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„Dürfen nicht davon abhängig sein“: Tombazis schürt Hoffnungen auf V8-Motoren

FIA-Sportchef Nikolas Tombazis räumt Fehler ein. Könnte die Formel 1 in Zukunft zu V8-Motoren zurückkehren?

© IMAGO / BSR Agency

Das neue Formel-1-Reglement sorgt für viel Kritik. Vor allem der 50/50-Anteil zwischen Verbrenner und Elektroantrieb wird harsch kritisiert.

In einer Medienrunde äußerte sich FIA-Sportchef Nikolas Tomabzis über die Regeländerungen, die in Miami getestet werden, und gab außerdem einen Ausblick auf die Zukunft.

Die FIA steht unter Druck. © Moy / XPB Images

Hat die FIA einen Fehler gemacht?

Zuallererst einmal gab Tombazis zu, dass man sich beim neuen Motor eventuell verrannt habe.

„Die politische Landschaft hat sich verändert. Als wir damals über die aktuellen Vorschriften diskutierten, sagten uns die Automobilhersteller, die sehr stark eingebunden waren, dass sie nie wieder einen neuen Verbrennungsmotor bauen würden. Sie wollten diese auslaufen lassen und bis zu einem bestimmten Jahr vollständig auf Elektroantrieb umsteigen, zum Beispiel. Das ist offensichtlich nicht geschehen.“

Tombazis wolle die Rolle der „Elektrifizierung weltweit nicht unterschätzen“, allerdings wäre das Ergebnis nicht so gut, wie es alle erwartet hätten. Außerdem hob er hervor, dass die FIA sich für „vollständig nachhaltige Kraftstoffe“ eingesetzt habe. Mit diesem Ergebnis sei der Grieche zufrieden.

Er machte allerdings klar, dass man sich von den Herstellern nicht abhängig machen dürfe.

„Was unsere Zukunftspläne angeht, müssen wir den Sport vor der weltweiten makroökonomischen Lage schützen. Das heißt, wir dürfen nicht davon abhängig sein, ob Automobilhersteller sich entscheiden, Teil unseres Sports zu sein oder nicht. Wir dürfen auch nicht in eine Lage geraten, in der wir plötzlich verwundbar sind, wenn sie beschließen, nicht mehr dabei sein zu wollen.“

Damit schürt der FIA-Verantwortliche natürlich Hoffnungen auf die Rückkehr von V8-Motoren. In der Vergangenheit gab es schon das ein oder andere Gerücht, wonach die FIA generell lieber auf diese Art von Motor gesetzt hätte.

Tombazis steht Regeländerungen offen gegenüber. © IMAGO / Panoramic by PsnewZ

Tombazis offen für weitere Regeländerungen in der Zukunft

Doch ein rundum neuer Motor wird wohl erst 2031 möglich sein. Bis dahin muss man mit dem aktuellen Reglement arbeiten und an der ein oder anderen Stelle Änderungen vornehmen.

Die zurzeitigen Probleme sind nicht von der Hand zu weisen, das verdeutlichte auch Tombazis.

„Einer der Gründe, warum es von Anfang an nicht ganz geklappt hat, ist, dass die Autos etwas schneller fahren, und etwas mehr Abtrieb haben, als wir erwartet hatten, und daher die beim Bremsen zurückgewonnene Energie etwas geringer ist, als sie normalerweise wäre. Daher stehen wir vor einer etwas größeren Herausforderung, als uns lieb ist.“

Die FIA habe eine Leistungsreduzierung vorgeschlagen, die allerdings abgelehnt wurde, weil man erst die ersten Rennen abwarten wolle. Der Grieche glaube nicht, dass man nach den Änderungen zum letzten Mal über das Reglement diskutiert habe.

„Wir haben beschlossen, erst einmal abzuwarten, um die aktuellen Änderungen zu beobachten, zu sehen, wie sie damit zurechtkommen, und dann die Angelegenheit erneut zu prüfen.“

Das letzte Wort ist in dieser Thematik auf jeden Fall noch nicht gesprochen.

Für Domenciali befindet sich die Formel 1 auf einem guten Weg. © Charniaux / XPB Images

Gegenpol zu Domenciali

Die Aussagen von Tombazis zeigen eines: Es gibt Verantwortliche, die zurzeit nicht alles beschönigen wollen. Anders ist da Formel-1-Chef Stefano Domenicali.

https://champ1.news/2026/04/27/formel-1-hat-keine-probleme-ist-diese-saison-besser-als-ihr-ruf/Er verdeutlichte zuletzt seinen Standpunkt, dass es in der Formel 1 hervorragend laufen würde. Auch, wenn die Zahlen scheinbar stimmen, zeigen Fahrer und Verantwortliche immer wieder den Finger in die Wunde.

Mit dem Griechen gibt es nun den ersten echten ranghohen Gegenpol zu Domenicali. Das könnte auch den Formel-1-Chef unter Druck setzen. Denn, sollten sich auch nach Miami zahlreiche Fahrer beschweren, muss etwas getan werden. Ansonsten hat der Italiener keine Argumente mehr auf seiner Seite.

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David Heermann
David Heermann verbindet sportliche Leidenschaft mit journalistischem Anspruch. Bereits während seines Medienwissenschaftsstudiums stand für ihn fest, dass er seinen beruflichen Weg im Sportjournalismus gehen möchte. Die Formel 1 begleitet ihn seit seiner Kindheit – heute interessiert ihn jedoch weit mehr als das reine Renngeschehen. Strategische Entwicklungen, teaminterne Dynamiken und die Geschichten abseits der Strecke prägen seinen Blick auf die Königsklasse. Seit 2026 ist er Teil von CHAMP1. Für CHAMP1.NEWS verfasst er regelmäßig News-Artikel, Hintergrundberichte und Analysen. Darüber hinaus präsentiert er Formate auf den Social-Media-Kanälen der Plattform und ordnet in den Sendungen Qualifyings, Sprints und Rennen ein – mit Fokus auf die entscheidenden Szenen, strategischen Wendepunkte und sportlichen Entwicklungen. Sein Anspruch: komplexe Themen klar einordnen, Hintergründe verständlich aufbereiten und die wichtigsten Ereignisse aus der Welt der Formel 1 präzise und professionell vermitteln.
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