedoch erstmal um Monate vertagt und damit der angestrebte Zeitplan torpediert.

Formel 1-Pläne wären auch betroffen

Würde sich demnach der Prozess noch um Monate hinziehen, würde das Unterfangen wohl noch unberechenbarer werden. Das würden nicht nur die einst anvisierten Bundesliga-Pläne (Spiele bei RTL und RTL+) unmöglich machen, auch wäre die Formel 1 davon betroffen.

Denn dem Kölner Sender liegt viel daran, die Formel 1 zurückzuholen. Wie CHAMP1 durch eine dem Sender nahestehende Quelle bekannt ist, hat man es einst bitter bereut, die Rechte über das Jahr 2020 nicht verlängert zu haben. Begründet wurde dies mit der damaligen Geschäftsführung, die in der Formel 1 keine besondere Attraktivität mehr gesehen hatte. Sky selbst konnte vom RTL-Aus nicht nennenswert profitieren. Die Hoffnung einst, dass durch den Wegfall der RTL-Übertragungen mehr Zuschauer sich für ein Abo von Sky entschließen würden, entpuppte sich als herbe Enttäuschung.

Der Deal zwischen 1&1-Betreiber United Internet & Comcast scheiterten einst | © IMAGO / imagebroker

Der große Kampf ums Überleben

Der einstige Pay-TV-Riese kämpft allerdings schon seit Jahren ums regelrechte Überleben. 2022 hatte der 1&1-Betreiber United Internet Interesse an der Übernahme von Sky Deutschland bekundet. Doch je länger die Verhandlungen dauerten, desto mehr entfernte man sich von den Vorstellungen, die beide Seiten hatten.

Aus Sicht von Comcast und insbesondere den Mitarbeitern von Sky Deutschland muss man nun hoffen, dass der Deal abgesegnet wird. Kaum vorstellbar, was passieren würde, lehnt die EU eines der größten Übernahme-Deals der vergangenen Jahre ab.

RTL an allen Fronten mit Problemen konfrontiert

Während also RTL und Sky um ihre Pläne zittern, ist die Formel 1 schon längst in der Saison 2026 angekommen. Und auch hier wäre RTL gerne schon dabei gewesen. Doch auch hier hat der Kölner Privatsender zu kämpfen. Erst gibt es keine Einigung mit Sky, wie viele Rennen man in diesem Jahr im Free-TV zeigen darf (beide Unternehmen gehören ja noch nicht zusammen), dann macht auch noch Österreich Stress und die Formel 1 empfahl dem Sender auf eine Anreise nach China zu verzichten (Wir berichteten).

Und so schauen die deutschen Formel 1-Fans – sofern sie über kein Sky-Abo verfügen – in die Röhre. Und RTL steht vor der völlig ungewissen Frage, ob ihr bis dato wohl größtes Vorhaben – den einstigen Pay-TV-Riese Sky zu übernehmen – am Ende doch wieder untersagt wird.

In sieben Tagen am 22. April soll zumindest Klarheit darüber herrschen, ob die EU den Weg von RTL und Comcast mitgeht oder ob das Vorhaben einer tiefergehenden Überprüfung unterzogen wird.

Alles in allem: Für Formel 1-Deutschland sind das bislang keine guten Nachrichten.

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Timo Chris Heuberger
Timo Chris Heuberger ist Gründer von CHAMP1, Chefredakteur, Journalist und Moderator. Er verantwortet die redaktionelle Ausrichtung von CHAMP1 NEWS und steht für eine Formel-1-Berichterstattung, die Nachrichten nicht nur meldet, sondern einordnet: aktuell, unabhängig und relevant. Mit seinem Hintergrund aus dem professionellen Fernseh- und Medienumfeld verbindet Heuberger Tempo mit Präzision und Analyse mit Haltung. In seinen Formaten und Interviews spricht er mit Experten, Fahrerinnen und Fahrern, Teamverantwortlichen und Entscheidern aus dem Motorsport direkt, kritisch und auf Augenhöhe. [Geschäftliche Anfragen außerhalb von CHAMP1: business@timoheuberger.de]
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April, 2026

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